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Timbaland - Star PorträtTimbaland ist ein Beispiel für eine Neuerung, die das Hip-Hop-Game in die Welt der Popmusik getragen hat: der Produzent wird zum Star. Natürlich gibt es das bereits eine Weile: George Martin, Phil Spector, Clive Davis, Frank Farian sind Beispiele für Produzenten, die auf ihre Art international große Bekanntheit erlangen. Auch die ganzen Onkels, die jetzt für „die Musikindustrie“ in den vielen Castingjurys ihren Neurosen freien Lauf lassen, werden darüber zu so etwas wie Berühmtheiten.
Gleichwohl darf Timbaland als Beispiel für einen neuen Produzententypus zählen, er ist einer, dessen Name direkt hinter dem des Künstlers genannt wird, dessen Produzententätigkeit von seinem künstlerischen Wirken nicht immer einfach zu trennen ist, der den Künstlern, die er unter seine Fittiche nimmt, zu einem neuen Status bei Kritikern und Musikkonsumenten verhilft, der inzwischen genreübergreifend wirkt und der seinen eigenen Ambitionen dadurch ein stabiles Fundament geschaffen hat. Die Zahl seiner Produktionen seit Mitte der 90er Jahre ist gewaltig und nimmt derart zu, dass er inzwischen in mehreren Studios gleichzeitig wirkt (, sagt er). Die Liste der Auszeichnungen, die seine Künstler einspielen, ist lang – und wird länger.
Timothy Mosley kommt im März 1972 zur Welt. Er wächst in Virginia auf, lernt früh Melissa „Missy“ Elliott und Melvin „Magoo“ Barcliff kennen, mit letzterem bildet er längere Zeit das Hip-Hop-Duo Timbaland & Magoo. Timbaland beginnt seine Karriere als DJ, bevor Missy Elliott mit ihrer Girlgroup Sista ein Label findet und Timbaland und Barcliff mitnimmt. Bei DeVante Swing, dem Chef, geht Timbaland quasi in die Lehre, Elliott, Barcliff und Timbaland gehen als Da Bassment in die Geschichte ein. Die Zeit findet 1995 ein abruptes Ende, als Swing Mob, das Label von DeVante Swing, sich auflöst.
Timbaland - Das erste große Ding
Missy Elliott und Timbaland bilden ein Team; während sie primär an den Texten (auch an seinen) bastelt, ist er für die Arrangements zuständig. Aaliyah, die 2001 viel zu früh verstorbene R&B-Hoffnung, bittet die beiden um Unterstützung bei ihrem zweiten Album. „One In A Million“, zum übergroßen Teil aus der Feder des Duos aus Virginia, wird 1996 ein weltweiter Erfolg. Während es Missy Elliott gelingt, zu einer Art Ikone der späten 90er zu werden und den Rückenwind für eine viel beachtete Solokarriere zu nutzen, bleibt Timbaland trotz ambitionierter Versuche zunächst die Rolle im Hintergrund vorbehalten.
Er malocht für Missy Elliotts „Supa Dupa Fly“ 1997, er arbeitet mit Busta Rhymes und Lil´Kim, am Soundtrack von „Dr. Doolittle“, „Austin Powers“, „Romeo Must Die“, leistet seinen Beitrag auf „Vol. 2 … Hard Knock Life“ und „Vol. 3 … Life And Time Of S. Carter” von Jay-Z, arbeitet für Ginuwine, für Nas, Snoop Dogg, Jadakiss, Bubba Sparxxx, Ludacris, TLC, Destiny´s Child, wagt sich, eigentlich zwischen Hip-Hop und R&B zuhause, mit No Doubt an „Rock Steady” und mit Limp Bizkit an das Remix-Album „New Old Songs”. Vor allen Dingen Missy Elliott profitiert von der Verspieltheit, mit der Timbaland an die Arbeit geht, von der (ihnen vermutlich gemeinsamen) Offenheit für neue (alte) Rhythmen, elektronische Stile und der Leidenschaft fürs Treibende.
Timbaland - Das zweite große Ding
Inzwischen hat Timbaland sein eigenes Label Beat Club Records gegründet, das mit Interscope verbandelt ist. 2002 gelingt einer der verblüffenden Coups der vergangenen Jahre: aus dem doch etwas spröden Mickey Mouse- und Tanzperformancesoldaten Justin Timberlake wird mit dem Solodebüt „Justified“ ein veritabler Künstler – zumindest entscheidet sich die Presse mehrheitlich dafür. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Timbaland wiederholt mit dem Produzenten zusammenarbeitet, der mit ihm in den vergangenen Jahren eine eigene Liga zu bilden scheint: Pharrell Williams. Für so eine Leistung müssen sich Götter vereinigen.
