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Beyoncé Knowles ist die Diva des neuen Jahrtausends, der Star, an dem es sich zu messen gilt, die Stimme im Popgeschäft, die Maßstäbe setzt, wenigstens jene, die im Kampf um die Chartplatzierungen Gewicht haben. Nicht Jennifer, nicht Britney oder Christina können mithalten, wenn es darum geht, auf dem Markt Beständigkeit zu zeigen, ohne auf Banales oder Peinliches aus dem Privatleben zurückgreifen zu müssen. Natürlich führt auch Beyoncé Knowles eine Promibeziehung, diese wird jedoch – für die heutige Zeit auffällig – in einer souveränen Zurückhaltung gelebt. Auch Beyoncé Knowles baut ihre Karriere auf dem Erfolg einer nicht gerade berauschenden Girlgroup auf, ihre Eigenständigkeit führt inzwischen jedoch so weit, dass sie, ohne sich dessen schämen zu müssen, auf den Start ihrer Karriere zurückblicken kann. Natürlich hilft Beyoncé Knowles, dass sie über den R&B-Sektor in das Popgeschäft kommt, in dem die Frage nach Qualität und deren Verhältnis zum Marktwert zumindest in der europäischen Rezeption gelassener gestellt wird. Das eigentlich Erstaunliche ist jedoch, dass Beyoncé Knowles, obwohl sie als Kinderstar gestartet ist, bisher keine größeren öffentlichen Dramen durchleben musste. Es scheint fast, als habe Beyoncé Knowles nie um einen Imagewandel kämpfen müssen, vielmehr ist sie in ihrer Bedeutung als Sängerin stetig gewachsen – und die Veränderungen, die das mit sich bringt, sind selbstverständlich in das Bild, das man sich von der Künstlerin macht, eingeflossen.
Das alles kann man als glückliche Fügung sehen, für Fans jedoch ist es Beleg für die wahre Größe der Beyoncé Knowles. Alles beginnt 1981 mit der Geburt im texanischen Houston. Der komische Vorname ist Referenz an die französischsprachigen Großeltern aus Louisiana. Die Karriere von Beyoncé Knowles beginnt früh und wird von den Eltern stark gefördert. Auch ihre fünf Jahre jüngere Schwester Solange hat eine Karriere als Schauspielerin, Model und Sängerin eingeschlagen, ihr Solodebüt von 2003 ist ganz besonders in Malaysia und auf den Philippinen erfolgreich. Die Schulkarriere von Beyoncé Knowles beginnt früh zielgerichtet in der ortsansässigen High School for Performing and Visual Arts und setzt sich etwas außerhalb von Houston an der High School von Alief fort.
Beyoncé Knowles - Girl´s Tyme
Bevor Beyoncé Knowles mit den Destiny´s Child weltberühmt wird, singt sie im Kirchenchor, nimmt an Wettbewerben teil und Anfang der 90er Jahre wird die Mädchengruppe Girl´s Time gegründet. Diese besteht neben den Mitgliedern der Chartstürmer (abgesehen von LeToya Lucket) aus einer Hand voll weiterer Mädels, die Schwestern Nikki und Nina Taylor, sowie Támar Davis, die 2006 für „Beautiful, Loved and Blessed“ mit Prince zusammenarbeitet.
Girl´s Tyme nimmt an einem Wettbewerb namens Star Search teil, scheitert allerdings – angeblich aufgrund der mangelhaften Rap-Performance. Zunächst wird Beyoncé Knowles von Andretta Tillman gemanagt (später werden Destiny´s Child ihr ein Outro widmen) und sie erhält einen Vertrag bei Elektra Records, verlieren ihn jedoch auch wieder sofort. Das ist 1995, die Taylor-Schwestern sind da bereits einige Jahre nicht mehr dabei, ebenso Támar Davis. Es ist eine Zeit großer Wechsel und Unsicherheit. 1995 wird ein Schnitt gewagt. der Vater von Beyoncé, Mathew Knowles, schmeißt seinen Job und wird Manager – eines neuen Projektes.
