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Babyshambles - Star PorträtWillkommen in der Welt des Pete Doherty. Das ist einer von diesen Jungen, die für begnadet, sensibel und total intelligent erklärt werden, während ihre Hauptleistung darin besteht sich öffentlich systematisch selbst zu zerstören. Die Babyshambles sind Dohertys zweiter großer Wurf – und das ist beachtlich, nur wenige Rockstars schaffen es, eine zweite Band in den Sog des Hypes zu ziehen, der um sie entsteht.
Doherty kommt Ende der 70er Jahre in einer englischen Militärfamilie zur Welt, die oft ihren Wohnort wechseln muss. Der Junge erhält eine strenge, konservative Erziehung, früh lässt er erkennen, dass er ein Schöngeist ist, sehr sprachgewandt – alles wundervolle Ansätze für engagierte Psychologen. Wichtig ist, dass Pete Doherty 1996 Carl Barât kennenlernt, das geniale musikalische Gegenstück. Die beiden gründen The Libertines und erspielen sich mit der Zeit eine ziemlich aufgeregte Hörerschaft. Das Debütalbum „Up The Bracket“ erscheint im Oktober 2002.
Weil er so eine unglaubliche künstlerische Energie hat, nimmt Pete Doherty mal allein, gern auch mit Barât Lieder auf und veröffentlicht diese als Babyshambles-Sessions im Netz. Die zunehmenden Eskapaden des Künstlerteams, bei denen Doherty immer noch einen Tick selbstmörderischer daherkommt, nehmen zu. Legendär ist der Einbruch bei Barât, Dohertys Verhalten ist oft geschäftsfördernd, nicht selten geht er jedoch für alle Beteiligten über ein irgendwie erträgliches Maß hinaus. Wiederholt fliegt er aus der Band, droht, eigene und natürlich wesentlich bessere Libertines zu gründen, nebenbei entstehen hübsche kleine EPs der Band und im August 2004 der zweite Longplayer „The Libertines“ – mit Barât und dem völlig fertigen Doherty auf dem Cover.
Danach ist Feierabend mit den Libertines. Die Drogen-, Polizei- und Entzugsgeschichten haben die Veröffentlichung eines im Grunde ziemlich langweiligen Albums zu einer Mediensensation werden lassen. Eine Weiterführung der Zusammenarbeit wäre unlogisch, die Tour – die Abschiedstour der Band – findet ohne Doherty statt. Der ist verliebt mit Kate Moss und bleibt der Öffentlichkeit erhalten.
Babyshambles – Babyshambles
Das Ende der Libertines und der Beginn der Babyshambles folgen nicht direkt aufeinander, die erste Single der Babyshambles, noch allein aus Doherty bestehend, heißt „Babyshambles“ und erscheint im April 2004 in einer superlimitierten Auflage bei High Society Records. Mitte des Jahres steht die Besetzung der Babyshambles; dass Doherty da nicht mehr zu den Libertines gehört, ist eigentlich logisch. Bis Ende 2005 ist der Gitarrist Patrick Walden dabei, Gemma Clarke wird die Schlagzeugerin, der Bassist Drew McConnell aus Dublin ist der einzige, der lange zu den Babyshambles gehört. Das gilt in Musikerkreisen als beachtliche Leistung.
Die Besetzung nimmt „Killamangiro“ auf, ein Fingerzeig, dass die Trennung von Barât musikalisch nicht verkehrt ist, die Babyshambles machen Spaß – bzw. könnten sie Spaß machen, wenn Doherty sich nicht so unglaublich kaputt machen würde. Der Konzertkartenkauf wird zum Vabanquespiel. Mal ist Doherty da, aber auch irgendwie nicht, manchmal fehlt er auch körperlich – gelegentlich läuft er zur Höchstform auf.
Als erstes steigt die Schlagzeugerin Clarke im Januar 2005 bei den Babyshambles aus, nicht ohne einen heißblütigen Appell an Doherty zu richten, das Management zu wechseln, dem sie unterstellt, die Selbstzerstörung des Musikers zu fördern. Adam Ficek tritt an ihre Stelle, ein Mann, dem nachgesagt wird, er könne nüchtern in einer Opiumhöhle leben. Neben McConnell ist er der zweite Musiker, der Doherty für die nächsten Jahre die Stange hält. Mick Jones (von The Clash) fühlt sich stark genug, um als Produzent mit dieser Besetzung der Babyshambles ins Studio zu gehen.
