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U2 - Star PorträtBeständig bodenständig, politisch irgendwie und alt wie das Popgeschäft: U2. Vier Herren im besten Alter aus dem dauerhaften Krisenherd Irland, genauer Dublin, Männer mit geradezu missionarischem Eifer, mit christlichen Werten für eine bessere Welt, gegen das Böse, den Hunger und Kriege, Mauern und Gemeinheiten. Rocker, die die großen Hallen und die Stadien füllen und denen von den Großen, den Mächtigen und den Guten gerne mal die Hände geschüttelt werden, für eine bessere Welt und für Fotos.
Das mag jetzt hart und herablassend klingen, soll es aber nicht. Herablassendes steht uns nicht zu – schauen wir doch auf – und über irgendein politisches Engagement von Künstlern aufregen ist dumm, muss man doch eigentlich einen Engagementmangel in sämtlichen Welten beklagen. Da ist eine Gruppe wie U2 erfrischend, die immer wieder eine bessere Welt fordert und damit sicherlich eine Nische im Popgeschäft besetzt, auch wenn sie – das ist dann wahrscheinlich der christliche Aspekt – vorwiegend Zustände bedauert, weniger Täter bzw. Taten anklagt. Das sorgt dafür, dass jeder U2-Stadionkonzerte besuchen kann und niemand gezwungen ist, sein Verhalten zu ändern. Das ist jedoch zuviel verlangt von einer Popgruppe und fordert von U2, was kaum einer von seinen anderen Lieblingsbands verlangt: Tacheles. Also nehmen wir U2 wie die Band ist, die Politiksache für bare Münze (nicht zu ernst), werfen einen Blick auf die großen Erfolge der Gruppe, die Vielzahl von Zusammentreffen und großen Augenblicke und drehen hierfür mehr als 30 Jahre zurück.
The Edge und die anderen
Die Geschichte beginnt damit, dass der junge Larry Mullen Junior den Wunsch hegt, eine Band zu gründen und diesen Wunsch auf einem Zettel an das schwarze Brett seiner Schule in Dublin pinnt. Das ist 1976, Larry ist 14 und trommelt bereits seit sechs Jahren verbissen, spielt in Stadtteil-Marschkapellen und hat damit Respekt erbietende Erfahrung. Er ist es, der die Gruppe aus den Jungs, die bei ihm vorstellig werden, zu „The Larry Mullen Band“ zusammenstellt – und dabei ein recht gutes Händchen beweist. Bis auf ein paar winzige Änderungen wählt er die heutige Besetzung von U2.
Er nimmt Adam Clayton, einen uralten, eineinhalb Jahr älteren Bassisten, Kind eines englischen Soldaten, seit knapp zehn Jahren in Irland. Mullen Junior und Clayton sind heute eigentlich die unscheinbaren Zwei von U2, was allerdings weniger daran liegt, dass sie allein dankbare Mitmusiker wären (sie sind nicht unwesentlich am Soundtrack zu „Mission: Impossible“ beteiligt) sondern eher an den zwei anderen Typen, für die sich Larry entscheidet, Männer mit eindrucksvoller Medienpräsenz.
David Howell Adams tritt bereits seit einigen Jahren mit seinem älteren Bruder Dick auf, spielt Gitarre und Klavier. Gebürtiger Londoner und 61er Jahrgang, bringt er Dick mit – und beide steigen in das Projekt ein, wobei Dick die Band verlässt, noch bevor sie U2 getauft ist. Mit Ivan McCormick und Peter Martin können sich auch zwei Freunde Larry Mullens rühmen, zumindest am Anfang für kurze Zeit Teil des Projektes gewesen zu sein. Der jüngere der Adams bleibt nicht nur bei der Stange, sondern erarbeitet sich einen weit über die bekannten Grenzen reichenden Ruf als Gitarrist, und gehört unverzichtbar zum possierlichen Gesamtbild, das U2 abgibt. Er ist nicht so superbekannt, umtriebig und allgegenwärtig wie der Sänger der Band, aber wenn es um U2 geht, dann ist er dabei – und zweifellos das zweitbekannteste Mitglied der Gruppe, besser unter dem Namen The Edge.
Den Namen erhält er von Paul David Hewson, der wiederum besser als Bono bekannt ist. Bono stammt aus Dublin, ist Jahrgang 1960 und die Stimme der vier von Larry zu U2 zusammengestellten Männer. Bono ist zum Zeitpunkt der großen Entscheidung noch vergleichsweise frisch Musiker, ein blutiger Anfänger, der sich hinterm Mikro allerdings einen sehr leidenschaftlichen, unverkennbaren Stil erarbeitet. Mag sein, dass Experten U2 auch am Schlagzeug oder der Gitarre von The Edge erkennen, allerdings wird jeder, der in den letzten 20 Jahren ab und zu Mainstream-Radio gehört hat, Bono sofort erkennen.
Die Band findet sich 1976, mit dem Namen dauert es noch zwei Jahre. Zunächst nennen sich die Jungs Feedback, später The Hype, schlussendlich U2. Bei einem Nachwuchswettbewerb in Limerick gewinnt die Band Studioaufnahmen, während der Aufnahmen lernt sie den gebürtigen Hannoveraner Paul McGuiness kennen, der sich als Manager aufdrängt und diese Funktion auch behält.
Die EP „Three“ entsteht und erscheint 1979 in Irland – in der Post-Punk-Ära kommen die noch nicht gerade virtuos oder gut abgestimmten Jungs hervorragend an und haben direkt ihren ersten Charterfolg. Ein erster Auftritt in London im selben Jahr floppt allerdings ziemlich. Anfang 1980 folgt die Single „Another Day“ in Irland.
