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Beatsteaks
Beatsteaks Foto © by Sven Sindt /upfront.de - Warner Music Group

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Beatsteaks - endlich wieder eine Band, die es wagt, englisch zu singen – in einer Zeit, in der doch deutsch zur Swing- und Weltsprache wird. Eine Band, die das Glück ihrer Arbeit auf die Bühne zu übertragen versteht, die ansteckend ist und sich ihre Hörer erspielt. Endlich wieder alte Säcke, die neue Popstars spielen dürfen, die zu ihrem spätpubertären Namen stehe, die Knickerbocker und Strumpfhosen salonfähig machen und den Hauptstadtkäse in vernünftige Bahnen lenken. Eine Band, die zumindest nicht wirkt, als habe sie bewusst an ihrer Karriere gebastelt, sondern den Anschein erweckt, als sei der Erfolg schlicht Ergebnis des Spaßes an der Arbeit und der Freundschaft.

 

Diese Gruppe initiiert keinen Konflikt mit einer vergleichbaren Band, vielleicht gibt es auch schlicht kein Pendant, das dazu einlädt. Alte Hasen im Geschäft, die Ärzte wie Die Toten Hosen, zollen ehrlich Respekt. Beatsteaks spielt lauten, frohen, lebensbejahenden Punkrock und Rock & Roll und etwas Pop natürlich – getragen von dem jauchzend einnehmenden Wesen des Sängers Arnim Teutoburg-Weiß.

 

48/49

 

Die Beatsteaks gründen sich 1995. Und zwar im Proberaum der Schönhauserstraße 48/49, in Berlin Mitte. Die Zahlenkombination ist magisch, also: merken! Aus der Urformation sind heute noch die Gitarristen Bernd Kurtzke und Peter Baumann aktiv, bereits seit den 80er Jahren besteht eine lose Formation aus Hobbymusikern. Gemeinsam mit dem Bassisten Alexander Rosswaag und dem Schlagzeuger Stefan Hircher bilden die zwei die ersten Beatsteaks.

 

Da keiner singen kann – und es (danke!) genug Bands gibt, denen ein Sänger ganz offensichtlich zugeteilt wurde, die denjenigen zum Sänger küren, der am meisten redet, von sich behauptet, ein Genie unter der Dusche zu sein oder der singt, weil er ein guter Freund von irgendjemandem ist, der gerade von seiner Freundin verlassen wurde – begibt man sich auf die Suche nach einem, der das Zeug zum Sänger, Shouter und ein bisschen auch Animateur hat. Der Sportartikelverkäufer und Gitarrenspieler Teutoburg-Weiß ist eine tolle Wahl. Der Spross einer Zirkusfamilie, der in der DDR die staatliche Artistenschule besucht, wird mitgeschleppt – und bleibt als Sänger.

 

Der erste Beatsteaks Auftritt erfolgt bei einer Abiparty in Lichtenberg. Beatsteaks nimmt ein erstes Demotape „Die Erste“ auf und gewinnt einen Berliner Musikwettbewerb. Dies qualifiziert Beatsteaks, im August 1996 als Vorgruppe der Sex Pistols vor einem Riesenpublikum in der Arena zu Berlin zu spielen, mit der Wahnsinnserfahrung von zehn gemeinsamen Auftritten.

 

Das Label XNO bindet Beatsteaks vertraglich und innerhalb weniger Tage Anfang 1997 entsteht das Beatsteaks Debütalbum „48/49“. Ein schönes Album, feinster, schneller Punk, gefüttert mit Hardcore- und Ska-Elementen. Viele Breaks, viel Energie, Gesang im Wechsel, es geht konsequent vorwärts, man genehmigt sich nur kurze Pausen und nimmt sich für jedes Lied genau so viel Zeit, wie es braucht. Es wird geblödelt und sowohl auf Deutsch als auch Englisch gesungen.

 

Und damit geht es dann auf Tour; als Vorgruppe von Faith No More zum Beispiel, von Lagwagon und von der Bloodhound Gang. Stefan Hircher steigt 1998 bei den Beatsteaks aus und wird durch den mittellosen Schwaben Thomas „Don Tomate“ Götz ersetzt. Torsten Dohm, Geschäftsführer von XNO, fungiert als Manager der Gruppe Beatsteaks – und das mit nachhaltigem Erfolg.