Während die alten Kunden immer wieder gerne auf Timbaland zurückzugreifen scheinen, kommen immer neue dazu. Darunter sind alte Haudegen wie LL Cool J, neue Leute wie Lloyd Banks aus der G-Unit oder die Japanerin Utada Hikaru und weitere, eigentlich hoffnungslose Fälle wie The Game und Jennifer Lopez.
Die Beteiligung von Timbaland ist inzwischen ein Qualitätssignum, seine Beteiligung wird betont, nicht bloß erwähnt. Er arbeitet für (bzw. mit) Cee-Lo Green, Beenie Man, Alicia Keys, The Black Eyed Peas, Pussycat Dolls und Jamie Foxx. Timbaland nimmt Nate Hills, den Danja(handz), unter seine Fittiche, und produziert mit ihm große Teile des vielfach mit Preisen dekorierten Albums „Loose“ von Nelly Furtado.
Inzwischen, also 2006, hat er umfirmiert, die Mosley Music Group gegründet, mit der er effektiver neue Leute, alte Weggefährten und letztendlich auch sich vermarkten kann. Die Kundenliste wächst und wächst, inzwischen gehören Chris Martin (Coldplay), Duran Duran, 50 Cent und Björk dazu. Kanye West, M.I.A. und Rihanna auch – und das ist noch lange nicht alles. Madonna beispielsweise und a-ha – ach, lassen wir das.
Timbaland & Magoo
Eigentlich ist die Soloarbeit des Meisters nur schwer von der Produzententätigkeit zu trennen, allerdings gibt es eine Reihe von Veröffentlichung, die unter dem Namen Timbaland, und nicht eines Künstlers laufen, dessen Arsch er gerade in die Höhe hievt.
Diese – nennen wir es Solokarriere – beginnt bereits in der Frühzeit seiner Produzententätigkeit interessant zu werden. Gemeinsam mit Magoo eines dieser populären Duos bildend, veröffentlicht Timbaland „Welcome To Our World“, ein Album, bei dem Missy Elliott, Aaliyah und Ginuwine den beiden die Ehre erweisen. Immerhin Platin in den USA fährt das Endprodukt ein, ein ordentlicher Anfang. Das eigentliche Solodebüt, lediglich ein Wort, folgt im November 1998. „Tim´s Bio: Life From Da Bassment“ ist ein ordentlicher Dämpfer. Trotz der Unterstützung der üblichen Verdächtigen, ferner Nas, Ludacris und Jay-Z gibt es in Zeiten des Goldrauschs lediglich einfach Gold für den Mann, der nach einer Pause jedoch ein weiteres Mal mit Magoo nachlegt. Im November 2001 erscheint „Indecent Proposal“, an dem diesmal Timbalands kleiner Bruder Garland „Sebastian“ Mosley beteiligt ist. Die Stimme Becks, der ursprünglich im letzten Lied gemeinsam mit Aaliyah zu hören gewesen sein soll, wird kurzerhand vom Meister persönlich getilgt.
Die Verkaufszahlen stehen in keinem Verhältnis zu dem, was Timbaland als Produzent in der Regel einfährt. Zwischenzeitlich kündigt er sogar an, ausschließlich im Hintergrund zu bleiben. Dabei bleibt es jedoch nicht. Zwei Jahre später folgt der nächste Versuch gemeinsam mit Magoo. „Under Construction, Part II“ bleibt so weit hinten in den US-Charts hängen wie keine Veröffentlichung des Duos zuvor.
Timbaland - Shock Value
2007 ändert sich alles. „Shock Value“, von 2005 bis 2006 zusammengetragen und zwischen März und November 2007 weltweit veröffentlicht, ist der Lohn für die Beharrlichkeit Timbalands. Das Album ist ein Festival der Genres, Reichhaltigkeit und Abwechslung, mit seiner Entdeckung „OneRepublic“ dominiert Timbaland im Winter 2007/2008 die deutschen Singlecharts, neben kuriosen Beiträgen von The Hives oder Elton John sind es vornehmlich Stars, die Timbaland etwas schuldig sind – und eine wahre Wundertüte moderner Popmusik erschaffen: das Rezept für den weiteren Weg dürfte gefunden sein, das Album steht weltweit in den Top-10, 2008 folgt „Shock Value II“. Timbaland TOP NEWSTimbaland - Morning After DarkTimbaland - Shock Volume IITimbaland - Shock Value 2Timbaland - Kooperation mit Chris CornellTimbaland - Produzent von Dima Bilan>> Alle News zu Timbaland Timbaland Fotogalerie![]() CD Reviews von Timbaland findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Timbaland bietet lyrix.at |
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