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Black Eyed Peas


The Black Eyed Peas sind mal wieder ein prima Beispiel dafür, dass man Musikern Zeit geben muss, sich zu finden, Fehler zu machen, sich zu formatieren usw. Als die vier Musiker weltberühmt werden, spielen die Black Eyed Peas – zumindest zum Teil – bereits seit etlichen Jahren zusammen; eine Hip-Hop-Formation, aber irgendwie auch nicht, die Gruppe Black Eyed Peas zeichnet ein deutlicher Hang zum Stilmix, zum abendfüllenden Feuerwerk aus, wobei Funkelemente immer wieder überwiegen.

 

Glaubt man den Chronisten, reichen die Wurzeln der Black Eyed Peas bis in die späten 80er zurück. Allan Pineda Lindo, Mitte der 70er auf den Philippinen geboren, bekannter unter seinem Namen Apl de ap, kommt als Teenie in Los Angeles über Breakdance zum Hip-Hop. Der zunehmend als Produzent bekannte will.i.am, kaum unter seinem bürgerlichen Namen gerufene William James Adams, jr., kommt aus der Stadt der Engel. Die beiden rappen und performen sich durch ihre Jugend, nennen sich erst Tribal Nation, später, um einige Kollegen gewachsen (Namen: DJ Motiv8, MC Mookie Mook, Dante Santiago), nennen sie sich von Atbann Klann. Ruthless Records nimmt den Haufen unter Vertrag, veröffentlicht das mühsam zusammengebastelte Debütalbum „Grass Roots“ jedoch nie. Atbann Klann, eine laute, fidele Gruppe, passt nicht in die Düsternis der Gangsta-Landschaft.

 

1995 ist ein entscheidendes Jahr: Eazy-E, als Chef von Ruthless Förderer und Blockierer der Gruppe in Personalunion, stirbt. will.i.am und Apl de ap gründen mit Dante Santiago die Black Eyed Peas, Santiago verlässt die Gruppe alsbald, Jaime Luis Gómez, besser bekannt als Taboo, ist bis heute das dritte männliche Mitglied der Gruppe. Ferner werden die Black Eyed Peas 1997 bei Interscope Records unter Vertrag genommen. Ab 1996 ist mit Kim Hill auch eine Sängerin Teil der Besetzung von Black Eyed Peas, allerdings nicht so fest, dass ihr hübsches Gesicht auf dem Albumcover Platz fände. 1998 gibt es endlich ein veröffentlichtes Black Eyed Peas Debütalbum: „Behind The Front“. Im Sommer auf den Markt gebracht, kann es nicht gerade als „Durchbruch“ oder dergleichen bezeichnet werden, immerhin gibt es mit „Love Won´t Wait“ einen ersten gemeinsamen Track mit Macy Gray und die erste Single „Joints & Jam“.

 

Black Eyed Peas arbeiten auf Tour mit Live-Instrumentalisten, es wird tatsächlich gespielt, der Gruppe Black Eyed Peas eilt der Ruf voraus, hochqualitativ zu arbeiten, unterschiedliche Gruppen, die ebenfalls als „gut“ gelten (No Doubt, Cypress Hill), lassen die drei schwarzäugigen Erbsen ein wenig in ihrem Kielwasser schwimmen, man macht sich einen Namen.

 

Das zweite Black Eyed Peas Album „Bridging The Gap“ erscheint im September 2000 und ist dann schon – zumindest was die Begleitmusiker angeht – hitverdächtig. De La Soul ist bei „Cali To New York“ dabei, Mos Def bei „On My Own”, Wyclef Jean ist dabei. Zwei Singles werden veröffentlicht, „Weekends”, begleitet von Esthero und „Request Line“ mit Macy Gray, der Einstieg in die US-Charts. So richtig erfolgreich ist auch dieses Album nicht, die Zusammenarbeit mit Kim Hill endet, die auf dem Album für den Track „Hot“ noch ihre Stimme hergibt.

Black Eyed Peas - Elephunk

 

Die Arbeit an dem nächsten Black Eyed Peas Album beginnt zügig, Stacy Ann Ferguson, die Fergie, stößt zu den Black Eyed Peas. Sie hat zuvor bei einer Girlgroup namens Wild Orchid gespielt, wird nun unverzichtbarer Bestandteil der Hip-Hop-Formation und startet ab Herbst 2006 eine unglaublich erfolgreiche Solokarriere. Das, was zunächst folgt, ist jedoch auch nicht schlecht. „Where Is The Love?“ ist 2003 die erste Single des Albums „Elephunk”, und die ist ziemlich direkt weltweit ein Hit. Das mag auch an Justin Timberlake liegen, der – ebenso wie Fergie der Gruppe – neben der nötigen Aufmerksamkeit ganz offensichtlich dafür sorgt, dass der hopsende Teil des Mainstreams sich inspiriert fühlt. Das schöne an den Black Eyed Peas ist, dass sie immer wieder mit recht unterschiedlichen Tracks in den oberen Regionen weltweiter Charts einzuschlagen vermögen.

