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Nas - Star Porträt


Nas (eigentlich Nasir bin Olu Dara Jones) ist ein US-Rap-Topstar, ein ganz besonders dicker Fisch im Hip-Hop-Teich, durchaus erfolgreich in Deutschland, aber noch viel, viel erfolgreicher daheim an der Ostküste. Nas kommt aus Queens, New York, genauer Queensbridge, einem sehr großen Sozialbauviertel, aus dem eine ganze Reihe berühmter Rapper kommt – einige meinen sogar, dass Hip-Hop ursprünglich aus Queensbridge, nicht aus der Bronx, stammt. Egal.

 

Nas hat eine lange Karriere hinter sich, er stammt noch aus einer Zeit, in der kommerzieller Erfolg von Rappern nicht unbedingt und überall positiv gelesen wird – und zwar auch in den USA. Ferner gehört er zu den Jungs, für die Hip-Hop noch eine durchaus politische Sache … vielleicht wird ihm der kommerzielle Erfolg auch dadurch zum Strick. Jedenfalls ist Nas ein talentierter Junge, Jahrgang 1974, der Vater ist Musiker, die Mutter verdient das Geld. Erst nachdem er die Familie verlässt, wird Vater Olu Dara als Jazztrompeter einigermaßen berühmt. Der Junge Nas geht einen geradezu klassischen Rapperweg: er vertickt Drogen, wird dann zum bekorenen Poeten. Zunächst nennt er sich Kid Wave, sein Kumpel Willie Graham wird zum DJ Ill Will, aus Kid Wave wird Nasty Nas – und ein Typ namens Large Professor holt die beiden zu einer Gruppe namens Main Source und wird der Produzent von Nas. Im Frühling 1992 wird Ill Will in Queensbridge auf der Straße erschossen. Ist das ein klassischer Weg?

 

Nas – Illmatic

 

Nas kommt bei Columbia Records unter, lernt MC Serch von 3rd Bass kennen, die Geschichte von 3rd Bass endet gerade und MC Serch wird der Manager von Illmatic, während er an einer eigenen Solokarriere arbeitet. An dem Debütalbum von Nas wirken Leute wie DJ Premier und Q-Tip mit, Pete Rock, Large Professor, L.E.S., für Leshan David Lewis ist dies der Start einer großen Produzentenkarriere, AZ und auch Olu Dara, der Vater von Nas, steht seinem Sohn musikalisch zur Seite. „Illmatic“ heißt das Album, das im April 1994 veröffentlicht wird und Begeisterungsstürme auslöst. Nas arbeitet sich kurz, kreativ und sprachlich sehr gewandt an seiner Geschichte und seiner Umgebung ab, das Ding kann man auch heute noch gut hören – und es verkauft sich bis heute.

 

Nas ist noch schneller etabliert, als sich das Album gut verkauft. Nas ist der erste Rapper, der auf einem Wu-Tang- Clan-Tonträger zu hören ist, ohne Mitglied zu sein, er wird zu einer Vielzahl von Kollaborationen geladen und eine ganze Weile für alles, was er anfasst, ordentlich gefeiert. Nas wird zu Nas Escobar, der Drogenkönig, er arbeitet mit The Fugees, R. Kelly und bildet mit Foxy Brown, AZ und einigen anderen The Firm, eine Gruppe, die von Dr. Dre bzw. seinem frisch gegründeten Unternehmen Aftermath Entertainment vertreten wird. Im Sommer 1996 wird das Soloalbum „It Was Written“ von Nas veröffentlicht, im Jahr darauf folgt „The Album“ von The Firm, das – abgesehen von neuen Feinden – nichts einbringt.

 

Nas – I Am …

 

Nas wird Schauspieler, ist ab 1998 immer wieder in Kinofilmen zu sehen und veröffentlicht im Frühling 1999 sein drittes Album „I Am …“ bei Columbia Records. Zum zweiten Mal erreicht er den ersten Platz der Billboard-Charts, für den Geschmack vieler Kritiker biedert er sich diesmal zu sehr an. Nas hat Werbeverträge, wird selbst zur Modeikone, die Produzentenliste ist länger als die Tracklist, ausgesuchte featured Artists dienen als Kaufanreiz, locken neue potentielle Fans, Nas führt ein eigenes Label … das Übliche eben. Noch im selben Jahr wird ein viertes Album veröffentlicht, „Nastradamus“ wird in Deutschland mit einem Bonustrack verkauft, auf dem Afrob zu hören ist, Timbaland ist an der Produktion beteiligt …

 

Nas macht das, was sich für einen Mann seines Standes gehört, er sucht sich Gegner und pflegt Feindschaften (etwa jene mit Jay-Z), schafft es mit „Nastradamus“ und auch in den folgenden Jahren erst einmal nicht mehr an die Spitze der so wichtigen Billboard-Charts – büßt also ein wenig an kommerzieller Relevanz ein und wird in der Regel nicht genannt, wenn es um alberne Fragen wie nach dem besten Rapper der Welt geht. Dafür gilt „Ether“, einer seiner Angriffe auf Jay-Z, als besonders bekannter Diss-Track. Der findet sich auf „Stillmatic“, dem Album von 2001. Nas lässt im Jahr darauf „God´s Son“ folgen, er meint natürlich sich, kollaboriert in der Folge mit der Band Korn, später mit Kanye West und Damian Marley, im Winter 2004 gibt es das Doppelalbum „Street´s Disciple“.

 

Nas – Hip Hop Is Dead

 

Während Nas mit Jay-Z öffentlich den Ärger beilegt, hat er mit 50 Cent einen neuen Supergegner, im Dezember 2006 veröffentlicht er auf Def Jam Records „Hip Hop Is Dead“, irgendwer musste mit der These zu Markte kriechen, Nas schafft es damit wieder an die Spitze der Billboard-Charts. Ursprünglich plant er, sein nächstes Album im Sommer 2008 „Nigger“ zu nennen. Da allerdings in diesem Fall Konzessionsstrafen mehrere Vertragspartners drohen, es Proteste aus der Bürgerrechtsbewegung gibt, zieht man den Titel zurück und verzichtet auf einen Ersatz. „Untitled“ hat einen vernarbten Rücken als Titel, die Narben bilden ein N, die Symbolik erübrigt jede Erklärung. Das Album, mit dem Track „Black President“ versehen, wird ein voller Erfolg.

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