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Fall Out Boy - Star Porträt


„Vorsicht, Radioactive Man!“ Fall Out Boy, das wissen wir alle, ist ein guter Name für eine College-Rockformation, unseretwegen auch Punk-, Pop- oder gar Emogruppe aus den USA, die einige kleine Erfolge einfährt, eigentlich völlig unwichtig ist, zu ihrer wahren Berufung allerdings in dem Moment findet, in dem ein Gruppenmitglied (hier: der Bassist Pete Wentz) in die Reality-Soap einer It-Family namens Simpson einbricht und darüber über viele Monate den völlig überflüssigen und langweiligen Boulevard mit völlig überflüssigen und langweiligen, aber begierig aufgesogenen Details aus seinem armseligen Leben füttert.

 

Nun, wir sind der Boulevard, zumindest manchmal, und für uns wächst die Bedeutung einer Band mitunter auch durch die Beziehung eines Musikers zu einer anderen berühmten Persönlichkeit. Schaut her: Pete Wentz gründet mit Ashlee-Simpson/">Ashlee Simpson eine Familie, ihr könnt über den Link erfahren, wer das genau ist. Fall Out Boy, also die Band, hat damit reichlich wenig zu tun, wenn Ashlee-Simpson/">Ashlee Simpson (schaut noch einmal nach) gelegentlich vielleicht auch im Tourbus sitzt oder beim Grillen dabei ist. Fall Out Boy, wir müssen aufpassen, bei der Sache zu bleiben, kommt aus einem Vorort von Chicago, wird 2001 gegründet und nimmt gerne Nachwuchs-Awards entgegen.

 

Die Band hat aber auch alles, was eine Chartpunkgruppe braucht: Pete Wentz, der Bassist, Simpson-Freund und Chef vom Dienst sagt ganz oft „Fuck!“, der Schlagzeuger Andy Hurley ist Veganer, dem Sänger und Gitarristen Patrick Stump ist ganz besonders wichtig, dass es bei seiner Arbeit um Kunst geht, der zuliebe er sich überhaupt die ganze Mühe macht und Joe Trohman – Joe Trohman ist der nette wuschelige Kerl im Hintergrund, kommt ursprünglich aus Hollywood und spielt Gitarre. Immerhin ist Fall Out Boy nicht eine der Gruppen, die gleich zu Beginn alles richtig machen, die Charts erobern und dann nicht weiter wissen – oder einfach weitergeschoben werden. Die Band hat einen Weg hinter sich, den der neugierige Hörer nachgehen kann. Ab 2002 entstehen kleine EPs und Alben, die nicht in irgendwelchen Charts landen, aber ganz gut dokumentiert sind.

 

Im Mai 2002 gibt es zum Beispiel die punktypische Split-EP, die sich Fall Out Boy mit Project Rocket teilt, eine Band, zu der seinerzeit noch Andy Hurley gehört und die sich im Jahr darauf auflöst. Uprising Records, ein kleines US-Label, 1994 gegründet, hat mit Fall Out Boy den ersten dicken Fisch an der Angel, im März 2003 wird das Album „Fall Out Boy´s Evening Out with Your Girlfriend“ veröffentlicht – noch hat die Band einen anderen Schlagzeuger und einen weiteren Gitarristen. Jeder Fernsehintendant in Deutschland hätte nach dieser Platte das Projekt beendet. Nicht weil es schlecht wäre – das Album ist eine schön durchschnittliche Hobbypunk-Emo-Produktion, eigentlich perfekt für irgendwelche Indie-Charts, wo sie aber nicht auftaucht.

 

Mit „Take This To Your Grave“, dem schnell hinterher geschobenen zweiten Album (Mai 2003, die Band ist zum Label Fueled by Ramen gewechselt) folgt der erste Achtungserfolg. Die Single „Grand Theft Autumn“ wird ungewöhnlich häufig heruntergeladen, die Band geht in Klausur und veröffentlicht nach einer kleinen EP (mit einem Joy Division-Cover (natürlich „Love Will Tear Us Apart“) und einer Akustik-Version ihres Hits) im Mai 2005 „From Under The Cork Tree“, in den USA ein Album für die Top 10. Zwei Top-10-Singles kurz hintereinander („Sugar, We Are Goin Down“ im Juni 2005 und „Dance, Dance“ im April 2006) sind Kennzeichen dafür, dass sich Fall Out Boy auf einem guten Weg befindet, wofür auch einige Eskapaden des Bassisten sorgen (War es ein Suizidversuch? Ist er das wirklich? Ist er nackt?). Island Records übernimmt. Im März 2007 wird „Infinity On High“ auf den Markt gebracht, „This Ain´t A Scene, It´s An Arms Race“ wird zum größten Hit der Bandgeschichte, fünf Singles werden erfolgreich veröffentlicht, das Album steht auf dem ersten Platz der US-Charts … wenn die Ashlee-Simpson/">Ashlee Simpson auch in Deutschland irgendwann bekannt ist, profitiert sicherlich auch Fall Out Boy davon.

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