 

So verhält es sich auch mit „Shut Up“, der zweiten Black Eyed Peas Single, mit „Hey Mana“ und „Let´s Get It Started“ (bzw. „Let´s Get Retarded“, das ist die Album-Version), den folgenden Auskopplungen. Gerade im Vereinigten Königreich hat die Gruppe früh schon eine feste Hörerschaft. Die Black Eyed Peas touren um die Erde, dank Apl de ap, seines Tracks „The Apl Song“ und einer Fernsehsendung werden die Black Eyed Peas auch auf den Philippinen zu Stars. Für die NBA Finals wird „Let´s Get It Started“ gebucht, ein Selbstläufer, auch weil Carlos Santana mit den Musikern zusammenarbeitet, ohnehin haben sich einige Prominente mit den Musikern zusammengesetzt. Dante Santiago macht noch einmal mit, Papa Roach ist dabei, Juanes auf einem Bonustrack, der größte Coup ist jedoch das Engagement der Legende Sérgio Mendes, für dessen Album „Timeless“ (2006) sein alter Hit „Mas Que Nada“ gepimpt, und dadurch zum Welthit wird.

 

2005 gibt es den ersten Grammy für die Black Eyed Peas in der Kategorie „Best Rap Performance by a Duo or Group“ mit dem Lied „Let´s Get It Started“. Es ist die Schokoladendisziplin der Formation Black Eyed Peas, 2006 und 2007 sackt sie die Preise in der Kategorie ebenfalls ein. Verblüffend ist die Geschäftigkeit der Black Eyed Peas, sie werben für Apple, mehrere Lieder, sogar die Charaktere der Musiker, werden für Konsolen- bzw. PC-Spielen verwendet. Insgesamt soll das Album um die sieben Millionen Mal verkauft worden sein, eine beachtliche Zahl, bedenkt man, dass es für die Besetzung das Debüt ist.

Black Eyed Peas - Monkey Business

 

Die Black Eyed Peas können allerdings noch besser. Für das Black Eyed Peas Album „Monkey Business“ kann man erneut Justin Timberlake gewinnen (für „My Style“), außerdem Jack Johnson, den Surfer mit der Gitarre („Gone Going“), James Brown, der in seinen letzten Monaten extrem aktiv ist („They Don´t Want Music“), der Track „Like That“ wird mit John Legend, Talib Kweli, Q-Tip und Cee-Lo Green eingespielt, Sting ist an einem Lied beteiligt und Dante Santiago darf auch wieder mitmachen.

 

Das beste allerdings ist, dass die Zusammenarbeit mit großen Namen ein Faible zu sein scheint, weniger eine Notwendigkeit, denn vor allen Dingen will.i.am hat inzwischen einen Ruf, der reicht – er wird zunehmend als Produzent gebucht – und auch Fergie ist in aller Munde. Die Singleauskopplungen sind allesamt hauseigene Produktionen ohne Starbonus. Das Album erscheint im Mai 2005, im selben Jahr werden auch die Singles „Don´t Phunk With My Heart“, „Don´t Lie“ und „My Humps“ veröffentlicht, allesamt (wenigstens in England) Top-10-Hits, in den Media Control Charts ist die dritte Single diejenige, die mit einem vierten den besten Platz belegt.

 

Etwa zehn Millionen Mal wird das Black Eyed Peas Album „Monkey Business“ verkauft, die Videos zu den Singles aufwändig wie abwechslungsreich produziert, die Jungs in der Crew prügeln sich auf dem Berliner Fernsehturm, immer wieder lassen sich die Musiker für Charity-Aktionen einbinden, 2006 produziert will.i.am „Renegotiations: The Remixes“, eine entsprechende EP, Apl de ap und Taboo bringen 2008 Soloalben auf den Markt, während will.i.am seit Anfang des Jahrtausends bereits immer wieder eigene Alben dazwischenwirft. Für 2008 ist „The E.N.D. (The Energy Never Dies)“ angekündigt.





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