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Bruce SpringsteenBruce Springsteen ist das Idealbild des Rockers – für Sportlehrer. Bruce Springsteen, dessen musikalische Qualitäten für viele seiner Fans darin bestehen, dass er „immer alles gibt“. Bruce Springsteen bietet für viele Freunde klassischer Rockmusik die wichtigste Entwicklung und die logische Fortsetzung des Genres. Bruce Springsteen gehört zu jenen, die zur Gitarre greifen, weil sie als Kinder den frühen Elvis Presley hörten; er steht für das Gute, das Ehrliche in der Rockmusik, für den guten Patriotismus, für ehrliches Handwerk, für das richtige Engagement und die ehrliche Aufteilung von Gagen an seine Bandmitglieder. Bruce Springsteens Gruppe, die E Street Band, gibt ihm den inzwischen weltweit verwendeten Titel „The Boss“.
Ohnehin kann man die Bedeutung, die Bruce Springsteen in der Popmusik hat, anhand vieler Parameter bemessen. Seine Stimme dürfte von einer ungeheuer großen Prozentzahl der Menschen sofort erkannt werden, Bruce Springsteen hat Hits, die jeder kennt, bei ihm kann man nicht hoch genug mit Lobhudeleien greifen: Bruce Springsteen ist der Chronist der jüngsten amerikanischen Geschichte und ein typisches Kind der Arbeiterklasse, das sich nicht nur selbständig hocharbeitet, sondern auch das intellektuelle Rüstzeug erkämpft – und zwar über Songtexte. Bruce Springsteen bedient sich von den Bildern, die die amerikanische Folklore bietet. Bruce Springsteen ist das Musterbeispiel eines Rockmusikers, vielleicht das Muster schlechthin. Eventuell fehlen ihm ein wenig die Eskapaden, die eigentlich dazugehören.
Bruce Frederick Joseph Springsteen kommt im September 1949 in New Jersey zur Welt. Er geht auf eine römisch-katholische Schule, eine High School und ein College, um es wieder abzubrechen. Bruce Springsteen bringt sich das Gitarrenspiel an einer E-Gitarre bei. Er ist noch nicht volljährig, da ziehen seine Eltern an das andere Ende der USA, er bleibt. Bruce Springsteen hat schließlich bereits begonnen, an seiner Musikerkarriere zu basteln. Zunächst spielt er in verschiedenen kleinen Bands, beginnt dann ab 1969, eine eigene Gruppe zu gründen.
Bruce Springsteen - E Street Band
Bis zur E Street Band dauert es noch einige Jahre. Schritt für Schritt kommen die Musiker zusammen, ständig wechselnde Namen begleiten diesen Prozess. Ein früher Kollege von Bruce Springsteen ist der Gitarrist Steven van Zandt, heute bekannt als Silvio Dante bei The Sopranos. Er gründet mit Bruce Springsteen die ersten Gruppen, ist jedoch bei der offiziellen Gründung, die mit dem ersten Plattenvertrag bei Columbia Records 1972 zusammenfällt, nicht dabei, sondern erst ab 1975, dann zunächst für zehn Jahre, Teil der Band. Die Keyboarder Danny Federici und David Sancious gehören von Anfang an dazu, auch der Saxophonist Clarence Clemons, der Schlagzeuger Vini Lopez und der Bassist Garry Tallent.
Die E Street Band funktioniert auch ohne Bruce Springsteen, sie arbeitet für etliche Superstars (Bob Dylan, Aretha Franklin, David Bowie, Peter Gabriel, Sting, Carlos Santana, Tracy Chapman …), verändert sich natürlich im Laufe der Jahrzehnte permanent, zum Beispiel singt die spätere Ehefrau Springsteens, Patti Scialfa, im Background, der Keyboarder Roy Bittan gehört fest dazu, die Geigerin und Sängerin Soozie Tyrell, der Schlagzeuger Max Weinberg und Nils Lofgren ist noch ein wichtiges Mitglied. Die E Street Band ist mehr ein Kollektiv, jeder der Musiker produziert auch Soloalben, zwischen 1989 löst sich die Formation sogar auf, um dann immer wieder zueinander zu finden. Wenn irgendwelche Schwachsinnspreise vergeben werden, dann stellen sich die Preisträger gerne hin, und danken dem Team. Bruce Springsteen hat eine verdammt gute Ansammlung von Musikern in seinem Rücken, denen Bruce Springsteen sicherlich nicht genug danken kann.
Ende 1972 entsteht das erste Album Bruce Springsteens: „Greetings From Asbury Park, N.J.“ Ein bisschen Folk, ein bisschen Rock und das Leben in New Jersey reichen auch in den frühen 70ern selten für den kommerziellen Durchbruch. In diesem Fall gar nicht, auch wenn die Band Columbia und den einflussreichen Produzenten John Hammond hinter sich weiß. Auch das nächste Bruce Springsteen Album, 1973 veröffentlicht, wird erst Jahre später für Sammler interessant, die „The Wild, The Innocent & The E-Street Shuffle“, wie das in solchen Fällen sehr oft üblich ist, sich nachträglich zu den ersten Fans dazuerklären und das Album zum eigentlichen musikalischen Wurf adeln.
