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The Beatles - Star Porträt… es gibt nichts Dümmeres, als einen kurzen Text über die Beatles zu schreiben. Der Platz reicht einfach nicht. Es gibt Menschen, die sich ausschließlich mit den Beatles beschäftigen, Albumcoverexegese betreiben, wahnsinnige Sammler, Leute, die viele Jahrzehnte nach Ende der Formation den Etappen ihrer Erfolge entlang pilgern, Liverpool, die Heimatstadt, wäre niemals die europäische Kulturhauptstadt geworden, hätte es die Beatles nicht gegeben, die erfolgreichsten Musiker, etwa Brian Wilson, das musikalische Herz der Beach Boys, fragen sich bis heute, was ihnen genau gefehlt hat, weil doch etwas fehlte, um so zu sein wie die Beatles; den Beatles werden technische Revolutionen versprochen, etwa in Tapeten eingeflochtene Lautsprecher und unheimliche Weissagungen von merkwürdigen Personen gemacht …
… Paul McCartney ist seit Jahrzehnten sein eigener Doppelgänger, der frühe Tod John Lennons ist vor allen Dingen eine Katastrophe für uns, wenn wir bedenken, dass die beiden besonders gemeinsam und heute, in Zeiten der ganzen Wiedervereinigungen, so viele andere zum Schweigen bringen könnten – täten sie vermutlich nicht. Wer über die Bedeutung irgendwelcher Hansestädte und Frisuren für die Karriere der Beatles etwas hören möchte, ist hier leider falsch. Die Beatles sind keine Band für Fans der ersten Stunde, sie sind zwar absolut hörbar, die frühen Lieder, auch viele Schätzchen sind dabei – und damit geraten wir schon in den Versuch, einer (erstens) unzulässigen Gewichtung, für die (zweitens) der Platz nicht reicht.
Hierfür soll es reichen: die Beatles gehen auf eine Skiffle-Band zurück, die in den 50ern von John Lennon an der Quarry Bank High School in Liverpool gegründet wird. Bei einem Auftritt der Band macht Lennon Bekanntschaft mit Paul McCartney, der, nachdem er belegt, dass er glühender Verehrer von Eddie Cochran ist, von der Gruppe aufgenommen wird. Das ist im Jahr 1957, Lennon und McCartney beginnen, gemeinsam eigene Songs zu schreiben. Der nächste, der in die Band aufgenommen wird, die sich noch Quarrymen nennt, ist der junge George Harrison, ein Freund McCartneys, der ebenfalls vor Lennon bestehen muss – und das auch macht. „That´ll Be The Day“, ein Buddy-Holly-Cover, wird 1978 von den Quarrymen aufgenommen, die Platte, von ungeheurem Wert, soll sich in Paul McCartneys Besitz befinden. Die Jungs nehmen als Johnny and the Moondogs an einem Talentwettbewerb teil, den Maler Stuart Sutcliffe als Bassist auf, benennen sich in The Silver Beatles um, im August 1960, Lehrjahre voller Idealismus und ohne Erfolg, schmeißen die Beatles das Silver aus ihrem Namen. Und das ist die Zeit, in der die Jungs für den Indra Club an der Großen Freiheit gebucht werden, Pete Best ist inzwischen der Schlagzeuger.
In Hamburg entwickeln sich The Beatles zur Szenegröße, feilen an ihrem Programm, kommen mit Künstlern Kontinentaleuropas in Kontakt, treffen auf Ringo Starr und ziehen dann wieder zurück auf die Insel, wobei sie Sutcliffe zurücklassen. The Beatles kehren, nachdem sie Liverpool bespielt haben, 1961 nach Hamburg zurück, wo sie mit Tony Sheridan ins Studio gehen – noch ein wichtiger Schritt. Brian Epstein wird auf die Musiker aufmerksam, sucht sie auf und wird ihr Manager. Er bringt die Beatles, nachdem Decca dankend abgelehnt hat, bei Parlophone und George Martin unter. Das entscheidende Treffen findet in den Abbey Road Studios statt. Vor den Aufnahmen zum ersten Album wird George Best vor die Tür gesetzt und durch Ringo Starr ersetzt.
