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Culcha Candela ist das wundervolle Gesicht der neuen deutschen Hauptstadt, voll Lebensfreude, Temperament, Energie, Rhythmus, spaßiger Choreographie, etwas für das Jugendfernsehen, den Fernsehgarten, die Charts und das Kanzleramt. Culcha Candela hat das Eroberungspotential einer Boygroup, ohne dass Lou Pearlman seine Wurstfinger im Spiel hat, ist ein Projekt, das ganz klein beginnt, inzwischen Massen bewegt – und, das muss in jedem Text über Culcha Candela stehen, viele Nationen resp. Kulturen in sich vereint.
Multikulti also, eine gefährliche Angelegenheit, wie das ZDF lehrt – und eine, die den Geist und die Kapillaren öffnen und immun für Propaganda machen kann. Wenn man Hip-Hop, Reggae und lateinamerikanische Rhythmen in Berlin durcheinander schmeißt, wie Culcha Candela eben, dann darf natürlich der Seeed-Vergleich nicht fehlen (das war und es folgt auch keiner). Culcha Candela wird 2001 von Itchyban, Lafrotino und Johnny Strange gegründet, die drei vermählen ihre Kraft, die polnischen, kolumbianischen und ugandischen Wurzeln, es folgen Larsito, Mr. Reedoo und Don Cali, die sechs singen und rappen auf Spanisch, Deutsch, Patois und Englisch – DJ ist Chino Con Estilo (Korea).
Im Oktober 2004 wird „Union Verdadera“ veröffentlicht, das erste Album. Dancehall aus Deutschland ist nichts Außergewöhnliches mehr, das Potential ist jedoch längst nicht ausgeschöpft. Noch gilt das auch für Culcha Candela: das Album chartet zwar ebenso wie die zwei Singles „In da City“ und „Union Verdadera“, aber nicht so richtig wie wenige Jahre später. In der Szene indes werden die Musiker gefeiert, und das ist letztendlich viel wichtiger. Culcha Candela zieht mit der Saian Supa Crew durch die Lande, veranstalten regelmäßig in Berlin die Culcha Nite; wer sofort wissen möchte, was passiert, wenn die Formation die Bühne erobert, dem sei die Live-DVD von 2008 ans Herz gelegt.
2005 wird „Next Generation“ veröffentlicht, das Album, mit dem Culcha Candela einen großen Satz in das Herz des Mainstreams macht. Martin Jondo und Mellow Mark beteiligen sich an dem Lied „Jeder Tag ist ein Comeback“, für den Soundtrack von „Hui Bu – das Schlossgespenst“ wird 2006 gemeinsam mit Maliq „Follow Me“ eingespielt. Culcha Candela spielt in Bogota, Wroclaw, Venedig, Paris und natürlich Berlin, Ende 2006 geht es ans dritte Werk, mehr in Richtung Hip-Hop – und das wird von den Musikkäufern honoriert, nachdem „Culcha Candela“ im September 2007 auf dem Mark kommt.
„Hamma!“, die im Hochsommer vorausgeschickte erste Single, spielt Gold ein und steht eine Weile sogar auf dem ersten Platz der Single-Charts in Deutschland. Die zweite, „Ey DJ“, erreicht genauso die Top 10 wie das Album. Bei dem Bundesvision Song Contest im Februar 2008 in der TUI-Arena zu Hannover gibt es (nur) einen siebten Platz. Culcha Candela ist angekommen, hat sich noch Luft für den endgültigen Satz an die Spitze gelassen und kann diesen sicher noch bewerkstelligen. 2008 engagiert sich die Band für den Bau einer Berufsschule in der Nähe der Hauptstadt Ugandas. Gemeinsam mit Joy Denalane, Eased von Seeed, Nosliw, Gentleman, Martin Jondo, Ohrbooten und anderen wird für das Afrika Rise Project der Sampler „Rhymes 4 Creation – Music for Education“ eingespielt, ein gutes Album, das für einen minimalen Betrag über die Homepage der Musiker zu beziehen ist. surftippsCD Reviews von Culcha Candela findet Ihr auf CDSTARTS.de |
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