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GenrelexikonDark Wave
Dark Wave, trauriges Kind der späten siebziger Jahre, ist, der Name sagt es, eher düsteren Gemüts. Naja, inzwischen kennt die Musik andere Spielarten der Dunkelheit, daher ist Dark Wave für viele Hörer heute fast ein kleiner Sonnenschein. Aus diesem Grund – und natürlich wegen der ungemein erfolgreichen Bands in den 80ern – gehört Dark Wave in die große Familie der Populärmusik.
Dark Wave Geografie Während sich die New Wave in New York entwickelt, hat Dark Wave ihr Herz in Europa. Viele der wichtigen Bands kommen aus der alten Welt. In England, aber auch in Deutschland und Frankreich schaffen Bands der Dark Wave bis in die 90er Jahre, die leidenschaftliche Anhängerschaft von Subkulturen (oft Waver genannt) mit dem finanziellen Mehrwert regelmäßiger Erfolge in den Charts zu kombinieren. Dark Wave Galaxie Ende des Punks ist die New Wave ein Sammelbecken aller, die übriggeblieben sind, sich keinem klassischen Popmusik- oder Rockmusikgenre zuordnen lassen, die häufig sogar überhaupt nicht daran interessiert sind, sortiert zu werden. Zunächst wird von Post-Punk gesprochen. Das stellt diejenigen, die sich fragen, was Joy Division und The Cure für eine Musik machen, nicht zufrieden. Cold Wave? Der häufig behutsame Synthesizer-Einsatz einiger Bands lässt diese Assoziation zu. Electro Wave scheint plausibler, hält sich als Genrebegriff auch wesentlich länger. Ethereal? Ätherisch? Himmlisch? Wer es meint… In den USA wird damit sanfte, von Streichern, Gitarren und Holzbläsern getragene Dark Wave bezeichnet. In England entwickelt sich etwas, was Gothic genannt wird. Gothic und Teile der New Wave beeinflussen sich gegenseitig; die Bezeichnung Dark Wave ist nur logisch. Die New Wave gebiert in Deutschland die Neue Deutsche Welle und verebbt mit ihr dann auch am Ende der 80er Jahre. Genau in dieser Zeit holen einige Bands der Dark Wave zu großen Würfen aus: The Sisters of Mercy mit Floodland und Dead Can Dance mit Within The Realm Of A Dying Sun 1987, The Cure mit Disintigration 1989 und auch das 1986 erscheinende Album Black Celebration von Depeche Mode ist dazuzuzählen. In Deutschland entsteht in die 90er Jahre hinein die Neue Deutsche Tonkunst. Vielen ist die Neue Deutsche Welle als quälende Belanglosigkeit in Erinnerung geblieben, es böte sich ein Kalauer mit Wende an, Deine Lakaien, Das Ich, Goethes Erben oder Wolfsheim sind nicht gerade für ihre Kalauer bekannt. Dark Wave Geräte Als Dark Wave werden Bands gehandelt, die bequem auch anderen Wellen zugeordnet werden können. Heterogenität ist das Stichwort. Selten sind reine Rockbesetzungen, der Einsatz von Streichern, ganzer – realer oder synthetischer – Orchester gehört zum guten Ton. Synthesizer auch – es geht um die 80er. Dark Wave soll düster bzw. traurig sein. Der Zweck heiligt die Mittel. Dark Wave Götter Da der die das New Wave so uneinheitlich ist, sollte es erlaubt sein, ein bisschen rumzuspinnen. Daher sei jenen verziehen, die Christa Päffgen (Nico) zur Göttin des Genres erklären. Da es sich um eine sehr tragische Gestalt der Popmusik handelt, deren Musik zunächst viel verspricht, während die Musikerin dem Leben nicht standhält, passt das ja auch schön. Genauso geeignet scheinen Joy Division zu sein. Wenige Lieder sind so häufig und so inbrünstig mit dem Etikett Schönstes Lied aller Zeiten belegt worden, Ian Curtis beendet sein Leben kurz nach Fertigstellung von Closer 1980. Bauhaus müssen als Wegbereiter des Gothic erwähnt sein, Sisters of Mercy als Eroberer nahezu aller Tanzflächen mit Temple of Love 1983, The Cure und Depeche Mode als Eroberer aller. Der eine oder andere fasst sich ob dieser Liste sicher an den Kopf. Richtig so. So ist es nun mal. Dark Wave Gegenwart und Zukunft Ein trauriges Ende. In der Regel spricht man heute nicht mehr von Dark Wave, selbst wenn es um die alten Haudegen geht. Entweder spielen die inzwischen in ihren eigenen Ligen oder sie entwickeln sich sogar aus den weitgesteckten Grenzen der Dark Wave. Anne Clark zum Beispiel, wichtig für die alte Dark Wave, weil sie früh Klassik- und Folkelemente für ihre Musik nutzt, arbeitet inzwischen an elektronischer Klangkunst. Elemente der Dark Wave und einige ihrer Veteranen sind der Popmusik allerdings erhalten geblieben.
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