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A Perfect CircleA Perfect Circle ist so was wie das US-Nationalteam der Rockmusik, ein Projekt, 1999 vom Tool-Sänger Maynard James Keenan angeschoben und gemeinsam mit Billy Howerdel, ehemaliger Tool-, Nine Inch Nails- und Smashing Pumpkins-Gitarrentechniker, der bereits seit den frühen 90ern mit Keenan zusammenarbeitet, umgesetzt, mit der Bassistin und Violinistin Paz Lenchantin, die im Anschluss an etlichen sehr spannenden Projekten teilnimmt, sie wird ebenso wie Troy Van Leeuwen, der auch an A Perfect Circle teilnimmt, später von Josh Homme in die Wüste geladen – ferner ist Tim Alexander dabei, der Schlagzeuger von Primus und von Puscifer, einem weiteren Projekt von Keenan.
Jedenfalls sind es ausgesucht gute Leute, die bei A Perfect Circle aufeinandertreffen, von Keenan dazu auserkoren, Howerdels Material einzuspielen – Material, das, der Genrename trägt das Gewicht, die Bedeutung und Qualität: Progressive Rock, gelegentlich auch Alternative Rock oder Alternative Metal, genannt wird. Das sind alberne Spielchen, denen wir uns nicht hingeben mögen. Die Sache mit dem Label ist selbstredend kein Problem, Virgin Records übernimmt zum ersten Wurf, Alan Moulder wird zum Abmischen eingekauft, der Schlagzeuger Josh Freese verlässt Guns N´ Roses, Howerdel lässt sich überreden, seine Lieder nicht von einer Frau, sondern von Keenan singen zu lassen – A Perfect Circle spielt erst einige Gigs in Los Angeles, bevor sie sich ins Studio zurückzieht …
… um mit einem – natürlich sehr perfekten – Album und dem Titel „Mer De Noms“ herauszukommen, das im Mai 2000 veröffentlicht wird. A Perfect Circle ist ein Liebhaberprojekt für Leute, die Rockmusik mögen, es auch kitschig ertragen, die zuhören können und nichts gegen Tempowechsel, Getragenheit und Brachialität haben. A Perfect Circle macht keine Musik für die Charts, aber durch die Berühmtheit einiger Akteure, vornehmlich Maynard James Keenans, der schon wesentlich unzugänglicheres Material auf die Beine gestellt und an den Mann gebracht hat, landet das Album genau da, in vielen englischsprachigen Ländern sogar sehr weit oben, „Mer De Noms“ spielt vielfach Platin ein. Sogar Singles werden in verschiedene Charts gestemmt – wir wollen es jedoch nicht übertreiben. A Perfect Circle tourt mit den Nine Inch Nails.
A Perfect Circle – Thirteenth Step
Ist die erste Arbeit anständig, darf die zweite bejubelt werden. Der Bassist Twiggy Ramirez – der Name sagt es: ein Mann aus dem Umfeld Marilyn Mansons – wird gewonnen, ebenso der Gitarrist James Iha (jawohl, der von den Smashing Pumpkins, der stößt allerdings erst nach der Albumproduktion zu A Perfect Circle); dafür verlässt van Leeuwen die Band in Richtung Queens Of The Stone Age. „Thirteenth Step“ wird im September 2003 veröffentlicht und ist wesentlich dynamischer, verspielter, beginnt mit einem – seinerzeit so beliebten – 8-Minuten-Track, wirklich eine großartige Produktion. Und A Perfect Circle verkauft besser als zuvor, landet in noch mehr Ländern noch weiter vorne in den Charts, ab Januar 2004 tourt die Band um die Erde, hält sich in Europa, Australien und Japan auf.
Bereits zur US-Präsidentschaftswahl im November 2004 veröffentlicht A Perfect Circle das nächste Album, eine Zusammenstellung einiger Antikriegs-Klassiker bzw. zumindest Liedern, die Toleranz anmahnen, eine komplett verhauene Version von „Imagine“ (John Lennon) gehört beispielsweise dazu, natürlich Geschmackssache, ist aber auch wirklich das größte Problem, das man mit dem Album haben kann. Nick Lowes „(What´s So Funny ´bout) Peace, Love, And Understanding” direkt im Anschluss ist zum Beispiel durchaus akzeptabel und Marvin Gayes „What´s Going On“, ein Stück, das eigentlich nicht funktionieren kann, funktioniert einfach. Und so geht es weiter – spannend ist die Beobachtung, dass die Progressive/Alternative-Rocker/Metaler fast grundsätzlich dramatischer und kitschiger arbeiten als die Autoren/Komponisten der Titel, die sie nachspielen. Das Herz des Albums bilden „Gimmie Gimmie Gimmie“ von Black Flag und „People Are People“ von Depeche Mode.
Zur US-Wahl, die an George W. Bush geht, der diesmal nicht einmal richtig bescheißen muss, hat sich A Perfect Circle bereits verstreut. Wann es weiter geht? Keine Ahnung. Kauft „Thirteenth Step“. ![]() CD Reviews von A Perfect Circle findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von A Perfect Circle bietet lyrix.at |
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