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No Doubt - Star PorträtWir schreiben das noch junge Jahr 1997. Helmut Kohl läutet seine letzte Runde ein, Henry Maske geht mit einer Niederlage vorerst in Rente. Einige Monate, bevor Diana in einem Pariser Tunnel ihr unglaublich überdimensional betrauertes Ende findet, wird der Soundtrack dieser Zeit von Balladen dominiert, wie es sie massiver und schmalziger zuvor noch nicht gegeben hat. Im Rückblick kann man glauben, dass es vielleicht doch eine konkrete Panik vor dem nahenden Milleniumsende gibt. Es stehen merkwürdige Dinge auf der Agenda jener Zeit – bzw. gewohnte Sachen, nur anders: das Klonschaf Dolly beispielsweise kommt im Februar als niedliches Lamm zur Welt und verbreitet Schockwellen der Angst. Madonna trällert als Verbrecherbraut „Don´t cry for me Argentina“. Unvergessen ist auch die Massivität, mit der den Radiohörern Toni Braxtons „Un-Break my Heart“ um die Ohren gehauen wird. Oder En Vogues „Don´t Let Go“. Immer wieder: Whitney Houstons penetrantes „Step by Step“, (lustigerweise kurz vor ihrem Abstieg lanciert…) Im Laufe des Jahres wird Elton John mit „Candle in the Wind“ den Vogel abschießen. Die Charts in Deutschland werden von Balladen dominiert, Balladen, Balladen und noch mal Balladen. Zwei klassisch ausgebildete Stimmen dominieren alles: wer kann „Time to say goodbye“ von Sarah Brightman und Andrea Bocelli vergessen? Wie geht das? Hilfe!
Eigentlich passt „Don´t Speak“ von No Doubt ganz wundervoll in diese Zeit. Noch so ein Ding, und doch wird behauptet, es handele sich um eine Ska-Band. Der Ignorant ist sicher, dass es sich um eine Eintagsfliege handelt, und immer wieder wird behauptet, dass es sich um eine RICHTIGE BAND aus Kalifornien handelt. Sie sieht aber nicht so aus! Vielmehr muss man den Eindruck bekommen, dass No Doubt der hastige Versuch ist, in einer Zeit, in der Herzschmerz einfach verpflichtend ist, auch jene Hörer ins Boot zu holen, die mehr so auf Alternative stehen. Optisch bietet No Doubt nämlich einen sympatischen Stilmix, der Referenzen der frühen 90er nicht einfach angeekelt verneint, ein bisschen rockig darf es sein – und dass diese komische Sängerin Gwen Stefani in wenigen Jahren zu einer der wichtigen Sängerinnen und Stilikone wird, nun ja, viele haben geglaubt, eine nette Eintagsfliege zu hören…
No Doubt - Früh- und Vorgeschichte
Die Band wird 1986 von John Spence im kalifornischen Anaheim als Ska-Band gegründet. An seiner Seite: das Geschwisterpaar Eric und Gwen Stefani. Eric spielt Keyboard, Gwen darf manchmal am Mikrophon mitmachen. Die Gruppe setzt sich in den folgenden Jahren schrittweise zusammen, der Bassist Tony Kanal, der Gitarrist Tom Dumont und der Schlagzeuger Adrian Young folgen. Der Bandgründer nimmt sich bereits 1987 das Leben, lernt dadurch viele der späteren Mitglieder nicht mehr kennen – und ist auch auf dem ersten Album nicht zu hören.
1990 erhält die Gruppe einen Vertrag bei Interscope Records, zwei Jahre später erscheint „No Doubt“, das Debüt. Im Nachhinein ein nettes Popscheibchen, in seiner Zeit allerdings völlig chancenlos. So zumindest schätzen die Verantwortlichen die Lage ein und halten die Band eine Weile hin. Eric Stefani nutzt 1994 die Möglichkeit, als Zeichner für Die Simpsons zu arbeiten – und verlässt den Kahn, der angeschlagen ist, aber nicht sinkt. Nicht einmal die lange währende, geheim gehaltene und schließlich gescheiterte Beziehung zwischen Gwen Stefani und Tony Kanal lässt das Bandgefüge vollends platzen.
