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OutKast - Star Porträt
OutKast als ein Hip-Hop-Duo zu bezeichnen, ist vollkommen korrekt – aber irgendwie zu wenig. André 3000 und Big Boi sind mehr, sie lassen sich nur schwer in irgendwelchen Klischees verpacken, und wenn, dann erzwingen sie es kurz, weil sie mit einem der vielen Klischees gerade spielen möchten. OutKast passt nicht in den Osten und nicht in den Westen, aus dem Süden, Georgia stammend, ist die Basis ihrer Arbeit das, was man Dirty South und G-Funk nennt, die Musiker bewegen sich jedoch gerne und in zunehmendem Maße weit weg von der Basis.
Jazz und Blues, Funk und Soul, Rock und alles, auch die Raps, klingen nach Boheme. Das Oeuvre OutKasts ist ein gigantischer Spielplatz der Möglichkeiten, der musikalischen Neigungen. Genres werden parodiert, ausgeschmückt, auf ein Podest gestellt, manchmal der Lächerlichkeit preisgegeben – wobei niemals der Hörer vergessen wird. Was hier vielleicht nach abgehobener Abgedroschenheit klingt, ist sehr oft sehr wohl chartkompatibel. 20 Millionen verkaufte Alben und sechs Grammys sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache.
Die Geschichte, die die beiden Musiker zueinander führt, ist ausgesucht schön: sie sollen Rivalen gewesen sein. Sie gehen in East Point, in der Nähe von Atlanta in Georgia zur High School und bekommen sich immer wieder bei Freestyle-MC-Battles in die Haare, während die Achtung voreinander wächst. Anders als viele Musiker, die sich mit der Zeit ihren Kollegen körperlich und optisch angleichen, weil sie aus dem selben Napf futtern, über dieselben Witze lachen und einen ähnlichen Lebensrhythmus haben (denkt man an die Stones oder eine der vielen Hip-Hop-Crews), bewahren sich OutKast ihre Unterschiedlichkeit.
Dungeon Family
Musikalisch passiert ungemein viel im Atlanta der frühen 90er. Ab 1992 ist das Produzententeam Organized Noize um Sleepy Brown aktiv, das LaFace Records angehört und für etliche bekannte Künstler wie TLC, Bubba Sparxxx, Ludacris, um nur einige zu nennen, arbeitet. Da man nur gemeinsam stark ist, wird die Dungeon Family gegründet, ein Kollektiv vieler Künstler, zu dessen erster Generation auch der Goodie Mob mit Cee-Lo Green und Earthtone III, ein Produktions-Projekt der OutKast-Männer mit David Sheats, dem Mr. DJ, gehören.
Antwan André Patton, der Big Boi, ist eher ein Rapper vom alten Schlage im Hause OutKast. Er zücktet Pitbulls, führt ein erfolgreiches Familienunternehmen und widmet sich in seinen Texten gerne und wütend politischen Themen, etwa der Ungerechtigkeiten, mit denen Afroamerikaner in den USA noch immer zu leben haben oder der beschissenen „Bush-Administration“. Er stammt ursprünglich aus Savannah, dem Savannah in Georgia, ist Jahrgang 1975, hat Ende der 90er mit Missy Elliott zusammengearbeitet, und forciert seit 2003 seine Solokarriere als Musiker und Schauspieler.
André Lauren Benjamin, der André 3000, kommt aus Atlanta, ist ebenfalls Jahrgang 1975 und ein ungemein extrovertierter Charakter; der Teil von Outkast, der jedem in Erinnerung bleibt. Er versöhnt Hip-Hop mit Punk, ist ein Maler, ein unglaublicher Sänger und führt in den 90ern mit Erykah Badu eine kurze Beziehung, aus der ein Sohn hervorgeht, vielleicht das Kind, auf dem die größten musikalischen Erwartungen der kommenden Jahren lasten – wenn es nicht von seinen Eltern geschützt wird. Als Andre Benjamin bastelt André 3000 an seiner Schauspielkarriere, spielt bei „Be Cool“ mit und ist für die Hauptrolle bei der Verfilmung des Lebens von Jimi Hendrix vorgesehen. Er hat seine eigene Produktionsfirma, mit der er eine Cartoonserie … OutKast sind im Geschäft.
