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Jack Johnson - Star Porträt


Es ist eine Bilderbuchgeschichte, die Jack Johnson hinter sich hat. Er ist der ideale Popstar für alle, denen es auf mehr als nur die Musik ankommt. Die Kurzfassung: Jack Johnson kommt auf Hawaii zur Welt, in Oahu, genießt den Pazifik, surft und ist als Teenager auf dem Sprung, zum Profisurfer zu werden (eigentlich ist er es bereits). Er will jedoch nicht. Die Befürchtung, die Liebe zum Surfen und Meer zu verlieren, veranlasst ihn, ein Studium in Angriff zu nehmen. Er dreht berühmte Surffilme, lernt, gerade Anfang 20, seine Traumfrau kennen, heiratet … ach ja: viele Jahre bereits hat er eine Gitarre dabei, als Singer-/Songwriter glänzt er, hat zwar ein Demo, ist jedoch auch diesbezüglich nicht weiter ambitioniert.

 

Jack Johnson ist glücklich, er liebt die Natur, und weil ihm das alles nicht selbstverständlich ist, engagiert er sich im Kampf um den Erhalt unseres Planeten. Das Demo macht die Runde, irgendwann begegnet Jack Johnson angeblich mal einer, der ihm zu seinem Album gratuliert, Labels klopfen an – Jack Johnson wählt natürlich ein gutes – und Anfang 2001 wird „Brushfire Fairytales“ in den USA veröffentlicht.

 

Das Ding wird nicht weiter beworben, im Video zu „Flake“ (2002) ist der zu diesem Zeitpunkt bereits recht bekannte Ben Harper zu sehen, das könnte man evtl. als Bewerbung werten. Wäre jedoch albern, denn das bisschen kann für das, was folgt, nicht verantwortlich sein. Jack Johnson erfreut die Surfer auf Hawaii, die in den USA, schließlich die anderen auf der restlichen Erde. Als er nach dem dritten Album nach Deutschland kommt, müssen direkt größere Hallen gebucht werden, etwas, was weder Verkaufszahlen noch die Bewerbung hätte vorausahnen lassen können.

 

Jack Johnson ist der Mann mit der Akustikgitarre, der irgendwann mal Cat Stevens geübt hat, um am Lagerfeuer Stimmung zu machen und dann festgestellt hat, dass er ein ganz passabler Liedermacher ist. Seine Lieder sind nur behutsam instrumentiert, sanft, manchmal ein Tick beschwingt, trägt die Stimme Jack Johnsons durch alle erdenklichen Lebenslagen. Es ist wirklich seine Musik, die die Mädels verzückt, es ist seine Musik, die für viele Naturburschen und Surfer zum Soundtrack des Lebens zählt, es ist seine Musik, mit der sich die Ansage eines Lehrers besser ertragen lässt … Man möchte ihm glauben, dass es ihm nichts ausmachen würde, fiele die Musik von einem Tag auf den anderen weg. Es gibt wirklich Schlimmere als Jack Johnson.

 

Er ist vielen eine tolle Entdeckung gewesen, einige darunter allerdings verlieren ihre Begeisterung, nachdem die Geschichte sich mit jedem Album zu wiederholen beginnt. Der Erfolg steigt, der Musiker Jack Johnson ist vollkommen unflexibel. Mit einem ungeheuerlichen Gleichmut schreibt er die gleichen Lieder einfach ein zweites, drittes und viertes Mal.

 

Ein paar Kilos mehr, und er wird zu einem modernen Buddha, ein sympathisches Kerlchen, die sympathischen Anhänger hat er schon, die etwas wütend auf vorsichtige Kritik am Meister reagieren und nicht selten mit der Unterstellung, man sei ja nur neidisch auf das Leben Jack Johnsons. Das ist eh eine Kuriosität, ergibt sich allerdings aus der Erfolgsgeschichte: der Konsum seiner Musik wird nicht selten ebenfalls mit dem Leben des Musikers begründet. Die permanente Wiederholung sorgt natürlich dafür, dass sich derselbe Jack Johnson immer wieder auf dieselbe Art entdecken lässt. Inzwischen macht auch großformatige Werbung auf ihn aufmerksam.