The Beatles – Love Me Do
Die Single „Love Me Do“ gibt es ab Oktober 1962, George Martin muss mühsam von dem Lied überzeugt werden – und von Ringo Starr. Ein siebzehnter Platz in den UK-Charts ist anständig, im Januar folgt „Please Please Me“, ein zweiter Platz und damit für lange Zeit die letzte Produktion der Beatles, die nicht den ersten Platz der Charts erklimmt. Im März 1963 wird das Album „Please Please Me“ veröffentlicht. Da sind die Beatles bereits ein Riesending, touren durch England und stehen vor immer größeren Menschenmassen. Im April gibt es „From Me To You“ – Lennon und McCartney gelten als geniales Songwriter-Gespann, das in einer ungeheuerlichen Geschwindigkeit Hits aus den vier Ärmeln schüttelt, und zwar sowohl in Teamarbeit als auch in Konkurrenz zueinander.
Davon bekommen selbst The Rolling Stones etwas ab, „I Wanna Be Your Man“, eine frühe Single der Band, die für einige später die Musikwelt zu spalten scheint, ist ein Werk der beiden Beatles. Die Entwicklung der frühen Jahre ist derart rasant, dass The Beatles gleich mehrere Tourneen als Support beginnen und als Hauptact beenden. Und die Fans drehen völlig durch. Inzwischen sind die Acts, die die Mädchen zum Kreischen bringen, ein fester Programmpunkt im Popmusikatlas, auch vor den Beatles hat es das schon gegeben, wer sich allerdings Beatles-Liveauftritte der 60er anschaut (macht das mal), der wird schnell zu dem Schluss kommen, dass hier eine für sich stehende Dimension erreicht ist. Das sind eure Omas, Kinder! Auftritte sind massive Polizeieinsätze, für Singles gibt es siebenstellige Vorbestellungszahlen, die Beatles müssen Veranstaltungsorte zur Sicherheit schon mal über die Kanalisation verlassen – insgesamt besteht ein wohl austariertes Gleichgewicht von Großschnäuzigkeit (die Lennon auch gerne mal den britischen Adel spüren lässt) und marktgerechtem Verhalten (so werden etwa mehrere Singles, das ist einfach damals so, auch in deutscher Sprache eingesungen – hört sich unglaublich kacke an).
The Beatles – I Want To Hold Your Hand
Es spricht für das Selbstbewusstsein der Musiker und ihres Managements, dass sie entschließen, erst nach ihrem ersten Nummer-1-Hit auf dem größten Musikmarkt, den es seinerzeit gibt, live aufzutreten. Nachdem „I Want To Hold Your Hand“ Anfang 1964 in den USA auf Platz eins steht, fliegt die Band kurz darauf nach New York und wird dort von einer unglaublichen Kulisse empfangen, gibt ein schönes Schwachsinnsinterview, tritt in den großen TV-Shows auf, wird von Elvis Presley beehrt und trifft Muhammad Ali – kurz darauf hat sie die ersten fünf Plätze der US-Single-Charts gleichzeitig inne. Der Film „Yeah Yeah Yeah“ wird gedreht (es folgen rasch weitere), John Lennon veröffentlicht erste Bücher, die Band unternimmt eine erste richtige Welttournee. In Adelaide beispielsweise werden die Beatles von 300.000 Menschen empfangen.
The Beatles – Rubber Soul
Ende 1965, die Beatles haben unglaubliche Rekorde aufgestellt, wird mit „Rubber Soul“ das erste richtig coole Album der Band veröffentlicht (Käufer sollten aufpassen, sich die Version mit 14 Liedern zu holen). George Harrison entwickelt allmählich dieses Indiending, die Beatles erarbeiten sich jetzt ein Werk, das eindeutig mehr ist als die Anzahl der Hits, die Aufregung der Masse und gleichzeitig zieht sich die Gruppe allmählich von der Bühne zurück. Die letzte Englandtour gibt es 1965, einen letzten Auftritt im April 1966. Studioalben veröffentlicht die Band noch einige, einige unglaublich gute. Im August 1966 etwa wird „Revolver“ veröffentlicht, im Juni 1967 „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club Band“, im November 1968 das weiße Album „The Beatles“, irgendwie kann man auch „Yellow Submarine“, den Soundtrack zum gleichnamigen Zeichentrickfilm, dazuzählen, das gipfelt dann im legendären „Abbey Road“-Album und endet 1970 mit „Led It Be“. Die Dinger kann man sich allesamt noch heute anhören und es finden sich etliche Schätzchen darin, die man, wenn man nicht gezielt darauf hinarbeitet, viel zu selten hört.
