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Als es in den frühen 90ern so richtig rund ging, Grunge sich anschickte, eine Epoche zu werden mit Mode und Lebenshaltung und Skandalen und so, fragten sich sämtliche erfahrene Popmusiklauscher, was die Briten denn nun anstellen. In der Regel entsteht Popmusik ja folgendermaßen: in Nordamerika werden die Grundlagen geschaffen, in England dann der Hype dazu kreiert und Bush, 1992 in London gegründet, war vielleicht diese Antwort.
Für eine große Rockstarkarriere hat es gereicht, für einen noch größeren Hype aber nicht. Bush setzt sich aus Gavin Rossdale (ja, das ist der Typ von Gwen Stefani), Nigel Pulsford, Robin Goodridge und Dave Parsons zusammen.
1994 wird das Debütalbum „Sixteen Stone“ veröffentlicht, besonders in den USA feiert Bush unglaubliche Erfolge, da fährt das Album im Laufe der Jahre sechsfach Platin ein. Die Band ist klar von amerikanischen Vorbildern inspiriert und kommt dort auch bei großen Labels unter. Wer seinerzeit Alternative hört oder in Kneipen geht, in denen so was gespielt wird, kennt „Sixteen Stone“, kennt „Glycerine“, „Little Things“ usw. auswendig.
1996 folgt „Swallowed“, Bush veröffentlicht das zweite Album „Razorblade Suitcase“ und erreicht damit Platz 1 der Billboard-Charts. Grunge ist da ja bekanntlich schon tot und einige von den Grabgroupies führten ein paar von den dümmsten Gesprächen des Jahrzehnts. Jede Fortsetzung und jede Veränderung wurde kritisch beäugt, Dave Grohl kriegt noch heute das Kotzen, wenn man ihn an die erinnert, die ihm seinerzeit tatsächlich erzählen wollen, wie es mit seiner Musik weitergehen sollte.
An „Razorblade Suitcase“ wird beispielsweise kritisiert, dass an der Produktion mit Steve Albini ein Beteiligter an „In Utero“ von Nirvana mitmacht. Was soll der arme Kerl machen? Seinen Job als Toningenieur an den Nagel hängen? Als „Deconstructed“ erscheint, ein Remixalbum des Werkes, unken die einen, dass das ein feiger Versuch ist, sich aus der Verantwortung zu drücken, andere meinen, dass das voll schlimme Kommerzialisierung und dann gibt es noch die, die sich fragen, ob das nun noch handgemachte Musik sei.
Bush lotet die eigenen Möglichkeiten aus, guckt, was in England so passiert und beginnt sich nun zu bewegen. Während man die ersten beiden Alben noch gut hintereinander weghören kann, ohne logisch schlussfolgern zu können, wo das zweite beginnt, beginnt nun ein neuer Weg – das ist gut, sogar so gut, dass man außer Acht lassen kann, dass „Deconstructed“ heute nicht mehr allzu spannend klingt.
Bush wird jetzt komplett elektronischer, modischer, macht sich locker und bringt „The Science Of Things“ nach ewiger Verzögerung im Oktober 1999 auf den Markt. Während die Band in Nordamerika weiterhin eine fest etablierte Größe ist, rutscht sie in Europa nun aus dem Fokus. Das bleibt aber nicht so, die beste Chartplatzierung bis zur Trennung, also die beste Chartplatzierung in Deutschland, fährt Bush zwei Jahre später mit dem Album „Golden State“ ein. Die Kritiker stöhnen, weil sich Bush auf die eigenen Fähigkeiten verlässt, aber so sindse, die Kritiker. Wer die Stimme von Rossdale und breit ausgelegte Gitarrenteppiche mag, der ist hier prima. Und Rossdale bellt auch mal. Und er hat sich super gehalten.
Anfang 2002 ist Pulsford der erste, der keine Lust mehr hat, er wird für anstehende Konzerte durch Chris Traynor ersetzt. Anschließend macht Bush den Laden dicht. Ein anderer Bush übernimmt. Hat gerade übernommen.
Gavin Rossdale gründet eine neue Band, Traynor macht mit, Rossdale schreibt an Liedern für Soundtracks, wird Schauspieler, arbeitet an Soloalben … Ohne Pulsford und Parsons, dafür mit Traynor und Corey Britz, wird Bush 2010 wieder vereinigt. Ende Oktober 2011 erscheint in Europa das Album „The Sea Of Memories“. surftippsCD Reviews von Bush findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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