Destiny´s Child
Destiny´s Child heißt es, der Name soll ungefähr der vierte Versuch sein, und die Gruppe besteht aus den Freundinnen und Girl´s Tyme-Mitgliedern Beyoncé Knowles, LaTravia Roberson und Kelly Rowland. Hinzu kommt LeToya Luckett. Während uns heute Destiny´s Child üblicherweise als Trio in Erinnerung ist, sind die jungen Frauen doch lange Zeit als Quartett aktiv.
1996 nimmt Columbia Records die Gruppe unter Vertrag. Mit einem starken Partner im Rücken haben die vier direkt 1997 mit „Killing Time“ ihre erste Veröffentlichung auf dem Soundtrack zu „Men in Black“. Das selbstbetitelte Debütalbum erscheint Anfang 1998. Für den amerikanischen Markt kommt die erste Single bereits einige Monate zuvor heraus – in zweifacher Ausfertigung. Die mit Wycef Jean produzierte Version von „No No No“ ist direkt der erste Charthit.
1999 erscheint das zweite Album „The Writing´s on the Wall“. Ein Welterfolg, 13 Millionen Alben werden verkauft, so etwas gibt es heute so gut wie gar nicht mehr. Im folgenden Jahr gibt es allerdings einigen Ärger. Roberson und Lucket legen sich mit der Familie Knowles an, Ziel ihrer Angriffe ist der Vater Mathew, der Vorwurf der persönlicher Bereicherung (das trifft in einer solchen Konstellation immer), die Folge der Rauswurf von LaTavia Roberson und LeToya Lucket, eine Klage der beiden, eine Schmutzkampagne und die Einstellung der Klage.
Michelle Williams spring ein und bildet mit Kelly und Beyoncé Knowles das Trio, das in Erinnerung bleiben wird. Das erste gemeinsame Projekt ist „Independent Women (Part I)“ für den Soundtrack von „3 Engel für Charly“. Irgendwie klappt die Umstellung ganz gut, das Album „Survivor“ von 2001 ist – was die Chartplatzierungen angeht, der absolute Höhepunkt der Gruppe.
Destiny´s Child existiert zwar bis 2005 weiter und veröffentlicht 2004 noch das Album „Destiny Fullfilled“, da ist Beyoncé Knowles jedoch längst als Solokünstlerin wesentlich dicker im Geschäft.
Beyoncé Knowles Solo
„Dangerously in Love“ erscheint 2003. Wie selbstverständlich ist das kindlich-girlgroup-mäßige weg und macht mehr Soul Platz. An dem Wunderwerk arbeiten Größen wie Missy Elliott (die begleitet Beyoncé Knowles bereits eine ganze Weile), werdende Größen wie Sean Paul, fast vergessene Größen wie Luther Vandross, Allzweckwaffen wie Pharrell Williams und ihr Lebensgefährte Jay-Z, ein bekannter Rapper und Produzent. Fünf Single-Auskopplungen kommen in den USA unter die TOP 4, 11 Millionen Alben werden verkauft, wesentlich mehr Singles.
Beyoncé Knowles ist auch Schauspielerin. Bereits 2001 ist sie für eine MTV-Produktion vor der Kamera, bei „Austin Powers III“ hat Beyoncé Knowles eine Nebenrolle, wichtig ist ihre Arbeit in „The Fighting Temptations“ mit Cuba Gooding Jr., denn damit hat sie es auf das Filmplakat geschafft. Mit Steve Martin und Jean Reno kommt Beyoncé Knowles in „Der rosarote Panther“ 2006 ins Kino, auch eine wichtige Etappe, denn damit spielt sie den Produzenten richtig viel Geld ein. Die wichtigste, die allerwichtigste Produktion ist jedoch (bisher) „Dreamgirls“. Die Produktion verknüpft auf wundervolle Weise die junge Karriere der Beyoncé Knowles mit dem Anspruch, auf der Leinwand Großes zu leisten – und hat (zumindest für viele) auch etwas Größenwahnsinniges – schließlich spielt sie Diana Ross – bzw. eine von Diana Ross inspirierte Figur.
Man kann sich nur wundern, was alles in einem Jahr zu schaffen ist – denn 2006 veröffentlicht Beyoncé Knowles auch noch ihr zweites Soloalbum „B´Day“. Der Erfolg bleibt Beyoncé Knowles treu. 2008 können wir uns auf neues Material freuen. |
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