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Elton John - Star PorträtElton John ist eine Legende. Eine lebende Legende, vielleicht die lebende Legende mit der längsten, anhaltenden Kreativitätsblockade, gegen die sie, die lebende Legende Elton John, fleißig anproduziert. Vielleicht verbietet es sich auch einfach aufzuhören, wenn man allein von seinen Studioalben mehr als hundert Millionen Stück verkauft hat (hinzu kommen Best-Of- und Live-Alben, verschiedene Filmsoundtracks, Singles und DVDs). Es gibt Menschen, die sind von seiner Stimme abhängig, die weinen, wenn er am Klavier sitzt; ihnen zumindest dürfte es sehr recht sein, dass ihr Meister nicht zur Angel greift, zur Fernbedienung, in die Schlappen steigt oder was auch immer sonst ein Musiker macht, wenn er nicht mehr auftritt, weil bereits alles gesagt bzw. gesungen ist.
Viele der großen Zeitungen – das sind diese Medien, die der Vorstellung anhängen, eigentlich allen Interessen in ausreichendem Maße nachzugehen – berichten 1997 das letzte Mal ausführlich über Elton John, weil er einen alten Hit zu einer Hymne auf seine verstorbene Freundin Diana Frances Mountbatten-Windsor umschreibt und diese bei der Trauerfeier und vor geschätzten 70 % der Europäer und Amis zum besten gibt. Eigentlich wäre das für den Abgang der perfekte Moment.
Vielleicht muss er auch unglücklich sein, damit er das Unglück in kreative Energie … Die meisten wären an seiner Stelle satt. Der junge Elton John wird heute trotz seines Erfolges als von Komplexen beladener Mann beschrieben, seinen Künstlernamen (Elton Hercules John) wählt er in Ehrerbietung einiger Idole, er selbst schleppt sich durch Liebeslieder, die an Frauen gerichtet sind, während er eigentlich an Männern interessiert ist. Ein erstes Outing erfolgt zaghaft, vor die Wahrheit stellt er die Öffentlichkeit erst Anfang der 90er, was zur Folge hat, dass er als Tucke verschrien, auf den Umfang seines gewaltigen Reisegepäcks und auf seine Spleens reduziert wird. Erst die Diana-Geschichte und der darauf folgende Ritterschlag machen ihn unantastbar.
Die Jungs von Take That zum Beispiel, selbst so etwas wie Legenden, beschreiben den Moment des Zusammentreffens mit Elton John als einen ganz entscheidenden Moment ihrer noch jungen Karriere. Seine Leidenschaft für Hüte (oder Brillen? oder beides?), noch vor wenigen Jahren belacht, ist heute ein wichtiges Gut auf Charity-Veranstaltungen. Elton Johns Anwesenheit ist nicht notwendig, eine der feilgebotenen Kontaktreliquien reicht völlig. Ohnehin tritt Elton John gerne und oft für die gute Sache ein.
So führt er seit Anfang der 90er Jahre seine eigene Stiftung, die „Elton John AIDS Foundation“. Seinen ersten Grammy erhält er 1987 gemeinsam mit Dionne Warwick, Stevie Wonder und Gladys Knight für „That´s What Friends Are For“, ein Rod Stewart-Cover, das als Charity-Single für die „American Foundation for AIDS Research“ veröffentlicht wird. Früher noch, 1976, nimmt er seinen Fußballverein unter seine Obhut, den Watford Football Club. Mit ihm als Mäzen erlangt der Verein 1983 sogar die Vizemeisterschaft, heute ist Watford eher eine Fahrstuhlmannschaft. Elton John hat sich ein wenig zurückgenommen. Legendär ist der ausufernde Lebensstil, den der Musiker bereits früh in seiner Karriere zu pflegen beginnt. Die Brillen sind nur das markanteste Beispiel, ungleich erstaunlicher sind die Summen, die er zur Einstellung eines Wohlbefindens verpulvert.
Nicht zu unterschätzen sind auch die Dienste, die sich Elton John um die Walt-Disney-Company erwirbt. Für seinen Beitrag zum Soundtrack zu „Der König der Löwen“ erhält er 1995 zwei Oscars, einen Golden Globe Award und einen Grammy und verhilft dem gebeutelten Unternehmen zu unverhoffter, neuer Bedeutung.
Der junge Elton John
Reginald Kenneth Dwight, so heißt er kurz nach seiner Geburt, die 1947 in Pinner, irgendwo in Middlesex erfolgt, wächst bei seiner Großmutter auf, ist ein Scheidungsopfer mit einigen Stiefgeschwistern. Mit zwölf Jahren besucht er die Royal Academy of Music, er gründet seine erste Band, Bluesology. Elton John ist Komponist und Sänger, das Texten überlässt er meist anderen: Bernie Taupin zum Beispiel, einem Farmersjungen aus Anwick, mit dem er seit den späten 60er Jahren zusammenarbeitet.
