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Linkin Park - Star Porträt


Linkin Park ist eine Rockband aus Kalifornien, die sich Ende der 90er Jahre findet, von ihrem ersten Album bereits mehr als 15 Millionen Exemplare verkauft und über die jene, die glauben, immer schon richtigen Rock gehört zu haben und Linkin Park nicht mögen und die anderen, die eigentlich Rockmusik nicht so hören aber Linkin Park echt stark finden, in wilden Diskussionen zueinanderfinden können. Aber bitte nicht bei Elixic.

 

Die Band

 

Eines der bekanntesten Mitglieder der Gruppe, Chester Bennington, ist nicht einmal Gründungsmitglied. Er ist der Frontmann mit der schlimmen Vergangenheit, den jede richtige Rockgruppe braucht. Allerdings trägt der 1976 in Phoenix geborene Bennington etwas dick auf. Er ist eigentlich tendenziell traditionell eher allein, von verschiedenen Modedrogen abhängig, fast blind, Opfer sexueller Gewalt, Scheidungskind, selbst geschieden und trotzdem recht gut drauf. Und damit ist er, egal wie er aussieht, besonders qualifiziert für das Titelblatt der Bravo.

 

Gründungsmitglied ist Mike Shinoda aus Kalifornien. Weil er so ein guter Designer ist, und weil er Wurzeln in Zentralasien hat, wird ihm eine Blutsverwandtschaft mit Tschaikowski angedichtet. Lustig, oder? Eigentlich ist Shinoda für das zuständig, was anfällt – mal klimpert er am Keyboard, meist hängt er sich die zweite Gitarre um – und dann ist er noch das, was die Gruppe letztendlich zur Crossover-Formation qualifizert: Rapper.

 

Der Bassist David Farrell ist der einzige richtige Rocker. Zwar immer im Umfeld der Band tätig, fehlt sein Bass auf dem Debütalbum, weil er sich in dieser Zeit um sein Studium kümmert. Was für ein Vorbild für junge Rockmusiker! Außerdem ist er ein Multiinstrumentalist – er spielt mehrere Saiteninstrumente, seine ausbildungsbedingte Abwesenheit zwischen 1998 und 2001 ist die einzige Zeit, in der es Besetzungswechsel in der Gruppe gibt. Für eine EP wird er durch Kyle Christener ersetzt, der wiederum muss einem Scott Koziol weichen, der genau ein Lied für das Debütalbum einspielen darf, bevor er durch Ian Hornbeck ersetzt wird, wobei der auch nur so lange bleibt, bis sich Brad Delson dazu entschließt, einen Großteil des Materials selbst zu spielen.

 

Bradford Phillip Delson ist eigentlich der Gitarrist der Gruppe, und ebenso wie der Schlagzeuger Robert Gregory Bourdon und der DJ Joseph Hahn von Anbeginn der Bandgeschichte dabei. Chester Bennington, der Sänger, ersetzt 1999 Mark Wakenfield, der den Job seit 1996 inne hat.

 

Xero

 

Da heißt die Band allerdings noch Xero. In den frühen 90er Jahren, eigentlich bereits in den 80ern gibt es immer wieder Crossover-Formationen, die auf unglaublich elektrisierende Weise die Massen zum Durchdrehen bewegen. Zum Teil sind es Künstler, die verschiedene Genres zusammenschmeißen, zum Teil sind es legendäre Kooperationen zwischen sehr unterschiedlichen Musikern. Eine solche ist die kurzzeitige Zusammenarbeit von Public Enemy mit Anthrax, Hip-Hop und Metal, und von einem der Konzerte kommen 1991 die 13jährigen Shinoda und Delson heim – voilà, die Initialzündung.

 

Mit Bourdon, Hahn und Farrell komplettiert sich über die Jahre die Band Xero, allein ein Sänger muss gesucht werden, nachdem der etatmäßige noch während der ersten Demoaufnahmen 1996 die Gruppe verlässt, weil er nicht zu leisten im Stande ist, was von ihm verlangt wird. Es läuft nicht richtig gut, die Band erhält keinen Kontrakt, Farrell ist eigentlich auch bereits auf dem Absprung, seine spätere Rückkehr ist dem zwischenzeitlichen Erfolg und der Gnade der Bandmitglieder zu verdanken. Über einen Produzenten von Zomba Music, einer Bertelsmanntochter, wird den Jungs der in Arizona lebende Bennington anempfohlen, der dort in einer kleinen Grungecombo singt. Der qualifiziert sich, indem er sein Material den Xerobrüdern am Telefon vorspielt, packt seine Klamotten und zieht nach Kalifornien.

