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B-Tight
B-Tight Foto © by Murat Aslan Aggressives Aussehen

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B-Tight und Sido sind 2001 die ersten Musiker, die vom neu gegründeten Label Aggro Berlin unter Vertrag genommen werden. Als Major unter den provokativen Rapfabriken hat Aggro bis zum Ende am 1. April 2009 eine nur kleine Anzahl fester Rapper, die – einer Boygroup gleich – unterschiedliche Felder gesellschaftlicher Achillesfersen beackern. Wenn Sido der Experte für Analsex, Vermummung und Kifferei in der Öffentlichkeit (und natürlich Mädchencastings) ist, ist Fler der Mann für die deutschtümelnden Momente im Leben, Tony D hat den Totalschaden („Wo sind die Gegners?“) und B-Tight bezeichnet sich selbst als Neger. Er lässt dabei kaum eine Gelegenheit aus, die etablierte Hip-Hop-Klientel gegen sich aufzubringen, die nicht kapiert, was er meint, wie er meint.

 

Als Halbneger (so umschreibt er es schon mal im feinsten Nazi-/Kolonialisten-/Arschlochjargon) hat er natürlich den längsten Schwanz (auch wenn er ihn nicht vor Lady Bitch Ray zu entblößen wagt), ein anderes Taktgefühl als seine Kollegen und der Neger in ihm, dem B-Tight, ist etwas Unbändiges, etwas, was drin steckt, raus muss und nicht aufzuhalten ist. Für Promo-Aufnahmen lässt B-Tight sich auch für den Authentizitätsgewinn schwarz schminken, was die ganze Angelegenheit etwas unheimlich an KKK-Filme erinnern lässt. Rhetorisch ist B-Tight nicht der Fitteste, er besticht dadurch, dass er eine große Fresse hat und Grenzen sucht, um sie zu überschreiten und dabei auszusehen, als ob er sich in einem ihm angestammten Gebiet bewegt. Das ist der Aggro-Standard, ohnehin arbeitet Aggro Berlin mit einem hohen solchen – und da B-Tight lediglich seinen Acker bestellt, muss wie ein Spielverderber aussehen, wer da noch moralisch kommt.

 

Empörung, Unverständnis u.ä. ist eh für die Doofen. B-Tight heißt eigentlich Robert Edward Davis und ist geborener Experte. Aus Palm Springs (west coast) stammend, wächst B-Tight in Berlin auf – und beginnt zu rappen, als er gerade volljährig ist. B-Tight und Sido sind Royal TS, ab (Wahrheit Royal Bunker / Marcus Staiger) 1998 hauen sie regelmäßig Tapes auf den Berliner Markt. Das erste heißt „Wissen-Flow-Talent“, um sie herum formiert sich Die Sekte, …

 

B-Tight – … sein Album

 

… die Trennung von Royal Bunker verläuft ein wenig merkwürdig. Royal TS und Die Sekte, zu der inzwischen einige Leute gehören, begehren gegen Staiger auf, es existieren mehrere Versionen der Geschichte, jedenfalls haben die Rapper das Gefühl, dass der Labelboss auf die falschen Pferde setzt und der Labelboss ist überrascht, als sein Stall plötzlich halbleer ist. Die Geschichte ist gemeinhin bekannt: Sido, B-Tight und Bushido sind die frühen Stars des Labels Aggro Berlin, Royal TS gibt 2001 die EP „Das Mic und Ich“ frei, im Jahr darauf folgt die erste Aggro-Ansage, aus der Samplerreihe, die den Ruf des Labels begründet. Sido und B-Tight sind zunehmend als A.I.D.S. (Alles ist die Sekte) unterwegs … was weniger bekannt ist: noch vor Sido und Bushido ist B-Tights erstes Solotape „… sein Album“ fertig und im Umlauf.

