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Deutschland sucht den Superstar 2012: irgendwie läuft es nicht mehr so richtig für das populärste Castingformat des Landes. Ist es überhaupt noch das populärste Format? Genau darum geht es. Die Fernsehsender scheinen auf einen Endkampf aus zu sein. Vom Spätsommer bis zum Frühsommer wird gecastet, was das Zeug hält, sogar im eigenen Haus wird DSDS Dampf gemacht, immer mehr echte Popstars strömen auf die Jurycouchs, die heißen immer öfter Coachs, die Castings wollen nicht mehr Castings heißen … eine schwierige Zeit.
Dieter Bohlen kokettiert mit dem Fortbestand seines Formates und etabliert zur Sicherheit eine Kopie für Kinder, seine Mitjuroren sind mal wieder neu, der Teilnehmerjahrgang ist tatsächlich so gut ausgesucht wie keiner zuvor. Unter den Top 10 gibt es fast keine Niete, dafür Abwechslung: saugute Sängerinnen (die wie immer früh von den DSDS-Zuschauern rausgewählt werden), einen tollen Schlagersänger, zwei Schweizer, einen fast schon zu typischen Favoriten, einen fast schon zu studentisch wirkenden Nachzügler und es gibt Daniele Negroni.
Daniele ist bei seiner Teilnahme 16 Jahre alt und ein Rotzlöffel wie er im Buche steht. Man sieht von vorne den Schalk, der dem Typen im Nacken sitzt und in einem durch ihn provozierten Konflikt mit Konkurrent Kristof Hering kann man erahnen, dass Daniele Negroni erprobt darin ist, mit Ärger umzugehen.
Er ist ein Lebemann. Weil es Dieter Bohlen stört, wie glatt es für Daniele durch die Shows geht, fängt er irgendwann an, seine vermeintlichen Sünden aufzuzählen, statt die Stärken zu bewerten. Soso, erfährt man da, Daniele Negroni raucht auch dann, wenn er Halsweh hat und er geht nicht immer rechtzeitig ins Bett. Wenn das alles ist …
Daniele Negroni steht auf Bülent Ceylan, ist bei seiner Mama aufgewachsen und eine Rampensau. Der Junge legt genau die Zaubermomente hin, die eine TV-Castingshow braucht. Mehrfach, wirklich mehrfach leistet er mehr, als es alle ihm Nahstehenden erwartet hätten. Er tanzt besser, er macht die Bühnenperformance besser, er rockt besser, er rappt besser, er flirtet besser, er haut die Leute besser aus den Socken.
Wenn Daniele Negroni eine Bühne betritt, dann zaubert er. Fast immer. Bis ins Finale von DSDS 2012. Wie es mit der Show weitergeht? Völlig unerheblich, ehrlich. Für Daniele Negroni hat sich diese gelohnt.
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