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Die Happy - Star Porträt


Die Geschichte von Die Happy soll sich bis in die frühen 90er Jahre zurückverfolgen lassen, Marta Jandová aus Prag trifft in Ulm auf den Gitarristen Thorsten Mewes, gemeinsam mit Schlagzeuger Marcus Heinzmann und Bassist Julian Rosenthal gründen die beiden ihre Rockband. Die Happy tourt einige Jahre, produziert drei Alben in Eigenregie, entwickelt einen ganz eigenen abwechslungsreichen, energievollen Rockstil (Popcore soll man das in Kreisen der Band einmal genannt haben).

 

1998 gewinnt Die Happy in Baden-Württemberg einen wichtigen Wettbewerb, ferner gehört die Band zur ersten band.pool-Generation. Fünf Jahre später wird die Popakademie in Mannheim eröffnet und gliedert dieses Förderprogramm ein. 1999 findet eine größere Umbesetzung bei Die Happy statt, zu Jandová und Mewes stoßen Schlagzeuger Jürgen Stiehle und Bassist Ralph Rieker. Damit steht die Besetzung, mit der Die Happy in Deutschland bekannt wird. Im Jahr der Bandumbesetzung greift BMG Ariola zu, damals ein ziemlich dicker Fisch. Die Happy hat einiges zu bieten, ist bühnenerfahren, kann direkt mit H-Blockx, Guano Apes und Subway To Sally auf Konzertreisen geschickt werden, hat reichlich eigenes Liedmaterial, Mewes hat sich ein eigenes Tonstudio aufgebaut, auch die Techniken des Songwritings mit den neuen Mitgliedern ist bereits gereift. Das Label bietet gute, erfahrene Produzenten, etwa Wolfgang Stach und Ralph Quick – und lässt den Musikern ganz offensichtlich Zeit für die erste große Fleißarbeit.

 

Die Happy – Supersonic Speed

 

Die Happy hat das kleine Problem, dass für die Band bereits Schubladen bereit stehen. Guano Apes werden immer zum Vergleich herangezogen, irgendwer hat mal von Die Happy als Symphonic Guano Ape geschrieben – und weil die Guano Apes seit 1997 ungemein erfolgreich sind, Die Happy nicht einmal um Distanz bemüht ist und irgendwie doch immer wieder derselbe Quatsch geschrieben wird, ist natürlich eine Weile von Nachmacherei die Rede. Die Happy schert sich nicht drum und veröffentlicht Anfang 2001 „Supersonic Speed“, das erste Album von Die Happy, das professionell vermarktet wird. Und während Die Happy die Fanschar wachsen lässt, bekannter und beliebter wird, stürzt sich Marta Jandová immer wieder in die Zusammenarbeit mit anderen Bands.

 

Noch 2001 singt sie mit der Dresdner Band Letzte Instanz, später folgen Apocalyptica, diese finnische Cello-Metal-Gruppe (die auch schon mit Sandra Nasić von Guano Apes gearbeitet hat), In Extremo, BAP, Dog Eat Dog – und die berühmteste Zusammenarbeit ist sicher jene mit Oomph!, der Bundesvision Song Contest 2007 wird gemeinsam für Niedersachsen geholt und das Lied „Träumst du?“ steigt in die Top 10 der deutschen Charts. Zurück, zurück: möglicherweise stören die ganzen Vergleiche doch, noch Anfang 2002 wird das nächste Album „Beautiful Morning“ nachgelegt – und das ist ein gutes Stück poppiger; aber auch nett.

 

Die Happy – The Weight Of The Circumstances

 

„Goodbye“ ist die Hitsingle dieser Zeit, Die Happy tourt unermüdlich, nimmt die großen Festivals mit und braucht kaum mehr als ein Jahr für das nächste Album. „The Weight Of The Circumstances“ heißt es im Sommer 2003. Die Happy hat es irgendwie geschafft, in Los Angeles und Schweden und Dänemark an neuen Liedern zu arbeiten, Ralph Quick und The Matrix sind als Produzenten tätig. Gleichzeitig ist die Tour nicht beendet, wie die DVD zum Album ab Oktober 2003 belegt (zur Veröffentlichung gibt es – natürlich – eine Tour). Dafür geht Die Happy 2004 etwas ruhiger an. Lediglich jeder siebte Abend wird auf einer Bühne verbracht, ein Album gibt es diesmal auch nicht, dafür eine Jubiläums-DVD. Die Happy feiert Zehnjähriges.

 

Die Happy – Bitter To Better

 

Die aufwändige Produktion, wie sie kennzeichnend für das Vorgängeralbum ist, wird zurückgefahren, „Bitter To Better“, das Sommeralbum von 2005, ist ein geradezu puristisches Die-Happy-Album (manch einer spricht von der Rückkehr zu den Popcore-Wurzeln). Im Herbst gibt es dann noch ein Unplugged-Bonuspaket zum Album, das, den Fans zuliebe, die das Album bereits besitzen, auch separat erhältlich ist. Für „No Nuts No Glory“ geht es im Grunde in derselben Richtung weiter: Die Happy wird rockiger. Marta Jandová sitzt im Vierer-Wog von Oomph!, als sich Dero sehr übel den Kopf stößt.

 

Es dürfte nicht viele deutsche Rockbands geben, die im frischen neuen Jahrtausend in derart kurzer Zeit so viele Studioalben eingespielt und veröffentlicht haben. „VI“ heißt das Album von 2008, es wird wieder ein Gang zurückgeschaltet. 2009 folgt das überfällige Best-of-Album „Most Wanted 1993-2009“.

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