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Backstreet Boys


Die Backstreet Boys werden irgendwann zwischen der Mitte und dem Ende der 90er Jahre richtig berühmt, am vielbeschworenen Ende der Boygroup-Glückseligkeit, an dem, jeder weiß das zu jener Zeit, dieser unsägliche Hype sich selbst fressen muss, da sich unglaublich viele unwichtige Vierer- und Fünferkonstellationen eine schwindende und zunehmend müde Mädchenmenge teilen müssen. Zwischen den unbedeutenden Boygroups sind die Backstreet Boys die Könige, und die Backstreet Boys räumen nicht nur richtig ab, die Backstreet Boys existieren auch noch länger, als man es von Boygroups gewohnt ist.

 

Eigentlich, und da darf man den Backstreet Boys nicht Unrecht tun, sind die Männer natürlich bereits seit 1992 zusammen und springen 1997 in eine Lücke, die durch die Trennung von Take That entsteht. Es gibt schon in den Jahren zuvor viele Fans, die Nick Carter, Brian Littrell, AJ McLean, Howie Dorough und Kevin Richardson für wesentlich größer halten, als alles, was es sonst noch drum herum gibt. Der internationale Erfolg der Backstreet Boys ist von langer Hand geplant und an den Hebeln steht auch bei dieser, wie bei so vielen Boygroups, der zwielichtige Lou Pearlman.

 

Benannt nach einem Flohmarkt in Orlando, aufgebaut für den US-Markt, schlagen die Backstreet Boys in Europa ein. 1995 erscheint die erste Single „We´ve Got It Going On“, deren höchste Chartplatzierung in Deutschland immerhin Platz vier ist. Das Album „Backstreet Boys“ erscheint zunächst in Europa im Mai 1996 und verkauft sich elf Millionen Mal. Gerade einmal ein Jahr später folgt „Backstreet´s Back“, Die Schweden Denniz PoP und  Max Martin (Ace Of Base, Rednex u.v.a.) sind als Produzenten an dem Album der Amerikaner beteiligt, das sich weltweit 28 Millionen Mal verkauft, in den USA indes nicht einmal auf den Markt kommt.

 

1999 folgt „Millenium“. Dieses Album wird allein in der ersten Woche fünf Millionen Mal verkauft und spielt in 45 Ländern Platin- oder Goldauszeichnungen ein. „Black & Blue“ ist im November 2000 das immerhin vierte Album, das von den Backstreet Boys auf den Markt gebracht werden darf. Wie üblich verkauft sich das Produkt glänzend, die Boygroup hat sich in den Jahren zuvor mit Liedern wie „Quit Playin´ Games“, „Everybody“, „I Want It That Way“ in die real existierende Radiowelt gespielt und legt nun unter anderem mit „Shape Of My Heart“ nach.

 

Anschließend ist erst einmal Feierabend. Mit der Trennung wird schon lange gerechnet, die Musiker haben Ärger miteinander, mit den Produzenten, Drogen- und andere gesundheitliche Probleme, schließlich folgt Nick Carter seinem Bruder Aaron in das Leben als Solokünstler. Eigentlich rechnet kaum einer damit, dass die Backstreet Boys ihre Karriere fortsetzen, eine offizielle Trennung ist zwar nicht ausgesprochen, die Gruppe existiert nun allerdings bereits wesentlich länger, als man es von vergleichbaren Projekten gewohnt ist – doch die Backstreet Boys machen weiter.

 

2004 wird am nächsten Album gearbeitet, „Never Gone“ heißt es, erscheint im Juni 2005, wieder werden Millionen Exemplare verkauft; inzwischen sind die Musiker gestandene Männer. Wenn also Boygroup-Ästhetik, hübscher Gruppengesang, irgendwie gewachsen und reif klingen kann, ist er es in diesem Fall vermutlich. Im Anschluss wandelt Brian Littrell auf Solopfaden, wichtiger ist, dass mit Kevin Richardson das erste Gründungsmitglied ganz offiziell die Backstreet Boys verlässt – und nicht ersetzt wird.

 

Die restlichen vier machen jedoch weiter, „Unbreakable“ erscheint im Oktober 2007, die Backstreet Boys existieren nicht nur länger als andere Boygroups, sie bestehen sogar so lange, dass sich zwischendurch alte Formationen zu Reunions wieder zusammenfinden, die ganz große Zeit der Boygroups im Backstreet-Boys-Format scheint nun allerdings wirklich langsam auszulaufen. Es sind nicht nur die Verkaufszahlen, die einbrechen, auch treten die Backstreet Boys (wie andere Boygroups) in den Charts längst nicht mehr so dominant auf. Es ist nur mehr Marotte, dass sie weitermachen, vielleicht sympathischer Trotz, den haben aber viele.





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