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Ina Müller - Star Porträt


Kabarettistin, Sängerin, Autorin, Moderatorin, Kupplerin – Ina Müller hat sich zur Allzweckwaffe des NDR gemausert, ist eine Vertreterin der norddeutschen, Plattdeutsch sprechenden Fernsehzunft, ein Klassiker in recht neumodischem Gewand. Sie wächst auf einem Bauernhof in Köhlen auf, im Landkreis Cuxhaven, wird Pharmazeutisch-technische Assistentin und arbeitet auf Sylt. 1994 gründet sie mit Edda Schnittgard Queen Bee, ein Kabarett-Duo. Die beiden treten bis 2005 gemeinsam auf, veröffentlichen zahlreiche CDs, „Die eine singt, die andere auch“, „Wenn Du aufhörst, fang´ ich an“, „Freundinnen“, „Volle Kanne Kerzenschein“ und wirken an dem Film „Schöne Frauen“ (2004) von Sathyan Ramesh mit.

 

Bereits 2002 veröffentlicht Ina Müller ihr Buch „Platt is nich uncool“, sie ist vielleicht die prominenteste Sprecherin des Plattdeutschen, der norddeutschen Tiefebene, eine mutige Verteidigerin einer Artikulationsweise, die in weiten Teilen Deutschlands – selbst in Norddeutschland – nicht selten als skurril bis absurd abgetan wird. Es folgt (selbstverständlich) eine Hör-CD zum Buch.

 

Erstaunlich ist, wie groß das Forum ist, das sich Ina Müller in den letzten Jahren bietet. In den wichtigen Medien hat sie Interviews gegeben, Meinungen hinterlegt, Eindruck geschunden – geht man auf die Suche nach Beiträgen über sie, überrascht die große Streuung, die in dieser Form nur den ganz besonders wichtigen Stars möglich ist. Dem Spiegel gilt sie als „TV-Anarchistin“, Die Welt, Bild und der Stern bedienen sich keinen ähnlich griffigen Formel, geben sich allesamt überaus begeistert. Ina Müller wird über verschiedene Fernseh- und TV-Formate zum Plattdeutsch schnackenden Star.

 

Im NDR-Hörfunk ist sie an der Sendung „Hör mal ´n beten to“ beteiligt, sehr populär wird die Sendung „Land und Liebe“, in der sie Lebenspartner für norddeutsche Singles sucht. Bereits 2004 hat sie mit „Mien Tung is keen Flokati“ ein weiteres Buch auf dem Markt, ein albernes Büchlein, hoch gelobt. Mit „Inas Norden“ stellt sie im NDR, der Name lässt es erahnen, norddeutsche Besonderheiten, Reiseziele, Menschen vor, „Inas Nacht“ ist die Late-Night-Show Müllers, die man in einer kleinen Hamburger Hafenkneipe aufnimmt – „Schöönheit vergeiht, Hektar besteiht“ ist ein weiteres Buch, das ab 2005 zu lesen und ab 2006 zu hören ist.

 

Musikalisch, und darauf kommt es uns eigentlich an, tritt sie bereits als Queen Bee in Erscheinung, 2004 veröffentlicht Ina Müller „Das große Du“, ein hochdeutschsprachiges Schlageralbum. Ab 2006, nach der Trennung von Queen Bee und zu Beginn ihres großen NDR-Fernsehkarrieren-Durchbruchs, ist sie mit dem Programm „Ina Müller liest und singt op Platt“ unterwegs, das erwachsen-alberne „Weiblich . Ledig . 40“ erscheint mit Superhits wie „Lieber Orangenhaut (als gar kein Profil)“, „Bye bye Arschgeweih“, „Dumm kickt gut“ u.ä. Man muss alt genug dafür sein – oder für die unkomische Seite norddeutschen Humors empfänglich.

 

Im März 2008 gibt es „Liebe macht taub“. Das ist jetzt ungefähr „Drei Männer her“. Aber singen kann sie, die Arrangements sind abwechslungsreich und erinnern gelegentlich an Hits der 80er.

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