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Pussycat Dolls - Star Porträt


Es ist schon lustig und bezeichnend für unsere schöne neue Popwelt, dass unter den Popacts, die am allerkonstruiertesten wirken, die perfekt auf den Markt zugeschnitten scheinen, sich nicht wenige befinden, die irgendwann einmal in irgendwelchen kleinen Garagen angefangen haben, während die gecasteten, die von Musikmanagern gedrillten Newcomer sich gerade heute möglichst natürlich, keinesfalls makellos, mit einem Hang zum Songwriting wie zum unvorsichtigen Ausplaudern intimer Erlebnisse (aus Unerfahrenheit) präsentieren lassen. Die Pusscat Dolls gehören weder in die eine noch in die andere Kategorie, obwohl ihre Geschichte ganz offiziell in einer Garage beginnt.

 

Robin Antin ist Tänzerin, Choreografin und lebt zu Beginn der 90er Jahre in Los Angeles in einer Wohngemeinschaft mit Christina Applegate. Es ist ein harter Job, diese Musikvideotänzerei – das kann man sich schön ausmalen, man muss auf Jobs warten, sich vorstellen, permanent vorbereitet sein, es fehlt an jeglicher Gewissheit, dort, wo man arbeitet, ist man der Willkür des Regisseurs, des Künstlers, der Produzenten unterworfen, kann sich, wenn es mies läuft, überhaupt nicht einbringen, sondern muss einfach funktionieren … Auf jeden Fall ist es ein kluger Schritt von Antin, in einer Garage mit ein paar Kolleginnen, die ihr Schicksal teilen, eine Formation zu gründen, die im Paket buchbar ist, die zwar ihren eigenen Stil hat – die im Werbekontext allerdings wie ein äußerst beweglicher Organismus aus Schaufensterpuppen funktioniert.

 

Die Pussycat Dolls treten ab Mitte der 90er Jahre im Viper Room, einem Club von Johnny Depp am Sunset Strip auf, jeden Donnerstag brennt die Luft in dem Laden. Nachdem Gwen Stefani, eine Trendsetterin ohne Gleichen, auf die Idee kommt, einmal mit den Tänzerinnen als Sängerin zu performen, wird es sehr populär unter den kalifornischen Berühmtheiten, einmal im Viper Room – und später aus Platzgründen im Roxy – ein Feuerwerk abzufackeln. Berühmt sind die Abende mit Carmen Electra, aber auch Charlize Theron, Pamela Anderson, Paris Hilton, und Christina Applegate zum Beispiel treten mit den Pussycat Dolls auf, nebenbei werden sie verstärkt zur Eröffnung von Live-Konzerten angefragt.

 

Die Besetzung wird – das ist für Bands, selbst für Boygroups ungewöhnlich – mit den Jahren komplett durchgetauscht. Heute ist kein Mitglied mehr dabei, das bereits in den 90ern den Ruf der Formation mitbegründet hat. Anfang des neuen Jahrzehnts bringt Antin ihre Pussycat Dolls bei Interscope bzw. A&M Records unter, die Besetzung, die schließlich international für Aufsehen sorgt, besteht aus Carmit Bachar (sie ist seit 1995 dabei, steigt 2008 zugunsten einer Solokarriere aus), Ashley Roberts (seit 2001 dabei), Jessica Sutta und Kimberly Wyatt (beide seit 2002) und Melody Thornton, nach Nicole Scherzinger, der Sängerin, mit deren Gesicht der internationale Erfolg verbunden ist, das populärste aktive Mitglied und ebenso wie Scherzinger seit 2003 dabei.

 

Die Tänzerinnen und Musikerinnen pflegen allesamt Neben- und Soloprojekte. Ein sehr spannendes Beispiel ist „Her Name Is Nicole“, ein Album, das als Anfang einer erfolgreichen Solokarriere Scherzingers geplant und viele Monate zurückgehalten wird – während für sie 2007 öffentlich eine neue Chefsängerin gecastet wird, diese mit Asia Nitollano gefunden zu sein scheint, fliegt diese direkt wieder raus (bzw. entscheidet sie sich für eine Solokarriere), als Scherzinger 2008 zurück in die Formation kehrt, und zwar ohne ein Album veröffentlicht zu haben. Die erste Single der Pussycat Dolls, der erwähnte große Durchbruch, ist im September 2005 „Don´t Cha“ mit Busta Rhymes. Sechs Singles werden dem Album „PCD“ (ebenfalls September 2005) entnommen, drei davon landen in Deutschland in den Top 10, bei einer reicht es lediglich für Rang 27 – ein Wahnsinnserfolg, der sich in vielen Ländern einstellt. In den USA sind die Pussycat Dolls gefragt bei Fernsehshows, sie kollaborieren mit Musikerkollegen, treten in Filmen auf und sind für einige Monate ein fortdauerndes Medienereignis. Vermutlich ist der Fortgang Scherzingers, lediglich als zwischenzeitliches Soloprojekt angekündigt, den Produzenten letztendlich zu waghalsig, die Produktionen sind ungewöhnlich kostenaufwändig; wer Timbaland, Polow da Don, will.i.am, Rich Harrison, Cee-Lo Green, Sean Garrett und einige andere vorzufinanzieren bereit ist, will von dem Produkt eine Weile etwas haben.

 

Pussycat Dolls – Doll Domination

 

Nachdem ihre Singles 2007 mehrheitlich (auf hohem Niveau selbstverständlich) gefloppt sind, kehrt Nicole Scherzinger zurück in den Schoß der Pussycat Dolls, im September 2008 wird „Doll Domination“ veröffentlicht. Es sind weitgehend dieselben Produzenten, die mit der Gruppe arbeiten, Nicole Scherzinger sammelt Songschreiber-Credits (ein üblicher Vorgang, ein bisschen lächerlich), will.i.am, der ihren Soloambitionen noch zur Seite stand, ist nicht mehr dabei, dafür treten Snoop Dogg, Missy Elliott, New Kids On The Blocks, Polow da Don und die schwierige Besetzung R. Kelly mit vor die Mikrofone.

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Pussycat Dolls Fotogalerie

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