Bruce Springsteen - Born to Run
In den 70ern ist es angesagt, Rockmusik opulent zu instrumentieren. Die E Street Band zieht mit, einige der als „ehemalige Mitglieder“ aufgeführten Musiker sind lediglich auf dem 1975 entstandenen Album „Born To Run“ zu hören. Andere, die heute noch dabei sind, steigen in diesem Jahr ein. Etliche Tasten-, Blechblas- und Streichinstrumente ergänzen das Klangbild, Bruce Springsteen bleibt allerdings auf dem Teppich, trotz der Opulenz hat das Album nichts Psychedelisches, die Musik gewinnt ihre Emotionalität in der Nüchternheit.
„Born To Run“ wird bejubelt, für viele Fans ist die Entdeckung dieses Albums die Initialzündung ihrer Verehrung. Allerdings findet sich auf dem Album keines der Lieder, die Bruce Springsteen Ruhm über die Jahrzehnte rettet und die von den meisten mit ihm verbunden werden.
Das ändert sich Anfang der 80er Jahre, nachdem 1978 „Darkness On The Edge Of The Town“ ein vor allem für Bruce Springsteen-Fans sehr wichtiges Album herauskommt. „The River“ von 1980 enthält das zeitlose „Hungry Heart“, das Album steigt auch in die deutschen Charts ein. „Nebraska“, 1982 erschienen, setzt verstärkt auf Folk-Elemente, verfestigt das Image Bruce Springsteen als Kämpfer gegen Missstände und für den kleinen Mann.
1984 erfolgt der weltweite und endgültige Durchbruch mit „Born In The USA“. Nicht nur für Leute, die des englischen nicht mächtig sind, ist das Titellied missverständlich und eben kein blind jubelnder Patriotenhit. Ronald Reagan muss daran gehindert werden, Bruce Springsteen in seiner Wahlkampfkampagne einzusetzen. Gemeinsam mit der E Street Band spielt Bruce Springsteen 1987 noch „Tunnel Of Love“ ein, er setzt sich bei Konzerten gegen das atomare Wettrüsten und für Amnesty International ein.
Bruce Springsteen - Human Touch
Anfang der 90er Jahre spielt Bruce Springsteen mit wechselnden Mitmusikern zwei Alben ein, die 1992 erscheinen: „Human Touch“ und „Lucky Town“. Bereits beim Vorgängeralbum zeigt Bruce Springsteen, wohin er sich zu entwickeln gedenkt. „Tougher Than The Rest“ und auch „Brilliant Disguise“ auf „Tunnel Of Love“ sind Blaupausen der Popmusik, mit der Bruce Springsteen in den frühen 90ern aufwartet. Springsteen beschäftigt sich mit drohenden Katastrophen, ebenso mit den Ausgestoßenen und ungerecht behandelten in seiner Zeit. „The Ghost Of Tom Joad“ (1995) ist vom Roman „Früchte des Zorns“ inspiriert, für seinen Beitrag auf den Soundtracks von „Philadelphia“ und „Dead Man Walking“ wird er für Oscars nominiert, für „Streets Of Philadelphia“ erhält er ihn.
Kaum ein zeitgenössischer Musiker ist so hoch dekoriert wie Bruce Springsteen. 15 Grammys erhält er, allerdings wächst die Zuneigung der Juroren, acht der Grammys bekommt Bruce Springsteen seit 2002. Seine Musik hat in den 90er Jahren nur noch in seltenen Ansätzen etwas rockiges, Bruce Springsteen ist ein Liedermacher, der Mann mit der Gitarre, dessen Musik den Staub der Straße schluckt, der für seine Hörer von drauß´vom Walde hereinkommt.
1999 schart Bruce Springsteen seine alten Mitstreiter aus der E Street Band um sich und bricht zu einer Welttournee auf, die über ein Jahr dauert, während der Bruce Springsteen unter anderem zu Hause in New Jersey, eine 20000 Menschen fassende Arena 15 Mal hintereinander füllt, die Tour endet im Madison Square Garden, New York, mit zehn Konzerten. Für die Polizei New Yorks, die 1999 einen jungen Migranten hinrichtet, hat er mit einem eigens dazu geschriebenen Liedchen eine kleine Überraschung im Gepäck.
Während Bruce Springsteen lange zwar für gute Sachen einsteht, Finger in Wunden legt, Spiegel vorhält und zur Wahrhaftigkeit mahnt, hat „American Skin (41 Shots)“ immerhin eine wilde Debatte in den USA zur Folge – bleibt im Endeffekt genauso folgenlos wie der Rest.
Bruce Springsteen - The Rising
Mit „The Rising“ veröffentlicht Bruce Springsteen im Sommer 2002 ein Album, das für viele zum Soundtrack des ersten Jahrestages der Anschläge auf das WTC wird. Seine Stimme hat Gewicht, Bruce Springsteen ist Mitbegründer der Feuerwehrmannmythen. Es folgen 2005 das Album „Devils & Dust“, 2006 „We Shall Overcome – The Seeger Sessions“, eine Hommage an den Folk-Star Pete Seegers und 2007 „Magic“ – endlich wieder das, was die wirklichen Fans an ihm lieben, Rockmusik mit den E Street Members. ![]() CD Reviews von Bruce Springsteen findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Bruce Springsteen bietet lyrix.at |
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