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Café Tacvba - Star PorträtCafé Tacvba (oder auch Café Tacuba) ist eine stilistisch äußerst wandelbare Band aus Naucalpan, einer Großstadt im Einzugsgebiet von Mexiko Stadt und benannt nach einem historischen Lokal in der Metropole. Bis 2007 ist Café Tacuba die Band, die es schafft, die meisten Menschen auf den Zócalo zu locken. Der zentrale Platz der Republik wird bei einem Auftritt 2005 von 170000 Menschen besucht, ein guter Gradmesser für die Popularität Café Tacubas in Mexiko. Mehr als eine sehr populäre Rockband zeigt diese, dass man viel erreichen kann, wenn man den Erwartungen der Fans und der professionellen Rezensenten eben nicht entspricht. Nicht ganz zu Unrecht wird beispielsweise „Cuatro Caminos“ (2003) als die „Kid A“ (Radiohead/ 2000) Café Tacubas bezeichnet, wobei es sich selbstverständlich um eine Krücke für uns handelt; Café Tacvba braucht solche Krücken nicht, Albarrán kann Yorke auch nicht das Wasser reichen.
Zwei Jahre älter als Radiohead wird die Band 1989 von Typen gegründet, die 20 Jahre später noch immer zusammen gehören: Sänger (oft nicht der einzige) ist Rubén Albarrán, auch Cone Cahuitl (oder Ixaya Mazatzin Tléyotl, Ixxi Xoo) genannt, für die akustische Gitarre und Tasteninstrumente ist Emmanuel del Real (Meme) verantwortlich – und dann gibt es noch die Rangel-Brüder: Bassist und Sänger Enrique (Quique) und Gitarrist und Sänger Joselo (Oso). Alejandro Flores ist seit Mitte der 90er Jahre für das Geigenspiel verantwortlich, gehört allerdings ebenso wenig offiziell zur Band wie Luis Ledezma (El Children), der Schlagzeuger, der seit 2003 bei den Konzerten dabei ist. Café Tacuba besteht überwiegend aus ehemaligen Grafikdesign-Studenten – hilft das jemandem?
Im Juli 1992 wird bei WEA Latina das selbstbetitelte Debüt der Band veröffentlicht. „Café Tacvba“ wird auf nahezu jeder offiziellen Veröffentlichung mit „v“ geschrieben, die URL der offiziellen Internetpräsenz ist die große Ausnahme, andererseits wird Quique in Booklets gerne Qviqve geschreiben. Wer über Café Tacvba schreibt, schreibt meist Café Tacuba, gesprochen wird es Café Tacuba, jetzt müsste google begriffen haben, dass wir für alle da sind. Café Tacuba spielt jedenfalls eine recht eigenwillige Rockmischung, alternative Rockmusic ist an dieser Stelle sicher nicht verkehrt: man findet Ska-, Funk-, Hip-Hop-Elemente, mexikanische Folklore und spanische Lyrics.
Exakt zwei Jahre später gibt es „RE“, das zweite Album, ein etwas schwerer zugängliches Werk, das dem Tapferen, der sich mehrfach darauf einlässt, sich nicht nur erschließt, sondern auch beschenkt. Der Argentinier Gustavo Santaolalla, ein Musiker, der als Produzent in Mexiko in den 90er Jahren enorm viel bewegt, arbeitet mit Café Tacuba. Die Band experimentiert mit vielen Genres, mehr als noch in der Produktion, spielt mit mexikanischer Populärmusik, etwa der Musica Norteña oder zeitgenössischen Rockgenres, ebenso mit Jazzelementen.
Die Musiker von Café Tacuba zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie viel mit Kollegen kollaborieren, für das folgende Album „Avalancha de Éxitos“ (November 2006) bedienen sie sich einfach bei anderen Musikern, covern Lieder von acht Künstlern oder Gruppen (zum Beispiel von Botellita de Jeréz, Alarma!, Bola de Nieve, Juan Luis Guerra), Café Tacuba spielt allerdings nicht einfach nach, sondern zerlegt die Stücke, um sie dann neu aufzubauen. Die einzige Konstante ist der permanente, mutige Wechsel, das Genre-Hopping, das, gepaart mit dem durchschlagenden Erfolg, sicher etwas Besonderes ist. Im Juli 1999 gibt es schließlich das Doppelalbum „Revés/Yo Soy”, der erste Teil ist ein Instrumental-Set, bei einem Track spielen die Streicher vom Kronos Quartet aus San Francisco mit, der zweite Teil setzt sich aus Liedern zusammen, die seit dem zweiten Album entstanden sind, zum Teil schon mehrere Jahre auf die Veröffentlichung warten.
Nachdem Los Tres, die chilenischen Rocklegenden, 2000 vorerst ihre Karriere beenden, schicken Café Tacuba ihren Idolen im Oktober 2002 „Vale Callampa“ hinterher, eine Tibute-EP, das erste Lied, „Déjate Caer“, wird zu einem enormen Erfolg. „Cuatro Caminos“ (Juli 2003), wieder ein sperriges, diesmal auch ein wenig irres Ding, ist das nächste Album. Es folgt ein Live-Album und auch das obligatorische MTV Unplugged-Konzert, das bereits 1995 eingespielt wird, kommt 2005 auf den Markt. Erst im Oktober 2007 gibt es das nächste Album „Sino“. Café Tacvba Fotogalerie![]() |
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