 

Beatsteaks - „Launched“

 

Für das zweite Beatsteaks Album nimmt Epitaph Records die Band unter Vertrag. Epitaph wird 1981 von Brett Gurewitz von Bad Religion gegründet und mausert sich durch die Jahrzehnte zu einem der großen und wichtigen Punk- und Hardcore-Labels.

 

Der Einfluss des Labels, bzw. die Sympathien für die Labelprodukte werden auf dem zweiten Album „Launched“ deutlich. Teutoburg-Weiß jauchzt und singt zunehmend, das Album gerät im Ganzen wesentlich melodischer. „Launched“ erscheint 1999, es geht auf Warped Tour. Das wiederum ist eine Skater- und Punkmusikveranstaltung, Träger ist der Schuhhersteller Vans. Eine ähnliche Veranstaltung ist die Deconstruction Tour, auch hier sind die Beatsteaks mit von der Partie.

 

Am Ende nimmt Torsten Scholz die inzwischen vakante Stelle des Beatsteaks Bassisten ein.

 

Beatsteaks - Living Targets

 

Ende 2000 beginnt die Arbeit an dem dritten Beatsteaks Album. Zunächst muss der Produzent Uwe Sabirowsky am Bass aushelfen, später der ehemalige Bassist von Faith No More, Billie Gould. Die Beatsteaks sind zuvor mit den Ärzten unterwegs, vielleicht bringt das Zusammensein mit den alten Berlinern die Band auf die Idee, noch etwas mehr von ihren Hardcore-Wurzeln zu weichen. Der typische Beatsteaks-Klang entsteht jetzt.

 

Auch für die Verbreitung des Bandnamens Beatsteaks über die Masse der Konzertbesucher hinaus wird einiges in Angriff genommen. Die Singles „Let Me In“ und „Summer“ werden veröffentlicht; obwohl – „Summer“ wird aufgrund von pressetechnischen Pannen nicht offiziell veröffentlicht. Dafür allerdings gibt es Material, das in Radio und Fernsehen gespielt wird.

 

Beatsteaks - Smack Smash

 

Warner steigt in das Projekt ein, Moses Schneider, mit dem die Band bereits 2002 eine EP aufnimmt, übernimmt sie Produktion. Man kann sich gut vorstellen, wie in den Kreisen der ersten Fans mitunter gejammert und der Abschied von den Referenzen, den 90ern, bedauert wird. Spaß darf was mit Popmusik zu tun haben – und man muss auch den Mut haben, Hits zu schreiben.

 

Mit „Smack Smash“ kommen die Beatsteaks in die Charts. Wer sie in den letzten Stunden des Hurricane-Festivals 2004 auf der kleinen Bühne sehen darf, wie sie einem Magneten gleich die Massen an ihre kleine Bühne ziehen und dabei Cypress Hill, drüben bei den Großen, die Lichter ausblasen, der weiß, dass das in Ordnung geht.

 

Das Beatsteaks Album geht hoch bis auf Platz 11 der deutschen Charts, „Hand In Hand“, „I Don´t Care As Long As You Sing“ (das Video mit Demba Nabé von Seeed) und „Hello Joe“, dazu das Video mit Jürgen Vogel als Joe, aber vor allen Dingen immer wieder „Hand In Hand“ hebt die Beatsteaks in die Phalanx der ganz großen Rockbands hier.

 

Beatsteaks - Limbo Messiah

 

Das sieht man am nächsten Beatsteaks Album „Limbo Messiah“, das 2007 erscheint. Es ist rund. Noch ein Beweis? Beatsteaks machen keinen Schrott zur Fußball-WM. Noch ein Beweis? Die Beatsteaks können sich drei Jahre Zeit lassen. Noch einer? Im Sommer 2007 werden die Beatsteaks bei Rock am Ring als eine der großen Bands gebucht.

 

Das Album ist kurz gehalten. 31 Minuten müssen reichen. Das ist vermutlich die wichtigste Referenz an die eigenen Wurzeln. Die Beatsteaks haben ein gutes Paket geschnürt, viele der Stücke erschließen sich dem Hörer erst beim zweiten Hören, „Jane Became Insane“ ist die bis hierhin erfolgreichste Single der Beatsteaks. Den Auftritt bei dem Konzert in Rostock zur Aktion „Deine Stimme gegen Armut“ im Juni 2007 gewinnt die Band Beatsteaks locker gegen Bono und Herbert und Campino und so.


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