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Damon Albarn - Star Porträt


Damon Albarn ist einer der Typen, die in den 90ern für den Hype um den Britpop mitverantwortlich sind – und den übergroßen Teil der Britpopper in zwei große Fraktionen spalten. Er schreibt mit Blur Musik- und Computerspielsoundtrackgeschichte, und während die Konkurrenz von Oasis den Gaul bis zum bitteren Ende reitet, erfindet sich Damon Albarn gleich mehrfach neu, sehr erfolgreich ist er mit den Gorillaz, sehr interessant sind The Good, The Bad & The Queen.

 

Damon Albarn ist Londoner, Jahrgang 1968, entstammt einer Künstlerfamilie und lernt Ende der 70er Jahre an der Schule Graham Coxon kennen, den späteren Leadgitarristen und Partner Damon Albarns bei Blur – am Goldsmith College in London wird 1988 zunächst eine Band namens Circus, später Seymour und letztendlich Blur gegründet. Der Schlagzeuger Dave Rowntree und der Bassist Alex James sind von Anbeginn Teil der Band Blur, und setzen, jeder für sich, der eine als aktives Mitglied der Labour Party, der andere als Weltraumtourist im Wartestand, in ihrem Leben außerhalb der Musik zumindest interessante Akzente.

 

EMI bzw. das Sublabel Food Records nimmt die Band von Damon Albarn rasch unter Vertrag, 1991 wird „Leisure“ veröffentlicht, ein liebevoll gestaltetes, verspieltes, von Manchester Rave und Shoegaze inspiriertes Ding, „There´s No Other Way“ wird daheim zum ersten Single-Erfolg. So richtig international und riesengroß wird die Angelegenheit mit „Parklife“ 1994, im Jahr darauf gibt es vier Brit Awards und jedes der folgenden Alben landet wie auch dieses auf dem ersten Platz der UK-Charts. Damon Albarn und seine Kollegen von Blur sind Popstars, richtige Popstars, die sich, so gehört sich das, immer im Licht des besoffenen Teiles der Öffentlichkeit befinden und deren Ausfälle von der Presse dankbar angenommen und befeuert werden – die englischsprachige Wikipedia verfügt über einen Artikel zu The Battle of Britpop, dem auf verschiedenen Ebenen geführten Wettkampf zwischen Blur und Oasis, der, geht es um Verkaufszahlen auf der Insel Mitte der 90er Jahre, zumeist von Damon Albarn und Graham Coxon gewonnen wird, in sämtlichen anderen irgendwie messbaren Kategorien letztendlich und sicherlich jedoch von den Gallagher-Brüdern. In Deutschland beispielsweise (das ist natürlich nicht wichtig), gewinnt eigentlich immer Oasis.

 

„13“, das Blur-Album von 1999, wird begeisterter besprochen als alle Vorgänger, die Musiker zeigen sich gereift, flexibler und besser als jemals zuvor, trotzdem drängt es Damon Albarn zu neuen Ufern, er arbeitet bereits an seinem Projekt GorillazBlur selbst gilt nicht als aufgelöst, 2003 wird „Think Tank“, ein weiteres Album veröffentlicht. Das Gorillaz-Projekt entwickelt Damon Albarn mit seinem Freund Jamie Hewlett, einem Comic-Zeichner, die Band besteht aus vier Charakteren, aufwändig und selbstverliebt gestalteten Biografien, und nachdem die erste Single „Clint Eastwood“ zu einem – zumindest europaweiten – Erfolg wird, fragen sich ganz viele Experten etwa zehn Tage aufgeregt, wer wohl hinter diesem eigentümlichen Comicmusikprojekt steht und spielen dann noch ungefähr 1,5 Jahre Aufgeregtheit. Die Gorillaz sind großartig, was auch daran liegt, dass sich Hewlett und Damon Albarn phantastische Kollegen ins Studio holen: Del Tha Funkee Homosapien, Miho Hatori, Martina Topley-Bird und Tina Weymouth gehören zu denen, die eher Expertenrunden bekannt sind, Ibrahim Ferrer, Neneh Cherry, Dennis Hopper und Ike Turner allen anderen auch – und das sind längst nicht alle.

 

Während Damon Albarn Blur nicht beendet hat und mit Gorillaz beschäftigt ist, arbeitet er noch an Solomaterial. Während er mit Blur tourt und unter den Fans limitierte Proben seines Arbeitsprozesses verteilt werden, wird allmählich klar, dass darin ein weiteres Projekt, eben The Good, The Bad & The Queen, steckt. Es ist unfassbar, was sich Damon Albarn diesmal für ein Team zusammensucht. Simon Tong, der Gitarrist von The Verve, der bereits Graham Coxon bei Blur ersetzt hat und der langjährige Partner von Richard Ashcroft, ist fast noch eine kleine Nummer gegenüber Paul Simonon, dem Bassisten von The Clash (inzwischen ein Maler) und vor allen Dingen Tony Allen, zwischen 1968 und 1979 Schlagzeuger in der Band Fela Kutis. Als Produzent betätigt sich DJ Danger Mouse, der eine Part von Gnarls Barkley. Das selbstbetitelte Album wird Anfang 2007 veröffentlicht.

 

Anschließend, man will schließlich nicht auf der Stelle treten, arbeitet Damon Albarn an einer Oper. „Monkey: Journey to the West“. wird in Manchester uraufgeführt, weitere Termine müssen verschoben werden, man kann die Produktion allerdings als Album kaufen. Ab 2008 wird dann wieder an neuem Material von und mit Blur gearbeitet.

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