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GenrelexikonBoogie Woogie
EIGENTLICH ist Boogie-Woogie eine ganz bestimmte Art, ein Klavier zu bearbeiten. Entstanden ist diese ganz bestimmte Art zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA. Boogie-Woogie ist jedoch AUCH ein inoffizieller Standardtanz im alten Europa, der zu Swing, zur Musik einer Big Band, seltener jedoch zu eben dieser besonderen Art, in die Tasten eines Klaviers zu hauen, getanzt wird – und in den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts in den USA entstanden ist.
Boogie-Woogie Geografie Im Süden der USA von Afroamerikanern entwickelt, findet Boogie-Woogie zunächst auf so genannten House Rent Parties statt. Die frühen Discos sind Privatwohnungen. Die Besucher bezahlen ein Eintrittsgeld, der Bewohner engagiert Musiker und kauft Alkohol. Durch Wanderbewegungen der amerikanischen Bevölkerung gelingt der Boogie-Woogie nach dem ersten Weltkrieg nach Chicago, wo er ungemein populär wird. Bereits in den 30er Jahren erreicht Swing in der Folge des ersten Booms Deutschlands, wo er ekstatisch gefeiert und ziemlich schnell untersagt wird. Der Tanz ist derselbe, der nach dem Krieg auf Boogie-Woogie getanzt wird und das Zeitalter amerikanischer Populärkultur in Westdeutschland einleitet. Heute wird Boogie-Woogie hierzulande von jenen gepflegt, denen der wesentlich jüngere Tanz zu Rock´n´Roll zu akrobatisch geworden ist – und zu Musik der 50er und 60er Jahre getanzt. Und dann gibt es noch die, für die Boogie-Woogie der Inbegriff von ihnen gehasster „Negermusik“ ist. Mit etwas Glück nehmen die diesen Hass/Selbsthass mit in ihren baldigen Tod. Boogie-Woogie Galaxie Barrelhouse Piano entsteht als Vorgänger des Boogie-Woogie, als gestandene Blues-Musiker ihre Spielweise von der Gitarre auf das Klavier übertragen. Clarence ´Pinetop´Smith gibt in den 20er Jahren der Sache seinen letzten Schliff, verhilft dem Boogie-Woogie zu seinem Namen und zu seiner Blütezeit in den 30er und 40er Jahren in den USA. Männer wie Albert Ammons und Pete Johnson werden zu Superstars. Boogie-Woogie Geräte Die linke Hand des Pianisten ist für die Bassbegleitung zuständig: für einen rollenden Bass, einen aktiven Bass (im Original: Rolling Bass und Walking Bass) – und baut damit die Melodien auf, die von der rechten Hand gespielt werden. Die rechte Hand – fließend, schneller als beim Blues (oft im off-Beat, trillernd) – sorgt er für den richtigen Boogie. Woogie ist fröhlicher, tanzbarer, Psychologen sagen Lebensbejahender als der Blues. Dies gilt vor allem für die Modifizierungen, mit denen der Boogie-Woogie in den 40er und 50er Jahren den Anforderungen der Shows und Medien angepasst wird, wobei der Boogie-Woogie viel von seinem ursprünglichen Charakter verliert. Big Bands sind zu der Zeit ultramodern. Boogie-Woogie Götter Wer soll entscheiden, wer die wichtigen Menschen des Boogie-Woogie sind? Drei sind bereits genannt, drei weitere sind die wenigsten: Champion Jack Dupree, bitte sehr, und Blind John Davis – wegen der schönen Namen. Als letztes: John Hammond. Dieser Mann organisiert lange Boogie-Woogie-Konzerte und hat damit großen Anteil an der Popularität der Musik. Der große Erfolg beginnt mit Meade Lux Lewis Honky Tonk Train Blues 1927. Wichtig hierfür ist außerdem eine Rundfunkübertragung 1939 in Chicago (hier sind Johnson und Ammons dabei). Boogie-Woogie Gegenwart und Zukunft Heute hat der Paartanz im 4/4-Takt noch einen Platz auf dem Holzparkett der Turniertänzer. Und manchmal im Film oder auf Themenparties. Der reine Boogie-Woogie aus Amerika hatte jedoch seine Zeit. Das Leben hat sich geändert, die Lebensbedingungen der Musiker auch und die Musik selbst lässt sich nicht aufhalten.
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