 

Die Band gibt sich mit Hybrid Theory noch einen Namen, bevor sie sich in Linkin Park umtauft. Erst 1999 erhält die Gruppe ihren ersten Vertrag bei Warner Bros. durch eben den Produzenten, der ihr den Sänger vermittelt hat und nun eben bei Warner Bros. Records beschäftigt ist.

 

Linkin Park - Hybrid Theory

 

Linkin Park geht 1999 mit der „Hybrid Theory EP“ auf Labelfang. Dieses Basismaterial des Erfolges gilt heute als sehr wertvolles Sammlerstück, auch weil eine ebenfalls limitierte Version 2001 über den ersten Fanclub der Band vertrieben wird. „Hybrid Theory“ erscheint in den USA im Oktober 2000. Der Release fällt in einen bereits bestehenden Hype um NuMetal, einem Genre, das sicherlich für die Musiker immer ein bisschen schwierig ist, da es gerade jene betrifft, die sich in ihrer Arbeit bemühen, recht frei von irgendwelchen Genres sich in recht unterschiedlichen Branchen zu bedienen. Da gibt es Metal, aber auch Hardcore-Elemente, bei Linkin Park kommen noch Rappassagen hinzu. Auch die Musiker von Linkin Park lehnen den Begriff NuMetal ab.

 

Bereits die Single „One Step Closer“, die einige Wochen vor der Veröffentlichung des Albums bereits in vielen Radiostationen gespielt wird, ist ein großer Erfolg. Als Vorband der Deftones erweitert Linkin Park den eigenen Hörerkreis ungemein, „Hybrid Theory“ wird allein in Deutschland über 500000 Mal verkauft, den ersten Grammy gibt es 2001 für „Crawling“. 2002 erscheint mit „Reanimation“ ein Remix-Album.

 

Linkin Park - Meteora

 

Mit „Meteora“ wird im März 2003 das zweite reguläre Album veröffentlicht. Wie auch das Debütalbum wird Meteora von Don Gilmore produziert. „Meteora“ ist, nimmt man den Charterfolg als Maßstab, das bisher beste Album von Linkin Park. In mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, erreicht es die Spitzenposition. Sechs Singles werden veröffentlicht, „Lying From You“ ausschließlich in den USA. „Numb“ ist das sicherlich bekannteste Lied der Gruppe. Konsequent behalten die Musiker ihre Linie bei, sicher, den Freundeskreis erweitern zu können. Es sind eingängige Melodien, klare Linien und so gut wie alles unterfüttert von Metalelementen. Zwischendrin gibt es ein paar athmosphärische Klänge und trotz des Stilmixes wird die ganze Veranstaltung klar, nüchtern und übersichtlich. Wer mit dem Begriff NuMetal nicht glücklich ist, sollte bei Popmusik bleiben.

 

Im November 2004 erschaffen sie dann einen Hybriden, den ihnen so schnell keiner nachmacht. Gemeinsam mit Jay-Z wird „Coalition Course“ herausgebracht, und „Coalition Course“ entsteht im Rahmen des MTV-Formates „Mash Up“. Da wird durcheinandergeworfen, was nicht zusammengehört, und zwar von jenen, die sich dem Zusammenwerfen verschrieben haben – und doch die klaren Strukturen so lieben. Es passt irgendwie, ist letztendlich allerdings kein großer Gewinn.

 

2005 veröffentlich Mike Shinoda als Fort Minor ein Album namens „The Rising Tied“, ein Hip-Hop-Album, hat sogar ein paar Hits.

 

Linkin Park - Minutes To Midnight

 

Das dritte Studioalbum „Minutes To Midnight“ erscheint im Mai 2007. Diesmal ist der unglaublich beliebte Rick Rubin gemeinsam mit Shinoda für die Produktion verantwortlich. Die Rollenverteilung zwischen dem Rapper Shinoda und dem Sänger/Shouter Bennington wird wesentlich weniger streng ausgelegt, was die Variabilität der Band ungemein erhöht, wodurch ihr allerdings einzwei unerträgliche Balladen durchgehen.



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