OutKast - Southernplayalisticadillacmuzik
1992 unterschreiben die Rapper bei LaFace Records, im folgenden Jahr gibt es die erste Single „Player´s Ball“, im April 1994 folgt das Debütalbum „Southernplayalisticadillacmuzik“, das ein klassisches, ungemein gutes Hip-Hop-Album zu nennen ist, wenig auf den ausgefeilten Style schließen lässt, den sich OutKast in der Folge aneignen. Es ist die zweite Albumveröffentlichung der Dungeon Family, im Jahr zuvor hat P.A. mit „Ghetto Street Funk“ vorgelegt. Ein 20. Platz in den Billboard-Album-Charts ist ein beachtlicher Einstieg, wenn man bedenkt, dass das Potential der Musiker längst nicht ausgeschöpft ist.
„ATliens“ ist im August 1996 der zweite Streich. Die ersten Alben sorgen für Anerkennung in der Hip-Hop-Welt, bieten wenig für jene, die sich nach „Roses“ oder „Ms. Jackson“ sehnen. Nur langsam geht es auf den Mainstream zu. Platz zwei in den Albumcharts und der zwölfte Platz für die zweite Single „Elevators (Me And You)“ sind nur Wegmarken auf dem Weg nach oben (?).
Im September 1998 erscheint „Aquemini“, das dritte Album. Langsam wird der Freundeskreis des Duos unübersichtlicher, das Paket ist experimenteller und offener als seine Vorgänger, George Clinton, Erykah Badu, Raekwon und Cee-Lo sorgen dafür, dass „Aquemini“ zu einem Klassiker wird. Rosa Parks, eine Bürgerrechtlerin, verklagt OutKast wegen Missbrauchs ihres Namens durch die Single „Rosa Parks“, die mit einem Curtis Mayfield-Sample („Superfly“) ausgeschmückt ist. Der Dame ist die Ehre keine Ehre, ihr soll nicht von den Lausbuben gehuldigt werden.
Mit dem Album „Stankonia“, veröffentlicht im Oktober 2000, gelingt OutKast nun auch der Durchbruch bei den Single-Käufern. „Ms. Jackson“, die offizielle Entschuldigung bei der Mutter von Erykah Badu, ein Video mit vielen niedlichen Tierbabys, ist der erste Nummer-eins-Hit in den USA und Deutschland. In den amerikanischen Album-Charts scheint OutKast den zweiten Platz gebucht zu haben – das ändert sich jedoch bald. Erst einmal gibt es zwei Grammys 2002: für die Beste Performance eines Rap-Duos oder einer Gruppe für „Ms. Jackson“ und das beste Rap-Album.
OutKast - Speakerboxxx/The Love Below
Mit dem Doppelalbum „Speakerboxxx/The Love Below“ trennt das Duo seine doch recht unterschiedlichen Ambitionen in zwei unglaublich gute Teile und übertrumpft erstmals die magischen 10 Millionen Verkäufe. Drei Grammys gibt es 2004 hierfür, die Rapper werden dafür ausgezeichnet, das „Beste Album“ veröffentlicht zu haben, eine seltene Ehre. „Speakerboxxx“ ist das Revier des Big Boi, für die Auszeichnungen ist André 3000 nicht ganz unverantwortlich, der sich auf „The Love Below“ recht weit vom ursprünglichen Genre entfernt – und gemeinsam mit Kelis „Dracula´s Wedding“ einspielt, neben „Happy Valentine´s Day“ vielleicht der beste Track, der am seltensten erwähnt wird, wenn von Outkast die Rede ist – eine beliebte Elixic-Kategorie …
Im Sommer 2006 wird „Idlewild“ veröffentlicht, ein Film der Universal, der – passend zu den Hauptdarstellern Big Boi und André 3000 – durch die Filmgenres switched, der Plot spielt sich in einem Club in den Südstaaten der 30er Jahre ab, der eine ist Clubbesitzer und der andere sein Pianist. Dazu gibt es im August 2006 das Album „Idlewild“, ein wunderbares Ding, an dem Macy Gray, Lil´Wayne und Snoop Dogg beteiligt sind, das sich (für „Mighty O.“) bei Cab Calloway bedient und hierzulande ein wenig untergeht – allerdings in der Schweiz ungewöhnlich erfolgreich ist.
Immer wieder wird berichtet, dass OutKast eigentlich bereits Geschichte sei. Wir stimmen dem zu, hoffen allerdings, dass ein Ende noch lange auf sich warten lässt … OutKast TOP NEWSOutKast - Neues Album in Arbeit?OutKast - Sir Luscious Left Foot: The Son Of Chico DustyOutKast - Soloalbum von André 3000OutKast - Big>> Alle News zu OutKast OutKast Fotogalerie![]() CD Reviews von OutKast findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Outkast bietet lyrix.at
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