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GenrelexikonChicago Jazz
Die Bezeichnung Chicago Jazz wird häufig synonym zu Dixieland Jazz verwendet. Das ist auf gar keinen Fall falsch, da Dixieland Jazz in Chicago und New York – quasi – entwickelt wird. Quasi nur, weil Dixieland als Versuch gilt, diesen Jass (Jazz) aus dem Süden (Dixieland) nachzuahmen. Und da das schwierig ist bzw. in die Buchse geht, entsteht Dixieland. In Chicago entsteht jedoch zusätzlich eine eigene Jazz-Szene aus Musikern, die aus Dixieland (den Südstaaten) stammen, die hier unter neuen Bedingungen neu anfangen. Damit ist Chicago Jazz gemeint. Das ist kompliziert? Jazz ist kompliziert. Die Geschichte geht so:
Chicago Jazz Geografie Jazz entsteht bereits im frühen 20. Jahrhundert in den Südstaaten. New Orleans ist die Werkstatt von Musikern, die afrikanische (nirgendwo wird das präzisiert) Volksmusik mit den Instrumenten der Bigbands einspielen. Daraus hervor gehen ein großer Teil der Popmusikgenres, die wir heute führen. 1917 wird Storyville, der Stadtteil, in dem es nicht nur musikalisch ordentlich brummt, per bundesbehördlichem Beschluss komplett verboten (viele Jahre später, 1940, abgerissen). In derselben Zeit entstehen erste Plattenaufnahmen (natürlich, wie immer) weißer Jazzgruppen, die im restlichen Amerika einen ersten Vorgeschmack auf das geben, was unten im Süden im Gange ist. Und die Musiker aus New Orleans begeben sich in der Folge auf den langen Marsch… Die langen Märsche ist besser, denn einige gehen nach Westen (z.B. Jelly Roll Morton), andere gehen nach New York und eine beträchtliche Anzahl zieht es nach Chicago. Hierzu zählen Louis Armstrong und King Oliver. Hier setzt sich direkt eine kulturindustrielle Maschinerie in Gang: Clubs und Cabarets entstehen und die Szene lässt eigene Talente zu großen Musikern heranreifen. Über die Prohibition, die 1919 einsetzt, helfen Gangster wie Al Capone hinweg und halten die Unterhaltungsindustrie am Leben. Eigentlich müsste es so heißen: Clubs und Cabaret entstehen und verschwinden plötzlich, eröffnen woanders wieder, schließen alsbald, Besitzer wechseln urplötzlich… Der Musik schadet es nicht. Chicago Jazz Galaxie Eigentlich besteht der Chicago Jazz aus vielen Stilen. Verschiedene Strömungen bilden sich hier aus. Der Begriff bleibt uneinheitlich besetzt – was ja eigentlich schön ist für ein Jazz-Genre. Der Kornettist Joseph King Oliver zum Beispiel wird mit seinem wilderen, unbändigeren Jazzstil zu einer – zunächst lokalen – Größe. Heute gilt er jedoch eher als klassischer Vertreter des New Orleans Jazz mit seinen Kollektivimprovisationen. Louis Armstrong macht in Chicago seine ersten Plattenaufnahmen. Chicago Jazz Geräte Viele Nachwuchskünstler ahmen die großen Männer vor Ort nach und erreichen selbstverständlich nicht das Niveau. Es wird ruhiger, sich überkreuzende Melodien fallen weg und das Saxophon wird zum markanten Merkmal des Chicago-Stils. Die Rhythmusgruppe wird geändert: Bass und Gitarre übernehmen die Parts von Tuba und Banjo. Vermutlich wird die Tuba aufgrund des Gewichtes erst gar nicht mit auf den langen Weg genommen. Chicago Jazz Götter Die Götter bleiben jene des New Orleans Jazz. Allerdings bringt auch Chicago eigene Musiker hervorgebracht, die häufig weiß sind und Akademikerkreisen entstammen. Bix Beiderbecke etwa steht für den Stil, der wiederum in New York Nachahmer findet, Bud Freeman entspricht der oben beschriebenen, flachen Charakterisierung, Red Nichols ist ein Vertreter des Chicago Jazz und Benny Freeman ebenso, allerdings Kind armer Einwanderer und Beweis, dass die Charakterisierung oben eine unzulässige Verallgemeinerung ist. Chicago Jazz Gegenwart und Zukunft Heute findet jedes Jahr das große Chicago Jazz Festival im Grant Park, Chicago statt. Dieses Festival muss 1979 von den zuständigen Behörden eingeführt werden, um den Zustrom von Musikern und Zuschauern besser koordinieren zu können – bis dahin sorgen drei gleichzeitig stattfindende Festivals für ein ziemliches Chaos. Das spricht für gelebte Tradition. Surftipps: www.chicagojazzfestival.org
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