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Dave GahanDave Gahan ist der Sänger von Depeche Mode, eine Legende und ein gutes Beispiel für die immer wiederkehrende Frage, ob Heroin vielleicht doch konserviert, wenn es einen nicht vernichtet. Dem Typen, also Dave Gahan, sieht man – zumindest auf den ersten Blick – nicht sein Epochen übergreifendes Wirken an, jetzt, wo er die harten, kräftezehrenden Zeiten, Suizidversuche aller Art hinter sich hat und niemandem mehr etwas beweisen muss. Dave Gahan kommt 1962 in Epping, Essex, im Südosten von England zur Welt. Er, das wissen die Fans alle, wächst in schwierigen Verhältnissen, mit wechselnden Vätern und kleinen Geschwistern auf, rebelliert in seiner Jugend mehr als viele seine Altersgenossen …
… Dave Gahan übt Ende der 70er Jahre etliche Handlangerjobs aus und wird 1980 von Vince Clarke eingeladen, seiner Band Composition of Sound einmal als Sänger vorzustehen. Clarke, der Kopf der Formation, Chefsänger, Chefsongschreiber und Chefgitarrist, rationalisiert einen Teil seines Aufgabenbereichs – es ist eh eine Zeit musikalischer Eperimente und neuer Wege, Clarke und sein Kumpel, das Bandmitglied Andrew Fletcher, wechseln von ihren angestammten Instrumenten zu Synthesizern, einem Arbeitsgerät, das Martin Gore, ebenfalls bei Composition of Sound, bereits verwendet. Mit Dave Gahan wird der Bandname ausgetauscht, man nennt sich Depeche Mode, nach einem französisches Modemagazin.
Daniel Miller nimm mit seinem 1978 gegründeten Label Mute Records Depeche Mode unter Vertrag, mit der dritten Single „Just Can´t Get Enough“ reichen die Musiker ihre Bewerbung um den Status eines Klassikers 1981 ein, im November des Jahres wird „Speak & Spell“ veröffentlicht, das Debütalbum – und das einzige, an dem Vince Clarke beteiligt ist. Depeche Mode verliert den Kopf, die Gruppe wandert – so müssen es zeitgenössische Beobachter sehen – auf ihr direktes Ende zu. Vince Clark gründet später Erasure, davor noch Yazoo, das ist alles ganz prima, sein Weggang wirft den Spot auf Martin Gore, ein eigentlich unscheinbarer Kerl (eine andere Geschichte). Jedenfalls erobert Depeche Mode die Charts der Erde, anstatt unterzugehen, Dave Gahan hat reichlich Gelegenheit, überzuschnappen – und nutzt diese.
Depeche Mode veröffentlicht ein gutes Dutzend Studioalben, es gibt etliche Kompilationen zu verschiedenen Anlässen, Live-Alben, Filme, Musikvideos und erstaunlich viele Tribut-Alben, die zu Ehren von Depeche Mode eingespielt werden. Die erste Hälfte der 90er Jahre stehen im Zeichen des Untergangs Dave Gahans, der schwer drogenabhängig, die Band auf der Höhe ihres Erfolges zu zerstören droht, eine seiner Ehen gegen die Wand fährt und seinem Leben ein Ende zu machen gedenkt, nachdem er sich 1995 eine Pulsader anritzt, muss er 1996 nach einer Überdosis wiederbelebt werden. Auch die anderen Bandmitglieder kommen mit dem Stress und dem Erfolg nicht zurecht, sowohl Fletcher als auch Gore sind zeitweise arbeitsunfähig, Alan Wilder, der Anfang der 80er als Ersatz von Clarke antritt, steigt Mitte der 90er Jahre endgültig aus.
Dave Gahan – Paper Monsters
Die Band arbeitet in der zweiten Hälfte der 90er wieder, tastet sich behutsam an die alte Form heran. Dave Gahan wirkt zunehmend über seine eigentliche Profession hinaus, schließlich beschränken sich seine Kollegen auch nicht auf Depeche Mode (Fletcher wird Produzent, Gore arbeitet abseits der Band als Musiker), Dave Gahan schreibt nun selbst Depeche-Mode-Tracks und veröffentlicht im Sommer 2003 „Paper Monsters“, das erste Album unter seinem Namen. Knox Chandler, ein Multiinstrumentalist, der bereits mit Depeche Mode gearbeitet hat, ist an der Produktion beteiligt, das Ergebnis verkauft sich besonders in Deutschland, Schweden (eine der frühesten Fanbasen von Depeche Mode) und der Schweiz besonders gut. Es folgt eine Tour, die Rückkehr zur Band …
… und im Oktober 2007 das zweite Album „Hourglass“. Dave Gahan hat Christian Eigner angefragt, Knox Chandler ist wieder dabei – das Ergebnis ist, wie das erste Album, eine liebevoll, sauber und aufwändig gearbeitete Produktion, bei der sich die Macher erlauben, nicht auf eventuelle Charterfolge zu schielen – die stellen sich ohnehin ein. Anschließend ist dann wieder Zeit für Depeche Mode, 2009 wird „Sounds Of The Universe“ veröffentlicht, ein - gewohnt - phänomenaler Erfolg. Die Welttournee muss eine Weile unterbrochen werden, da Dave Gahan eine schwere Erkrankung behandeln lassen muss. ![]() CD Reviews von Dave Gahan findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Dave Gahan bietet lyrix.at |
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