U2 - Platten
Island Records nimmt U2 im März 1980 unter Vertrag, im Oktober erscheint das Album „Boy“ mit dem ersten internationalen Hit „I Will Follow“, 1981 folgt das Album „October“ überraschend schnell – die Musiker geben sich recht brav und christlich. Mit dem 1983er Album „War“ und dem Englischunterrichtsklassiker „Sunday Bloody Sunday“ gibt die Band plakativ preis, worum es ihr geht – nicht den klassischen Rockthemen zu frönen, sondern die wachsende Popularität zu nutzen, um in den in unglaublicher Banalität versinkenden 80ern zumindest Flagge zu zeigen – eine weiße schwenkt zumindest Bono auf der War Tour. Deswegen ist es vermutlich auch sagenhaft ungerecht, wenn man heute dem Musiker Bono irgendein monitäres Kalkül unterstellt, während er durch die UN, den Amazonas, das Oval Office, das Brandeburger Tor, die Bildzeitung, das Nobelkommittee, Nicaragua oder ganz Afrika in einem Satz zieht. Der Erfolg von U2 baut darauf auf.
Der Name des 1984er Albums „The Unforgettable Fire“ bezieht sich auf die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Musikalisch ist die Gruppe in den 80ern angekommen. Lupenreiner Gitarrenpop, aufwändige Arrangemente, große Gesten – die ausgebreiteten Arme – ersetzen etwas die leidenschaftlich kontinuierliche Vorwärtsbewegung. U2 gehört zu jenen Bands, die in den 80er Jahren die Bezeichnung Stadionrock mit Bedeutung erfüllen. Natürlich nimmt U2 im Juli 1985 Teil am legendären Live Aid im Londoner Wembley Stadion.
1987 erscheint The Joshua Tree. Für viele sicherlich das beste Album der Band, ist es bis dahin mit Abstand das lukrativste. Die ersten drei Titel: „Where The Streets Have No Name“, „I Still Haven´t Found What I´m Looking For” und “With Or Without You” sind Allzeitklassiker, die Gruppe sammelt Preise und Verkaufsrekorde im zweistelligen Millionenbereich. Da Island Records in den 90er Jahren die Alben der 80er massenhaft neu auflegt und verkauft, sind präzise Zahlen kaum zu bekommen, dem interessierten Hörer verschafft dies allerdings einen recht kostengünstigen Einblick in die Veröffentlichungsgeschichte der Band.
1988 erscheint mit „Rattle And Hum“ ein Doppelalbum, das zur Hälfte Aufnahmen der The Joshua Tree Tour, zur anderen Tracks enthält, die in den Sun Studios in Memphis zum Teil gemeinsam mit Bob Dylan und B.B. King entstanden sind.
In Berlin entsteht 1990 „Achtung Baby“. U2 erfindet sich neu, wird cooler, elektronischer. „One“ ist der Megahit auf dem Album, das gefolgt wird von der Zoo TV Tour, mit einer bis dahin beispiellos aufwändig produzierten Bühnenshow. Etliche Monitore bilden einen riesigen Fernseher, vor dem Bono mit der Fernbedienung steht und durch das jeweilige nationale Programm zappt, oder vor denen er etwa mit Helmut Kohl in Kontakt zu treten versucht.
Während der Tour entsteht das Studioalbum Zooropa, ein Produkt, mit dem sich die Band innovativ und mutig zeigt, „Numb“ läuft auf MTV heiß, um dann das Projekt mit Johnny Cash und „The Wanderer“ zu schließen.
U2 - Pause
Erst 1997 folgt das nächste reguläre Studioalbum (für das 1995 erschienene Projekt „Original Soundtracks I“ mit Brian Eno nennt man sich Passengers). Von den Kritikern als eine Mischung aus Rock und Techno eingenordet nennt es sich schlicht „Pop“. Viele eingefleischte Fans sind der Experimente überdrüssig. Zwar steigt Pop dort in die Charts ein, wo die Band von ihrem Standing her hingehört, der Erfolg ist nicht mehr so nachhaltig wie gewohnt. Dafür ist die Tour gewohnt gigantisch.
„All That You Can´t Leave Behind“ erscheint im Oktober 2000 und geht musikalisch zurück zu den Erfolgswurzeln der Band. Das Gros der Fans wird erleichtert gewesen sein, das Album erklimmt in Europa und den USA die ganzen ersten Plätze der Charts. Preise, beispielsweise Grammys regnen aus Dankbarkeit, „Beautiful Day“ nimmt die öffentlich-rechtlichen Radiosender mit der 2 am Ende in Beschlag.
2004 wird das Album „How To Dismantle An Atomic Bomb“ auf den Markt gebracht. Die Herren richten sich fürs Altern ein. Das ist auch nötig, denn der Schusseligkeit von The Edge ist es zu verdanken, dass bereits vor der Veröffentlichung eine Demo-CD des Albums in die Öffentlichkeit gelangt. Es folgt die obligatorische gigantische Tour. U2 TOP NEWSU2 - 360° Tour wird fortgesetztU2 - Proteste nach Konzerten in DublinU2 - I´ll Go Crazy If I Don´t Go Crazy TonightU2 - TicketverkaufsrekordeU2 - No Line On The Horizon auf Platz 1>> Alle News zu U2 U2 Fotogalerie![]() CD Reviews von U2 findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von U2 bietet lyrix.at |
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