Mit ihm gemeinsam startet er in die 70er, der eigentlich großen Zeit des Elton John, denn die Klassiker, die sein Lebenswerk dominieren, entstehen – zumindest für Liebhaber seiner Musik –in eben jenem Jahrzehnt. 1969 erscheint in England das erste Album. „Empty Sky“ macht ihn, eigentlich auch das Label DJM Records, berühmt. Die Vermarktung in Übersee übernimmt ab 1970 Uni Records, später MCA bzw. Geffen, allesamt Labels, die später in der Universal Music Group aufgehen. Elton und Bernie wird von ihren Chefs ein Höllenjob auferlegt, zu dem die Verpflichtung gehört, jährlich zwei Alben abzuliefern. Eine ungemein fruchtbare Phase beginnt unter diesem Zwang. 1972 wird ein eigenes Label, The Rocket Record Company, gegründet, über das die Musiker auch ihre Arbeiten ab 1976 auf dem heimischen Markt vertreiben. Cliff Richard gehört zu ihren Kunden.
Elton John macht Rock, zumindest nennt man das in den 70ern so. „Empty Sky“ hat tatsächlich (zum Beispiel bei „Lady Samantha“) wenige dieser seinerzeit so populären, psychedelischen Momente, heute lockt das Zeug allerdings keinen Rocker mehr hinter dem Ofen hervor.
Elton John - It´s a little bit funny …
Trotz oder wegen des Drucks – „Elton John“, das Album von 1970, müsste als das eigentliche Debütalbum bezeichnet werden. „Your Song“ ist direkt das erste Lied – Rocker verstecken so etwas weiter hinten. Ein Wahnsinnserfolg, dem Elton John noch etliche folgen lässt. Nach „Goodbye Yellow Brick Road” werden etliche Ehen zwangsweise geschlossen worden sein, zu „Sorry Seems To Be The Hardest Word“ werden sie gekittet.
Der Mann sieht bescheuert aus, ist schwul, vielleicht aber das sicherste Eheversprechen seiner Zeit. Mit John Lennon schreibt und spielt er 1974 „Whatever Gets You Through the Night“, er jagt die Rekorde, denn nur die Beatles gilt es zu bezwingen. Noch 1970 erscheinen die triefenden oder wundervollen Lieder „Amoreena“ und „Burn Down The Mission“, Elton John gilt als meisterhafter Kokser, er mag die Pausen vor den Liedern.
„Bennie And The Jets“, das nur Biz Markee besser macht, „Rocket Man“, „Crocodile Rock“ und natürlich das inzwischen unerträgliche „Candle In The Wind“ entstehen, Elton John markiert sein Revier, 1976 gibt er das das Ende seiner Karriere bekannt. Eine gute Idee – und ein Witz, bis 1980 hat er 14 Alben produziert, „Goodbye Yellow Brick Road“ von 1973 ist sein sagenumwobener, größter Erfolg. Auch die 80er produziert er wie ein besessener, er hat inzwischen ein Genre namens Disco geprägt, „I Guess That´s Why They Call It The Blues“, „Empty Garden“, ein langweiliges Ding, dem verstorbenen John Lennon gewidmet, „I´m Still Standing“, „Nikita“, „Sad Songs (Say So Much)“ sind nur einige Wegmarken. Elton John heiratet mal eine Frau, ein anderes Mal lässt er sich Haare implantieren. Merkwürdig ist, dass der Mann auch heute, trotz seiner Verdienste um die Popmusik, sich jede gute Chartposition erkämpfen muss. Wenn er oben steht, hat er es auch irgendwie verdient; und sei es, weil er jemandem ziemlich perfide Schmerzen zugefügt hat. Vielleicht liegt das daran, dass sich seine Arrangements, wie übrigens auch sein Style, in den knapp 40 Bühnenjahren nie verändert hat. Muss er auch nicht. Immerhin trägt er alle Insignien eines englischen Superstars. Er ist geadelt, zum Ritter geschlagen, er ist an der Produktion von Musicals beteiligt, die unglaublich erfolgreich sind, er räumt mal eben in Las Vegas ab, wo Céline Dion sich zuvor über drei Jahre abgerackert hat, er feiert seine Geburtstage im Madison Square Garden, er ist ein erfolgreicher Produzent, arbeitet beispielsweise für die Scissor Sisters als Komponist und angeblich - aber psssst - wird es 2008 ein Hip-Hop-Album geben, von ihm, mit den ganzen Rackern aus den Vereinigten Staaten, Justin Timbaland und so. Elton John TOP NEWSElton John - 17th Annual EJAF Academy Awards Viewing PartyElton John - Für Hillary ClintonElton John - Zu alt für bescheuerte Kostüme?Elton John - Erlös der Oscar PartyElton John - Konzerte in Deutschland>> Alle News zu Elton John Elton John Fotogalerie![]() CD Reviews von Elton John findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Elton John bietet lyrix.at |
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