Eine finanzielle Unterversorgung durch das Label und die gefühlte Verantwortung für die eigenen Fans veranlassen die Gruppe, einige Aufnahmen der vorangegangenen Jahre zu einer selbst produzierten CD zu schustern. Der Ort einiger Aufnahmen, das Zuhause der Stefani-Geschwister gibt der Sache einen Namen: Beacon Street Collection. Das eigens dafür entworfene Label nennt sich ND Beacon Street. Später übernimmt Interscope die Wiederveröffentlichung des Albums, denn nun engagiert sich das Label plötzlich wieder für die Band, stellt ein Studium zur Verfügung – und noch 1995 kann „Tragic Kingdom“ veröffentlicht werden.
No Doubt - Der Durchbruch
Von der kompletten Ska-Besetzung, die No Doubt einmal besaß, ist lediglich der Teilzeit-Posaunist Gabe McNair und der Teilzeit-Trompeter Stephen Bradley geblieben, die beide allerdings nicht zur Urband No Doubt gehören. Während es in der Zeit vor „Tragic Kingdom“ zu einer Vielzahl von Um- und Neubesetzungen kommt, spielt die Gruppe seit dieser Zeit in einer und derselben Formation.
Der Erfolg kommt nicht so plötzlich, wie er hier in Europa eintritt: langsam und stetig klettert „Don´t Speak“ die Leiter empor – und ist ein nachhaltiger Erfolg. Zig Millionen Mal wird das Album bis 1997 verkauft. Und dieses Jahr ist auch die große Zeit der Gruppe in Deutschland. Bereits die zweite Single zeigt den neuen Freunden der Band, dass es sich nicht allein um eine Schmusegruppe handelt, sondern dass diese Band zumindest für dynamische Popmusik steht: „Just A Girl“ ist auch ein Hit, die Gruppe mit dem verworrenen Erfolgsweg wird durch die Welt der Shows und um die Erde gereicht – und macht anschließend erst einmal eine Pause.
No Doubt - Nach dem Durchbruch
Erst 2000 erscheint „Return of Saturn“. Längst nicht mehr so erfolgreich wie ihre Vorgängerin ist diese CD, besingt Gwen Stefani auch hier ihre Liebe – nur stehen nicht mehr die Verzweifelung und der Verflossene hinter ihr auf der Agenda – der Verflossene steht dort zwar noch, allerdings ist der Bush-Sänger Gavin Rossdale nun das große Thema – und damit Glück. Die Liaison mit ihrer neuen großen Liebe hebt Stefani endgültig auf das schräge Podest, auf dem sie noch heute steht – sie, ihr Mann, inzwischen selbst ihr Sohn beeinflussen die Modewelt und damit jene, die sich davon beeinflussen lassen.
Es folgt eine ausgedehnte Tour. Irgendwie bekommt es die Gruppe hin, eine neue Platte bereits 2001 nachzulegen. Bemerkenswert ist an dieser Band, dass sie nicht, wie andere Gruppen, nonstop veröffentlicht oder alle Jubeljahre, sondern nonstop alle Jubeljahre. „Rock Steady“ ist ein Verweis auf die Wurzeln des Ska und damit auch auf die eigene Vergangenheit, der Hit „Hey Baby“ mag hierfür ein an den Haaren herbeigezogener Beleg sein.
Gwen Stefani ist nun zunehmendend auf unterschiedlichen „Solo“-Pfaden unterwegs. Sie ist in Sachen Mode engagiert, in Sachen Familienplanung, in Sachen Solopfaden (musikalisch) – immerhin bleibt Zeit für die Veröffentlichung eines Best-Of-Albums 2003. Den Fans zuliebe wird 2004 eine DVD-Box mit ALLES veröffentlicht – es riecht nach Abschied, da Stefani im selben Jahr ihr Solodebüt gibt – das knallt und weder nach Band noch irgendwie nach No Doubt klingt. Dasselbe gilt für die zweite CD von ihr: „The Sweet Escape“ (2006).
Trotzdem lebt sie,…
…die Band. Sie scheint einmal mehr eine dieser längeren Ruhepausen eingelegt zu haben; es heißt allerdings, dass etwas Neues, Kleines, Silbernes in Arbeit ist. Anfang 2008 wird es so weit sein, wird auch langsam Zeit, denn alles, was bisher war, kennen wir schließlich bereits. No Doubt TOP NEWSNo Doubt - Fanaktion zur anstehenden TourNo Doubt - Wählt das schönste Tour-ShirtNo Doubt - Auftritt 2009No Doubt - Neues Album kommt - nicht so schnellNo Doubt - Keine Tour?>> Alle News zu No Doubt No Doubt Fotogalerie![]() CD Reviews von No Doubt findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von No Doubt bietet lyrix.at |
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