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Some & Any - Star Porträt


Wir schreiben das Jahr 2009, Jahr sieben nach Gründung der No Angels. Popstars endet im Herbst mit der Erfindung von Some & Any, dem ersten Duo in der Geschichte des TV-Formates. Wir schauen zurück: Jahr zwei ist das Jahr von Bro´Sis, der Gruppe, die sich nach drei Alben 2006 auflöst und mit Ross Antony immerhin einen echten Celebrity und mit Giovanni Zarrella einen respektablen Pro7-Moderator hervorbringt, der sich im Finale 2009 bis auf die Knochen blamiert, als er Rihanna nur halb im Scherz um ein Duett anschnorrt. Jahr drei ist das Jahr von Overground und den Preluders, zwei unglaublichen Reinfällen, deren Geschichten ebenfalls 2006 enden.

 

Im Jahr vier geht der Abstieg weiter. Detlef Soost ist zum zweiten Mal (nach Jahr eins) nicht in der Jury, die Mitglieder von Nu Pagadi, dem Ergebnis, schmeißen schon wenige Monate nach ihrer Zusammenstellung hin. Doreen Steinert ist dabei die erste, sie gelangt als Lebensgefährtin von Sido immerhin zu einiger Berühmtheit. Jahr fünf, 2006, ist das Jahr, in dem plötzlich keine alte Popstars-„Band“ mehr existiert, dafür stellt man mit Monrose das bis hierhin kostbarste Castinggrüppchen zusammen. Room 2012, Jahr sechs, ist wieder ein totaler Reinfall, Queensberry, Jahr sieben, hält sich erst einmal tapfer, im Jahr acht versucht man, neue Wege zu gehen.

 

Some & Any – Du & Ich

 

Bis hierhin gibt es reine Mädchen-Castings, gemischtgeschlechtliche Castings, man versucht Trios, Quartetts und Quintetts zusammenzustellen, stellt die Geschlechter in gleicher Anzahl mit- und gegeneinander auf, die größten Reinfälle erlebt man bei Popstars immer dann, wenn man den Jungs ein Übergewicht gewährt. Im Jahr 2009 heißt das Motto „Du & Ich“, ein Pärchen soll gefunden werden. Das ist ein mutiges Konzept, so viel ist sicher. Popmusikduos sind nicht unbedingt selten, sie haben in der Regel allerdings mehrere entscheidende Eigenschaften: zum einen ist da die strikte Arbeitsteilung, für gewöhnlich gibt es einen technischen und einen performenden Part. Ein weiterer Aspekt, der von immenser Wichtigkeit ist und eigentlich nicht durch ein Casting geklärt werden kann, sind Probleme, die mit der Zeit passieren müssen, wenn zwei Künstler von anderen zu einem Act oder Akt … aber was sollen wir uns den Kopf für Casting-Chefs zerbrechen.

 

Außerdem gibt es im Schlagersektor genug Duos, die wie zusammengecastet wirken, am Ende gilt in ein paar Jahren dieses Konzept als visionär und wir blamieren uns hier … niemals. Detlef Soost, der in der Jury von Some & Any sitzt, glaubt ja ernsthaft, dass er gemeinsam mit Stefan Raab der einzige im Fernsehen ist, der ernst meint, was er da macht. Sicher ist, dass er mit Vocal-Coach Kate Hall, der Ex vom Ben, die sich große Mühe gibt, ähnlich asozial und streng zu sein wie ihr Freund, ein Kind erwartet. In der Jury ist neben Soost die Universal-Mitarbeiterin Michelle Leonard, die schon mehrfach im Hintergrund für Popstars-Ergebnisse gearbeitet hat und selbst Solomusikerinnenambitionen hegt.

 

Dritter im Bunde ist 2009 zum zweiten Mal Alex Christensen, der im selben Jahr bei dem Versuch, Deutschland würdig beim Eurovision Song Contest zu vertreten, auch im Ergebnis absolut überzeugt und nur unter der Bedingung bei Popstars mitmacht, dass man sich an internationalen Maßstäben zu messen versucht. Und das ist etwas, was absolut gut und interessant bei Popstars „Du & Ich“ gelöst wird: nach dem großen Sieben (mehr als 5000 Interessenten werden begutachtet – eine lächerliche Zahl im Vergleich zu den Massen, die RTL mit DSDS anlockt) gehen die auserwählten besten der Besten auf große US-Reise und treffen wirklich viele aktuell erfolgreiche Musiker.