Die Beatles als Live-Bands gibt es irgendwann nicht mehr, ist auch albern, einfach weil die blöden Frauen die Konzerte kaputt kreischen, weil sich den Beatles entweder an den Hals geschmissen wird (wie von einer Diktatorengattin in Manila, die gerne mit den Musikern ein Likörchen genommen hätte), bei Abweisung gedroht wird (wie von dem Diktator in Manila, der seine Häscher auf die Musiker ansetzt) oder weil – wie immer – Schwachmaten einfache Wahrheiten nicht vertragen (der Ku Kux Klan und andere Superchristen flippen aus, nachdem John Lennon feststellt, dass die Beatles wohl bekannter als Jesus sind). 1,3 Milliarden Tonträger mit Musik der Beatles sollen verkauft worden sein.
Im Sommer 1966 ist die Band auch noch einmal in Deutschland, ein Jahr später sind The Beatles in das Konzept einer gigantischen BBC-Produktion eingebunden, die angeblich von 400 Millionen Menschen live geguckt wird. Es wird „All You Need Is Love“ gegeben. Der Plan, eine griechische Insel zum Tonstudio umzubauen, wird verworfen, weil sich die griechische Junta irgendwie falsch verhält. Ebenfalls 1967 geht es zu dem legendären Meditationswochenende nach Wales, dem Anfang 1968 dann die Reise nach Indien folgt. Eine Arbeitsreise, die Beatles gründen kurz darauf Apple, ihren Medienkonzern, in ganz kleinem Rahmen gibt es die Apple Corps Ltd. bis ins nächste Jahrtausend. Im September gibt es den letzten gemeinsamen Fernsehauftritt. Die Musiker arbeiten zunehmend abseits der Beatles.
The Beatles – Get Back
Das Ende ist ein Fest der Eitelkeiten. Die Entstehung des nächsten (letztlich letzten) Albums soll filmisch verewigt werden, den Film „Let It Be“ (und das gleichnamige Album) gibt es ab 1970. Die Musiker ziehen das zwar tapfer durch, der Film selbst ist – wie die meisten entsprechenden Beatles-Produktionen – aus heutiger Sicht ein wenig langweilig. Im Grunde werden damit nur die Spekulationen um den Zustand der Gruppe bestärkt, die eigentlich keine mehr ist. George Harrison ist mal zwölf Tage beleidigt, Ringo Starr hatte bereits die Band verlassen und guckt, als ob er lieber nie zurückgekommen wäre, John Lennon ist eigentlich zwei Leute und Paul – der Paul macht die Musik. Ein aller- ein allerallerletztes Konzert gibt es auf dem Dach des Studios in London, die Polizei unterbricht es, nachdem ein Verkehrschaos entstanden ist. Zumindest das funktioniert noch. Mit „Get Back“ endet das letzte Album der Beatles, das eigentlich nicht das letzte ist, weil Abbey Road vor „Let It Be“ veröffentlicht, nicht aber eingespielt wird. Ist auch egal.
Die Beatles haben einen Riesenärger, die Liedrechte werden verschoben, Paul McCartney hintergeht den Rest, am Ende wird gegen seinen Willen ein Manager eingesetzt, und mit dem Einsatz von Phil Spector als Produzent ist er eigentlich auch nicht einverstanden. Als Paul McCartney bei einer Vertragsunterzeichnung im Herbst 1969 nur erwähnt, dass er sich weitere Live-Auftritte gut vorstellen könnte, kündigt John Lennon seinen Ausstieg an. The Beatles Fotogalerie![]() CD Reviews von The Beatles findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von The Beatles bietet lyrix.at |
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