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Santigold - Star Porträt


Einer der Namen, die man seit 2008 kennen sollte, ist sicherlich Santigold. Santigold (vormals Santogold) ist Santi White, eine dieser Musikerinnen von der US-Ostküste, die sich jeder Genreeinteilung entziehen. Die Autoren des Artikels in der englischsprachigen Wikipedia versuchen es mit Pop, Dub, New Wave, Synthpop, Punkrock, Elektronic, Art Rock, Psychedelic, Indie Rock – und das geht sicherlich irgendwie in Ordnung. Santigold gehört zu den Sängerinnen, die von Mark Ronson gebeten werden, für sein Album „Versions“ zu singen, sie ist da bereits Teil der Szene New Yorks. Mark Ronsons Arbeiten wiederum bekommen durch dessen Verbindung zu Amy Winehouse in den Krisen- und Erfolgsjahren der Sängerin Relevanz für den Mainstream. Wie das genau zusammenhängt und was letztendlich was befeuert sollen andere beurteilen. Eigentlich ist es unverschämt von uns, Santigold in diesem Zusammenhang zu nennen, sie hat unsere Aufmerksamkeit auch unabhängig von dem ganzen Quark verdient.

 

Ursprünglich aus Philadelphia, kommt Santigold Ende der 90er Jahre nach Brooklyn, wo sie für Epic Records zu arbeiten beginnt. Sie produziert für verschiedene Künstler, schreibt Songs, nebenbei macht sie sich mit ihrer Punkband Stiffed einen Namen. Darryl Jenifer von den Bad Brains produziert die Stiffed-Alben „Sex Sells“ von 2003 und „Burned Again“ von 2005. Bereits 1999 arbeitet Santigold mit GZA zusammen, sie schreibt an einem Track des Mitglieds des Wu-Tang Clans mit, ihre erste große Arbeit als Produzentin ist eine Reihe von Tracks auf dem Album „How I Do“ von Res 2001. Res ist wiederum eine hierzulande weniger bekannte R&B-Sängerin, es folgen die Stiffed-Jahre.

 

2006 schreibt sie, in solchen Fällen immer Santi White, an dem Lied „Littlest Thing“ für das Debütalbum von Lily Allen mit, Mark Ronson ist daran ebenfalls beteiligt, im Jahr darauf hat sie zudem die Finger in „B-O-O-T-A-Y“ von Spank Rock & Benny Blanco. Das mit dem Produktionen, dem Songwriting und den Produzenten ist heutzutage haarsträubend kompliziert. Interessant ist das eigentlich nur für die Zeit nach der Veröffentlichung des Soloalbums von Santigold, plötzlich findet man ihren Namen überall. Ashlee Simpson hat ihre Hilfe gebucht, Santigold macht Converse-Werbung mit Julian Casablancas von The Strokes und Pharrell Williams, Björk schwärmt von ihr in allerhöchsten Tönen und Jay-Z, Kanye West und Lykke Li kollaborieren mit ihr.

 

Seit 2007 arbeitet Santigold am erwähnten, selbstbetitelten Debütalbum. Ein tolles Ding, eines dieser Werke, die immer besser werden, und zwar vom ersten bis zum letzten Titel und je häufiger man es hört. John Hill von Stiffed steht ihr zur Seite, Diplo aus Philadelphia, auch der vor den Aufnahmen bereits verstorbene Disco D ist als Produzent aufgeführt, ferner Switch, ein Kollege von Diplo, Chuck Treece (ehemaliger Schlagzeuger der Bad Brains), Clifford Pusey (von der Reggae-Band Steel Pulse aus Birmingham) und noch ein paar andere.

 

Die erste Single „Creator“ kommt in den USA in einer Light-Bier-Reklame unter, „L.E.S. Artistes“ (zweite Single) und „You´ll Find A Way“ sorgen auf Soundtracks von EA Sports für eine vergleichsweise gute Verbreitung. Wir sind bereits im Jahr 2008, „Santigold“ wird im April und Mai veröffentlicht, in verschiedenen Billboard-Charts auch mit leidlichem, in den UK-Charts – in Anbetracht der doch eigensinnigen, für viele Ohren anstrengenden Arbeiten – mit erstaunlichem Erfolg. Santigold tourt mit M.I.A., einer Musikerin, mit der sie zu Recht oft verglichen wird, mit Björk und Architecture in Helsinki, wird so ihrem eigentlichen Zielpublikum zugeführt, wenigstens dem Teil, der keine Popmusikfachblätter liest. In denen schnappen die Journalisten vor Freude über. Santigold zieht mit Coldplay durch Nordamerika, tritt mit Jay-Z und Kanye West auf und bringt in diesem vollgestopften Jahr 2008 sogar eine eigene Headliner-Tour unter.



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