 

Jack Johnson – On And On

 

Jack Johnson, der hawaiianische Surfer, Lieder- und Filmemacher, Jahrgang 1975, hat seine erste wichtige Veröffentlichung 1999. G Love & Special Sauce schnappen sich „Rodeo Clowns“ und veröffentlichen das Lied auf dem Album „Philadelphonic“. „Brushfire Fairytales“ entsteht im Laufe des Jahres 2000. J.P. Plunier, ein Produzent, der bereits mit Ben Harper zusammen gearbeitet hat, sowie Universal Records, ein kleines Label aus New York (erlaubt mir den Scherz), stehen Jack Johnson zur Seite.

 

Die Rhythmusabteilung auf der Bühne und im Studio ist von Anbeginn durch Adam Topol besetzt, der inzwischen selbst einige Soloproduktionen zu verzeichnen hat, mit denen er sich durch karibische Rhythmuswelten forscht. Ebenfalls von Anfang an dabei ist Merlo Podlewski, ein Bassist aus New York.

 

Es ist nicht fair, Jack Johnson musikalische Stagnation zu unterstellen, soweit kann man nicht gehen. Behutsam wird die Instrumentierung aufgestockt, ein wichtiger Verantwortlicher dafür ist Zach Gill, ein Multiinstrumentalist, der seit 2005 Teil der Formation ist. Wer Jack Johnson kennen lernen möchte, sollte wirklich mit „Brushfire Fairytales“ beginnen, kann natürlich auch mit dem zweiten Album anfangen, die Hauptsache ist, dass es eines der ersten zwei Alben ist; alle sollen darüber mitdiskutieren können, ob die restliche Musik überhaupt noch notwendig ist. Der steigende Erfolg Jack Johnsons ist ein gewichtiges Argument dafür, der Musiker ist seiner ursprünglichen Hörerschaft längst entwachsen.

 

„On An On“, das zweite Album, erscheint im Mai 2003. In Deutschland, wo es mehr als ein Jahr später erscheint, ist es Jack Johnsons Einstieg in die Charts, wenn auch nur kurz und auf Platz 88.

 

Jack Johnson – In Between Dreams

 

„In Between Dreams“, das Album, das recht einheitlich im März 2005 erscheint, ist schließlich der internationale Durchbruch. Jack Johnson arbeitet für einen Track mit der Handsome Boy Modeling School zusammen und kollaboriert mit den Black Eyed Peas, Ben Stiller spielt bereits 2004 in einem seiner Videos, Mario Caldato ist der Produzent von „In Between Dreams“.

 

Jack Johnson ist nicht nur ein toller Musiker, er hat auch noch die richtigen Freunde. Neben Ben Harper und G Love sind vor allen Dingen Donovan Frankenreiter und Matt Costa zu nennen, zwei Singer-/Songwriter, die im Windschatten Jack Johnsons berühmt werden, und (zumindest zeitweise) bei Jack Johnsons Privatlabel Brushfire Records unter Vertrag stehen – eine Zugabe für all jene, die von beschwingter, schöner Gitarrenmusik nicht genug bekommen können.

 

Jack Johnson erarbeitet den Soundtrack zu „Curious George“, der Anfang 2006 auf den Markt kommt, dann ist es eine Weile still um den Sänger und jungen Vater. Anfang 2008 veröffentlicht er „Sleep Through The Static“ und der Erfolg zeigt, dass er vermisst wurde. In den deutsch- und englischsprachigen Räumen springen vorwiegend absolute Topplatzierungen heraus, mit Solarenergie aufgenommen, gibt es – wie bei allen Veröffentlichungen Jack Johnsons – One Percent For The Planet.

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