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Daniel Merriweather - Star Porträt


Es ist einfach unglaublich, was der gute Mark Ronson mit seinem „Versions“-Coveralbum so alles angeschoben hat (inklusive der eigenen Karriere natürlich). Amy Winehouse war 2007 bereits berühmt, aber mit Lily Allen, Santigold (damals noch Santogold) und mit Phantom Planet ist durch die Zusammenarbeit zumindest – sagen wir – etwas passiert. Und im Sommer 2009 taucht dieser Australier Daniel Merriweather wie ein alter Bekannter auf, und denselben, diesen Daniel Merriweather, kennt man spätestens seit „Versions“, drittes Lied, das Smiths-Cover „Stop Me“.

 

Daniel Merriweather kommt aus Melbourne, wächst in einer Gegend auf, die mehr Land als Stadt ist, philosophiert, vermöbelt Leute, muss frühzeitig seine High-School-Laufbahn beenden und so. Anschließend wird er Musiker. Er ist bereits Geiger, ein begnadeter Vivaldi-Interpret, daraus lässt sich immer was machen. Singen kann Daniel Merriweather eigentlich noch besser – und auch wenn es nichts Schlimmeres gibt als Schlimmejugenderzählungen von Zwanzigjährigen, geben wir das hier gnadenlos wieder. Daniel Merriweather singt unter Duschen besser als Boyz II Men, Thom Yorke, Nas, Otis Redding und Elvis Presley zusammen, und das zeigt er. Unter der Dusche muss es auch sein, wo Daniel Merriweather von der australischen Musikindustrie entdeckt wird.

 

Daniel Merriweather – The Fifth Season

 

Scherze beiseite: Daniel Merriweather ist zeitweise als Straßenmusiker aktiv, arbeitet im frühen dritten Jahrtausend mit dem kleinen australischen Label Marlin, die erste Veröffentlichung ist ein Gastbeitrag im einzigen Album des Dance-Duos Disco Montego 2002, später wird er von Mark Ronson eingeladen und darf bereits für dessen erstes Album „Here Comes The Fuzz“ das Lied „She´s Got Me“ einsingen. 2004 dann produziert Ronson die erste Single Daniel Merriweathers. „City Rules“ wird in Australien, genauso wie das Ronson-Stück, ein Hit, Merriweather arbeitet als nächstes mit dem australischen Hip-Hop-MC Phrase zusammen, wiederholt mit Ronson, sein Debütalbum wird allerdings nie veröffentlicht.

 

R&B ist das, was Daniel Merriweather macht, Australien ist nicht gerade der Kontinent, von dem die großen R&B-Künstler kommen, es gibt verschiedene Versionen der Geschichte, die dazu führt, dass „The Fifth Season“, Merriweathers Debütalbum, nie veröffentlicht wird. Sollte die Produktion wirklich abgeschlossen sein, wird es vermutlich am Ende die Qualität des eingespielten Materials sein.

 

Daniel Merriweather – Love & War

 

Jedenfalls arbeitet Mark Ronson mit Daniel Merriweather und Columbia (unter Sony) und dem kleinen Marlin-Label aus Australien ungefähr 18 Monate an gänzlich neuem Material, die beiden Freunde touren zwischendurch, Daniel Merriweather lebt inzwischen in New York City, Sean Lennon spielt für ihn Gitarre, Adele singt mit ihm, das Ergebnis ist – typisch für eine Arbeit, an der der Ronson beteiligt ist – ein liebevoll gearbeitetes Ding, detailverliebt instrumentiert, wie von irren Plattensammlern zusammengeträumt. Daniel Merriweather gehört irgendwie nicht in unsere Zeit, und dann wieder doch. 2008 ist er zunächst mit dem britischen Rapper Wiley und dessen Hit „Cash In My Pocket“ in den UK-Charts (natürlich eine Ronson-Produktion), kurz darauf, Anfang 2009, wird mit „Change“ die erste Single aus der großen Debütveröffentlichung auf den Markt gebracht.

 

Der US-Rapper Wale ist der Mann an Merriweathers Seite, bei uns, also im deutschsprachigen Raum, hat die Begeisterung für das Lied Anfang Juni ihren Höhepunkt, am begeistertsten sind die Schweizer. Kurz darauf gibt es das Album „Love & War“, wenn uns nicht alles täuscht, hat die Merriweather-Begeisterung im Sommer 2009 noch nicht ihren Höhepunkt erreicht.



Daniel Merriweather Fotogalerie

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