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Miles Davis - Star PorträtMiles Dewey Davis III ist eine bedeutende Persönlichkeit der Musikgeschichte – nicht so, wie man das über ziemlich viele Stars sagt, deren Bedeutsamkeit hier nicht geschmälert werden soll. Etlichen Jazzstilen hat er eine neue Richtung gegeben, mehrfach wird ihm auch die Erfindung eigener Genres nachgesagt. Miles Davis gehört zu den Musikern, die auf ihren eigenwilligen Wegen ihre Verehrer zum Teil bitter enttäuschen, die heute angehimmelt werden, trotz ihrer längst anerkannten Leistungen zu Lebzeiten, und selbst als lebende Legenden, die Zuschauer erkämpfen müssen …
Miles Davis stirbt 1991. Es gibt die Geschichte von dem Sozialarbeiter Josef Honcia in Gütersloh, der tagsüber das städtischen Jugendzentrum leitet und abends dem Jazz frönt – und zwar nicht so wie andere Jazzfreunde, er hat natürlich eine beeindruckende Musikanlage, auch eine beeindruckende Plattensammlung, schafft es allerdings darüber hinaus, seine großen Idole nach Gütersloh zu lotsen, im Jugendclub oder auch der Stadthalle auftreten zu lassen. Der Club sollte eigentlich zur Pilgerstätte werden, wäre das ganze Gequatsche über die Bedeutung des Musikers ernst zu nehmen. Stattdessen wird er weggerissen – was nicht so wichtig ist. Wichtiger ist die Geschichte von dem jungen Besucher des Jugendzentrums, Murat, der beim ersten Auftritt von Miles Davis in Gütersloh seinen 19. Geburtstag feiert und von Honcia eine Eintrittskarte geschenkt bekommt. Der Geburtstag wird wie geplant vor der Tankstelle verbracht, Miles Davis ist dem Geburtstagskind völlig unbekannt, Murat hängt ein bisschen ab, fährt durch die Gegend und verflucht sich noch heute dafür, mehr als 20 Jahre später, wenn er auf das Miles Davis-Poster in seinem Wohnzimmer blickt.
1926 in Alton, einem Kaff im Südwesten von Illinois zur Welt gekommen, wächst der große Bandleader, Trompeter, Hornist, Keyboarder, Improvisator und Komponist Miles Davis in gehobenen Verhältnissen auf, mit neun Jahre bekommt er seine erste Trompete. Als er nach dem High School-Abschluss nach New York geht, um Dizzy Gillespie und Charlie Parker kennenzulernen, hat er bereits die Erfahrungen etlicher Bandmitgliedschaften hinter sich. Die Ausbildung an einer Musikhochschule muss er abbrechen, da er nicht erträgt, wie sich Weiße den Blues erklären. Miles Davis zieht nach zwei Jahren mit Parker und Gillespie nach Los Angeles, um dem Westen den Bebop zu bringen. Anschließend baut er gemeinsam mit Gil Evans seine erste eigene Band auf, mit der er die Grundlagen für den Cool Jazz legt.
Miles Davis verliebt sich in Paris in Juliette Gréco, arbeitet in einer von Drogen und Genies dominierten Athmosphäre, gehört da in jeder Hinsicht rein, obschon ein Star erhält er zwischenzeitlich keine Jobs, lässt sich von seinem Vater, einem Arzt, trocken legen … 1954 spielt er „Walkin´“ ein, ein 13minütiges Brett; seine Soli, die Länge dieses Stückes sprengen den seinerzeit üblichen Rahmen. Nach einem Auftritt beim Newport Jazz Festival wird Miles Davis 1955 von Columbia Records unter Vertrag genommen und gründet sein erstes Quintett. Die Besetzung besteht aus dem Saxophonisten John Coltrane, dem Pianisten Red Garland, dem Bassisten Paul Chambers und dem Schlagzeuger Philly Joe Jones. Da er vertragliche Verpflichtungen hat, nimmt Miles Davis mit diesen Männern am 11. Mai und am 26. Oktober 1956 die vier Alben „Cookin´“, „Relaxin´“, „Workin´“ und „Steamin´“ auf.
1957 spielt er „Miles Ahead“ ein, muss aufgrund verschiedener Drogengeschichten seine Band regelmäßig umbesetzen, die bereits eine ganze Weile ein Sextett ist, holt Sonny Rollins, später Cannonball Adderley und erschafft in Frankreich den Soundtrack zu „Fahrstuhl zum Schaffott“ … Miles Davis entwickelt den modalen Jazz weiter, spielt „Kind Of Blue“ ein, 1963 gehört Herbie Hancock zu seiner Band, die „Seven Steps To Heaven“ einspielt. 1965 gründet Miles Davis ein neues Quintett mit dem Pianisten Hancock, dem Saxophonisten Wayne Shorter, dem Bassisten Ron Carter und dem Schlagzeuger Tony Williams. Beginnend mit dem Album „E.S.P.“ setzt das zweite Miles Davis Quintett bis Ende der 60er Jahre neue Maßstäbe in der Improvisation. Auch aufgrund des zunehmend anspruchsvollen Hörvergnügens brechen die Verkaufszahlen ein. 1969 beginnt Miles Davis, Keyboards einzusetzen. Seine elektronische Periode beginnt mit „In A Silent Way“, Joe Zawinul stößt bei erneuten Umbesetzungen zur Band. Die Mischung aus Improvisationen und Rockrhythmen wird als Fusion bezeichnet, afrikanische und indische Instrumente werden in die Arbeiten eingebunden, persönliche Dramen und immer wieder schwere Erkrankungen, die die gesamte Karriere des Musikers durchziehen, sorgen für massive Einschnitte in den Schaffensdrang.
Richtig sauer werden viele Fans in den 80er Jahren, die Veröffentlichungen werden ihnen zu konventionell und damit banal. Miles Davis wird das vorgeworfen, was etlichen anderen Musikern und Fußballvereinen immer und immer wieder unterstellt wird (Kommerzialisierung, Ausverkauf etc.). Mitte der 80er Jahre wechselt er zu Warner Bros., „Tutu“ mit dem legendären Cover ist die erste Veröffentlichung für das Label, Marcus Miller dient als Produzent. 1991 tritt Miles Davis gemeinsam mit Quincy Jones in Montreux auf und stirbt im September in Santa Monica an einer Lungenentzündung. Miles Davis TOP NEWSMiles Davis - The Complete Miles Davis Columbia Album CollectionMiles Davis - Kind Of Blue wird 50Miles Davis - Kind Of Blue>> Alle News zu Miles Davis Miles Davis Fotogalerie![]() CD Reviews von Miles Davis findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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