 

Aber nicht so richtig, es wird auch nicht sein Durchbruch, man kann nicht gerade von einem Erfolg sprechen – und es ist erstaunlich, dass erst 2007 der nächste Versuch folgt (wenn man von einigen kleineren Soloveröffentlichungen, etwa von der EP „Der Neger (in mir)“ im Jahr 2002 absieht). Eine Hip-Hop-Ewigkeit liegt zwischen den Soloversuchen und B-Tight kann man nicht absprechen, an dem Erfolg der Aggro-Produktionen einen entscheidenden Anteil zu haben. Legendär ist „Heiße Ware“, das Mixtape von Tony D und B-Tight von 2005, der helle Wahnsinn, gemeinsam mit Fler springt er im selben Jahr mit „Du Opfa“ Eko Fresh an den Hals, Sido teilt mit ihm bis 2003 eine kaum zu überblickende Produktionsgeschichte und an verschiedenen Indizierungen, ein großes Geschäft, hat er seinen Anteil.

 

B-Tight – Neger Neger

 

Eigentlich soll 2006 „Bobby Dick“ veröffentlicht werden, bei Aggro ist man sich jedoch sicher, dass Deutschland noch nicht so weit ist. Aber für die EP „X-Tasy“, denn die wird veröffentlicht, ist ein großes kleines Album, in dem sich alles um den Schwanz des Interpreten dreht – und es ist wie bei allen B-Tight-Veröffentlichungen und den meisten Aggro-Produktionen: noch bevor über die Musik gesprochen wird, teilt „X-Tasy“ die Rezensentenwelt in jene, die den Musikern zu folgen vermögen und die anderen, die sofort bockig sind. Aggro polarisiert, das steht überall, und das ist Teil des Erfolgs … diesbezüglich ist B-Tight ein phantastischer Teil des Konzepts.

 

2007 wird „Neger Neger“ veröffentlicht, das erste richtige, im Handel erhältliche, große Album – einer der wütenden, vernehmbaren Proteste dagegen kommt aus den Reihen der Brothers Keepers … ein alter Konflikt, der seit 2002 schwelt, seitdem B-Tight in einem Interview gesagt hat, dass „die Neger (…) doch eher die (sind), die alles in´ Arsch geschoben kriegen hier“. Das Album steigt bis auf Platz sechs der deutschen Charts und wird 2008 indiziert – B-Tight produziert selbst als Beatight, holt sich Unterstützung von Tai Jason, Joe Rilla, Dan und fährt damit lustvoll gegen die Wand. Ein wichtiger Punkt: jenen, die sich empören, wird mit Unverständnis begegnet, es wird erklärt, die hätten es nicht kapiert, es wird weniger auf die Kunstfreiheitsgeschichte als das Recht gepocht, sich einen Spaß mit Rassismus, Sexismus und Gewalt zu machen.

 

B-Tight – Goldständer

 

Und auch wenn es leicht ist, die Arbeiten B-Tights empört abzulehnen, ist die Antwort auf die Frage, warum es gerade in diesem Fall so leicht fällt, durchaus spannend (eine Antwort wird an dieser Stelle aber nicht gewagt). B-Tight befindet sich gerade vermutlich in den goldenen Jahren seiner Schaffenszeit, in kurzer Zeit folgen die Veröffentlichungen aufeinander, Pornos sind geplant, die Indizierungsorgane kommen kaum hinterher. Eine interessante Episode ist auch das Vorgehen des Jugendamtes in München, das im Herbst 2007 Jugendlichen den Besuch eines B-Tight-Konzertes untersagt, und das ist eine Form der Indizierung, die dem Label wirklich schaden kann, weshalb es zu engagiert geführten Gerichtsverhandlungen kommt … und natürlich zu Diskussionen über Redefreiheit und die Frage, ob B-Tight nun ein guter oder nicht so guter Rapper ist (komisch, aber wirklich wahr).

 

„Ghetto Romantik“ ist noch 2007 ein weiteres Mixtape von B-Tight, das bei den meisten Kritikern gnadenlos durchfällt. B-Tight beruft sich in seiner Arbeit auf den Pimp, den afroamerikanischen Zuhälter, eine Figur, die viele Jahre bereits im US-Hip-Hop eine bedeutende Rolle spielt und glaubt ernsthaft daran, schlicht nicht verstanden zu werden. Ein schwieriges Feld, keinesfalls B-Tights Kragenweite. „Goldständer“, das nächste Album, gibt es Ende Oktober 2008. Die einen sind begeistert, die anderen versuchen zu belegen, warum das jetzt faktisch aber wirklich nicht gut ist, dritte Meinungen gibt es nicht.


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