 

Some & Any – Vanessa & Leonardo

 

Vielleicht haben es in Deutschland Popstars-Kandidaten noch nie so gut getroffen wie die von 2009. Das Format hat keinen Ruf zu retten, es sind schon Juroren ausgestiegen, weil sie der Meinung waren, dass die Kandidaten zu sehr gequält würden, und gerade das ist immer weiter kultiviert worden. Some & Any haben aber gleichzeitig eine sicher lehrreiche, mehrmonatige Drillphase hinter sich, in der sie durch alle emotional möglichen Phasen gezwungen wurden und können, das ist sicher, darauf verweisen, dass sie wirklich etwas gelernt haben – vielleicht werden Some & Any später einmal ihren Kindern sagen, ihnen habe das alles schließlich auch nicht geschadet.

 

Some & Any sind Vanessa Meisinger und Leonardo Ritzmann, und so normal das klingt, zählen beide über die längste Sendestrecke nicht unbedingt zu den Favoriten. Leonardo (Some oder Any?) noch eher als Vanessa, der junge Schweizer ist mit einigem Abstand der Hübscheste im Teilnehmerfeld, hat allerdings eine ganze Weile mit einem gewissen Aytug einen leider etwas unsicheren Kantonisten vor sich, der ihn in Sachen Charisma und Bühnenpräsenz mit einem Vollrausch und Schädelhirntrauma in den Schatten stellt. Vanessa ist eine klassische Casting-Hopperin, ist zuvor schon mehrmals früh gescheitert und gehört auch diesmal zu keinem Zeitpunkt zum engeren Favoritenkreis.

 

Erst, und das ist die Besonderheit des Castingproduktes Some & Any, als wenige Wochen vorm Finale die Wettbewerber in feste Pärchen aufgeteilt werden, zeigen sich die Stärken der beiden in Gemeinsamkeit: man kann ihnen unabhängig voneinander eine große Besonnenheit und großen Ehrgeiz attestieren, Some & Any gewinnen gemeinsam enorm an performerischer Sicherheit. Sie leisten sich natürlich keine groben Schnitzer mehr, werden (wie machen das die Fernsehleute?) mit jedem Auftritt schöner und ganz, ganz am Schluss gibt es eigentlich keine Frage mehr: Some & Any müssen 2009 Vanessa & Leo sein.

 

Some & Any – Nachlese

 

Das erste Lied, das Lied der Wahl, die Chance im Finale (in dem Rihanna unglaubliche dreimal auftritt), heißt „Last Man Standing“. Was haben die Vorgängerinnen von Some & Any mit ihrer Nummer eins geleistet? Queensberry Platz 23 mit „No Smoke“ (danach aber mit stark ansteigender Tendenz), Room 2012 Platz zehn mit „Haunted“, Monrose Platz eins mit „Shame“, Nu Pagadi Platz eins mit „Sweetest Poison“, Overground Platz eins mit „Schick mir ´nen Engel“, Preluders Platz eins mit „Everyday Girl“, Bro´Sis Platz eins mit „I Believe“ und … ihr kennt die Geschichte der No Angels.

 

Was soll man Some & Any wünschen? Die Emotionen sind groß beim gewaltigen Finale in Oberhausen, die Fans drehen schick am Rädchen, die Emotionen schlagen auch in den folgenden Tagen im Netz hohe Wellen – die Konkurrenz von Some & Any wird eben auch verehrt. In den meinungsgebenden Medien ist schnell von einem Flop die Rede, und die Wahrscheinlichkeit, dass Some & Any floppen, ist eher groß als gering. Das liegt aber auch daran, dass der Markt für Castingprodukte deutlich schwieriger geworden ist. Bevor jemand kommt, der meint, die Leute hätten einfach gelernt: solange es sich um ein Fernsehereignis handelt, gehen die Leute mit, anschließend bleiben sie aber vorm Fernseher. Man soll auch Some & Any nur das Allerbeste wünschen. Den Rest erledigen die eigenen Fans.

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Some & Any Fotogalerie

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