Babyshambles – Down In Albion
Im August erscheint erst einmal eine weitere Single. „Fuck Forever“ passt ganz wunderbar zu dem, was man über den Pete Doherty und Kate Moss zu lesen bekommt – ein Schmierentheater. Nebenbei wird das Management gefeuert und eine geplante Tour durch Kontinentaleuropa abgesagt. „Down In Albion“ erscheint im November 2005, die meisten Fans hören das Ding zu diesem Zeitpunkt bereits einige Wochen.
Das Album ist ein gewaltiges Werk, 16 Tracks, mehr als eine Stunde durchaus abwechslungsreiche Melodieführung wirken am Ende beinahe abgeklärt. Wer englischen Punk mochte, wird mit dieser kleinen Wanderung durch die Geschichte der Musik sehr glücklich sein. Ein oft schön laufender Bass, manchmal Ska-Elemente, sogar ein Reggae-Track, ein Sänger, der manchmal zu sehr seine überschäumende Emotionalität hinter angestrengter Lustlosigkeit zu verbergen sucht – einfach prima.
Zeitnah zum Album erscheint mit „Albion“ eine wunderbare Babyshambles-Ballade als Single, wenn auch ordentlich zugedröhnt, kann man viele hoffnungsvolle Ansätze hören – wäre da nicht das Leben, in dem alles beim Alten bleibt. Jedem sollte zugestanden werden, sich zu zerstören, daher ist ein wenig befremdlich, dass die Behörden nun verstärkt in die Zeitungsrealität eingreifen, oft im Verbund, britische, portugiesische und schwedische Offizielle füttern uns mit Informationen über die Blutzusammensetzung des Künstlers, die britische Justiz versucht ihn zu erziehen.
Babyshambles – The Blinding
Das alles bremst Pete Doherty und seine Babyshambles ein wenig aus. Bei B-Unique in London erscheint erst im Oktober 2006 die nächste Single. „Janie Jones“ ist ein The Clash-Cover und wird zugunsten von Strummerville, der Joe Strummer Foundation, feilgeboten. Mit „The Blinding“ folgt im Dezember eine phänomenale, kurze EP. Außerdem verwirrt zusätzlich eine Doherty-Dokumentation von Roger Pomphrey, der bereits das Video zu „Albion“ gedreht hat, das Gesamtbild. Die Hysterie, die der Musiker in einigen europäischen Ländern auslöst, ist wirklich erstaunlich.
Da kann man schon mal auf die Idee kommen, ein Auto kurzzuschließen und eine Verfolgungsjagd mit der Londoner Polizei zu veranstalten, sich mit Barât auszusöhnen und die Beziehung mit Kate Moss in den Wind zu schießen. Mit all dem erfreut Doherty Anfang 2007 uns und die Presse. Eigentlich ist es Moss, die einen Schlussstrich zieht, woraufhin auf ein baldiges Ableben des Musikers Wetten abgeschlossen werden. Stattdessen geht einiges durcheinander. 2007 kann man sowohl die Libertines in Topbesetzung bewundern,
Babyshambles – Shotter´s Nation
als auch mit dem Album „Shotter´s Nation“ ab Oktober die neuen Babyshambles erleben. Die Band legt ein Popalbum vor, eines von dieser Sorte, die die EMI so gerne vertreibt, was sie auch macht und das von dem hübschen Geschrammel dominiert ist, das derzeit so beliebt ist. Die Singles „Delivery“ (September 2007) und „You Talk“ (Dezember 2007) sind keine Hits, die zweite gehört zu den vier Tracks, die von Kate Moss mitgeschrieben worden sind. Die hat inzwischen einen neuen Mann an ihrer Seite, „Shotter´s Nation“ ist zum großen Teil nett und beschwingt.
Pete Doherty gilt inzwischen als clean, wenn er sich nicht gerade einem Entzug unterzieht. Die Babyshambles parken, während Pete verstärkt als Solokünstler auftritt. Das ist etwas, was er immer wieder macht, nun will er sein Können jedoch als Dienstleistung anbieten, zeigt sich spielfreudig – ist jedoch nicht gerade günstig. Babyshambles TOP NEWSBabyshambles - Konzerte getrichenBabyshambles - Deutschlandtermine verschobenBabyshambles - Luxus im KnastBabyshambles - Arbeit im KnastBabyshambles - Doherty im Knast>> Alle News zu Babyshambles Babyshambles Fotogalerie![]() CD Reviews von Babyshambles findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Babyshambles bietet lyrix.at |
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