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Sade - Star PorträtSade ist die Band von Helen Folasade „Sade“ Adu. Die Gruppe besteht mehr als 20 Jahre in ein und derselben Besetzung und kann gerade Mitte der 80er Jahre große Erfolge mit einer eigenwilligen, sanften Variante des Soul und Jazz feiern, wobei sie sich frei in etlichen Genres bedient. Die Musikerin ist gebürtige Nigerianerin, wächst in Essex auf, von wo sie mit 17 Jahren nach London zieht. An der St. Martin´s School of Art studiert Sade Modedesign, sie arbeitet als Model, baut ihr eigenes Label auf, kreiert Männermoden …
… und macht Musik. Es ist immer wieder erstaunlich, dass es Menschen gibt, die fähig sind, all ihren Leidenschaften zu folgen, während andere nicht einmal einen Traum realisieren. Sade jedenfalls hört nicht nur Donny Hathaway, Marvin Gaye und Curtis Mayfield, sie ist selbst auch noch Musikerin. 1980 gehört sie Arriva an, einer Latinfunk-Formation, in derselben Zeit beginnt sie, eigene Songs zu schreiben. „Smooth Operator“ beispielsweise, das Lied, mit dem sie weltberühmt wird, schreibt sie mit Ray St. John, dem Gitarristen von Pride, der Funk-Band, bei der sie ab 1981 Backgroundsängerin ist.
Der Saxophonist Stuart Matthewman wird ihr Partner beim Songwriting, nach zwei Jahren trennt sich Sade von Pride und nimmt Matthewman, den Bassisten Paul Spencer Denman und den Keyboarder Andrew Hale mit. Lediglich der Schlagzeuger Paul Anthony Cook ist neu in der Formation, die sich Sade nennt – und der steigt nach wenigen Monaten wieder aus. Kann auch sein, dass er gefeuert wird, weil er sich nicht mit den Vertragsmodalitäten einverstanden erklärt, die die Sängerin aushandelt. Die Gruppe gibt ihr Debüt als Vorgruppe von Pride im Londoner Ronnie Scott´s Club, bereits im Mai 1983 tritt Sade in einem Club in New York City auf.
Portrait Records, ein Sublabel von Epic Records, nimmt im Oktober Sade unter Vertrag – also Helen Folasade Adu, sie ist die Chefin. Portrait hat in dem Jahr ein gutes Händchen, Cyndi Lauper unterschreibt im selben Jahr. „Your Love Is A King“ wird im Februar 1984 in England veröffentlicht und erreicht im Königreich den vierten Platz der Single-Charts. Es bleibt der größte Erfolg der Musikerinnen auf der Insel. In Frankreich, Deutschland und den USA zum Beispiel ist die vierte und letzte Single des ersten Albums wesentlich beliebter. „Smooth Operator“ gibt es im September 1984, außerhalb Englands einige Monate später. Das Album selbst, „Diamond Life“, ist ein gigantischer Erfolg. Im deutschsprachigen Raum erreicht es den ersten Platz der Charts, in den USA und UK nicht ganz, dafür wird es in England annähernd 100 Wochen in den Charts geführt.
Sade legt schnell nach, im Herbst 1985 folgt „Promise“, das zweite Album, wieder enthält es einen internationalen Hit, „The Sweetest Taboo“. Robin Millar ist – wie auch bei den ersten Veröffentlichungen – der Produzent. Einige Monate zuvor, im Juli 1985, tritt Sade als einzige afrikanische Künstlerin beim Live Aid im Wembley Stadion auf. Nach einer großen Tournee zieht Sade nach Spanien, sie erhält 1986 einen Grammy als beste neue Künstlerin, sie spielt neben David Bowie in „Absolute Beginners“ (Regisseur ist Julien Temple), Sade ist Athene Duncannon und singt „Killer Blow“.
Sade ist politisch. Die Texte sind nicht immer so seicht, wie es die Musik vermuten lässt, 1986 wird das Konzert in Frankfurt abgebrochen, weil die Presse in das Privatleben der Musiker drängt, im selben Jahr tritt die Band in London gegen Apartheid-Regimes auf. Im Mai 1988 wird das Album „Stronger Than Pride“ veröffentlicht. Die Lieder entstehen überwiegend im Team mit Matthewman, Hale und Adu, Mike Pela tritt als Produzent an – und während das Album keinen eindeutigen Superhit enthält, ist das Paket doch eines für die oberen Chartregionen in vielen Ländern. Sade widmet sich im Anschluss der Tour ihrer Familie, bringt eine Ehe hinter sich und veröffentlicht im November 1992 „Love Deluxe“. Wer von Sade gefangen ist, wird ihr für die gleichbleibend hohe Qualität ihrer Arbeiten dankbar sein, muss allerdings zur Kenntnis nehmen, dass die Veröffentlichungen seltener werden. Die Musikerin begründet das damit, dass es nicht die Zeit ist, die ihr die Produktion eines Albums aufzwingt, sondern jedes neue Werk reifen muss und die Zeit braucht, die es eben braucht. Gelegentlich landen Lieder von Sade auf Soundtracks, 1994 wird ein Best-of-Album veröffentlicht …
… und erst im November 2000 ist „Lovers Rock“ soweit. Platz vier in den deutschen Charts ist ein ordentlicher. Die Musik scheint zeitlos zu sein, vielleicht passt sie auch ganz besonders gut ins neue Jahrtausend, in dem die Anzahl starker Songschreiberin beständig zu wachsen scheint – oder die Musikkäufer reif sind für immer mehr außergewöhnliche Liedermacherinnen? Wir wissen es nicht. Sade Fotogalerie![]() CD Reviews von Sade findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Sade bietet lyrix.at |
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