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Fady Maalouf - Star Porträt


Selten ist bei Deutschland sucht den Superstar derart geschmachtet worden: Fady Maalouf ist der absolute König eines Fernsehformates, in dem eh schon mehr Tränen vergossen und Herzen ausgeschüttet werden als anderswo. Wenn er weint, dann richtig – mit der Stimme, mit seinen Augen, manchmal sogar mit einem Lächeln. Er geht seinen Weg bei DSDS mit Würde, greift musikalisch derart konsequent zum Kitsch, dass es mitunter selbst Dieter Bohlen zu viel ist. 2008 ist das Jahr von Fady Maalouf, der in das Finale der einflussreichsten deutschen Sänger-Castingshow einzieht und mitbringt, was einem vielversprechenden deutschen Popsänger nur dienlich sein kann: eine hochdramatische Biografie, einen hübschen französischen Akzent und arabeskes Flair.

 

Als Sohn eines gebürtigen Berliners kommt Fady Maalouf 1979 in Zahlé, im Libanon, zur Welt. Im Krieg, den er in seiner Kindheit erleben muss, wird er im Gesicht von einer explodierenden Granate verletzt, die Eltern ziehen mit ihm nach Frankreich, wo er die Schule absolviert. Anschließend studiert er Modedesign, hospitiert bei bekannten Designern und zieht 2006 nach Deutschland, wo er sich als Kellner durchschlägt.

 

Seit seiner Kindheit ist Fady Maalouf begeisterter Sänger, tritt bei Familienfeiern, mit dem Kirchenchor und in Clubs auf, spricht inzwischen unglaubliche fünf Sprachen. Er ist gerade einmal seit zehn Monaten in Deutschland, da tritt er beim fünften Casting in Hamburg an, gibt immerhin eine getragene Version von „Rehab“, eigentlich von Amy Winehouse, sauber zum Besten, wird von Dieter Bohlen unterbrochen, der, offensichtlich schlecht gelaunt, ihm attestiert, lediglich eine Show abzuziehen und erklärt, mit ihm auf jeden Fall kein Lied aufnehmen zu wollen. Es ist einer der wenigen Momente, in denen Anja Lukaseder, die Jurorin zwischen Bohlen und Läsker, eine von Bohlen abweichende Meinung als erste kundtut, während sich Andreas „Bär“ Läsker, der dritte Juror, diplomatisch skeptisch gibt und den Sänger durchwinkt.

 

Eine im Internet durchgeführte Zuschauerbefragung führt Fady Maalouf bei diesem Casting immerhin auf dem zweiten Platz, die Zuschauerreaktion auf diese und die folgenden Shows ist beeindruckend, noch im Februar, vor den ersten Mottoshows, zeigt sich, wie viele Menschen der sehr souveräne Künstler zu mobilisieren vermag. Das inoffizielle DSDS-Fachorgan, die Bild-Zeitung, zündelt gehörig mit, lässt über einen vermeintlichen Betrug Fady Maaloufs debattieren, der ein anderes Geburtsdatum als jenes angegeben hat, das er im Pass stehen hat und nicht nur schwul, sondern auch noch verheiratet sein soll, wozu sich der Künstler jedoch nicht zeitnah äußert.

 

Der ist nämlich zum Singen da, und das macht er besser als die meisten anderen. Im Recall etwa mit der eigentlich ebenfalls starken Linda Teodosiu, die allerdings einen rabenschwarzen Tag erwischt. Beide erreichen die nächste Runde. Dort singt er „Home“ von Michael Bublé, ein fürchterliches Lied, aber gut vorgetragen. Dieter Bohlen ändert seine Meinung. Fady Maalouf singt „Helpless When She Smiles“ von den Backstreet Boys, „She´s Like The Wind“ von Patrick Swayze, „Back For Good“ von Take That, „Your Song” von Elton John … die fünfte Mottoshow bringt Maalouf und Bohlen endgültig zusammen, er singt „We Have A Dream“, das Lied, das Bohlen mit den Teilnehmern der ersten Staffel produziert hat. Gerade ist die Bildzeitungskampagne zur Frage der sexuellen Orientierung des Sängers angelaufen, das Elend kennt mal wieder keine Grenzen.

 

In der sechsten Show werden zwei Lieder geboten: Fady Maalouf singt „Never Gonna Give You Up“ von Rick Astley und „All By Myself“ von Eric Carmen, daraufhin „Und wenn ein Lied“ von Söhne Mannheims und „Breathe Easy“ von Blue, Maalouf ist im Halbfinale von DSDS, seine Eltern werden eingeflogen, er bekommt seinen tränenreichen Familienzusammenführungsauftritt, während die Konkurrenten, also Linda Teodosiu und Thomas Godoj, jeweils auf ihre Art die Massen zu elektrisieren suchen. Teodosiu gibt sich als gefügige Schülerin ihres Vaters, Godoj den einsamen Ritter, der daheim, auf einem Marktplatz im Pott, aus Sorge um die in Ohnmacht fallenden Fans, eine Veranstaltung abbrechen muss. Godoj ist der Mann der Stunde, und Maalouf, der sicherere Sänger, tritt allenfalls als Underdog in den Ring.

 

„Yesterday“ von den Beatles, „You Raise Me Up“ von Westlife und „Feeling Good“ von Michael Bublé sind die Lieder, mit denen er Teodosiu aussticht.

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