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David Pfeffer
David Pfeffer Foto © by VOX/Frank Hempel

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Wenn Till Brönner seinen Sergeant Pepper ankündigte und dabei strahlte, als habe er sich gerade neu verliebt, wenn der Applaus bei X Factor 2011 noch ein bisschen lauter wirkte und die anderen Juroren gerne etwas herumgemäkelt hätten, aber es nicht über das Herz brachten, weil der Typ einfach so nett, sein Auftreten so gelungen und seine Musikwahl so eigenwillig wie professionell war, dann ging es um David Pfeffer, den Gewinner von X Factor 2011.

 

X Factor ist in England erfunden worden, und zwar als Verbesserung des Castingformates Pop Idol. Während Pop Idol darauf beschränkt ist, junge, überwiegend unausgebildete, auf jeden Fall unbekannte Stimmen zu finden und auf die Bühne zu stellen, ist bei X Factor zum einen die Suche auch auf Gruppen, Duette und ältere Musiker erweitert worden und der Contest findet eigentlich zwischen den Juroren statt, die mit einer Gruppe von Talenten gegeneinander antreten.

 

Das sorgt dafür, dass die Musiker immer mindestens einen Fürsprecher haben, es wird niemand medial geschlachtet und vielleicht ist das einer der Gründe dafür, dass die Sängerqualität bei X Factor höher zu sein scheint als bei DSDS. David Pfeffer widerspricht in einem ganz elementaren Punkt den meisten Castinggewinnern, die das deutsche Fernsehen bislang hervorgebracht hat: X Factor ist weder seine einzige noch seine letzte Chance. Er ist sich zwar bewusst, dass er mit der Show einige Sachen erlebt, die er sonst nicht bekäme, Begegnungen mit internationalen Musikern gehören ebenso dazu wie die intensive Zusammenarbeit mit seinem Juror Till Brönner.

 

Aber als verbeamteter Polizist aus einer funktionierenden, ihn liebenden Familie scheint er keines der Probleme zu haben, mit der die Konkurrenz mitunter wuchert. Der X-Factor-Jahrgang 2011 ist stark. Das Bo betreut die Kandidaten unter 25 Jahren und hat vier hervorragende Stimmen mit viel Potential im Programm. Sarah Connor ist für die Gruppen und Duette verantwortlich und obwohl die bei X Factor traditionell eher schwer zu vermitteln sind (die erfolgreichsten sind vermutlich Jedward aus Irland), hat sie mit den possierlichen Brüdern von BenMan und dem transatlantischen Pop-Opern Duo Nica & Joe zwei heiße Eisen im Feuer.

 

Und Till Brönner hat wohl die stärkste Gruppe, die beste Sängerin ist sicher Gladys Mwachiti, die größte Erfahrung hat der alte Rocker Volker Schlag, Rufus Martin ist ein unfassbar guter Entertainer und der vielleicht beste Interpret großer Balladen, der so gut wie nie große Balladen singen durfte und David Pfeffer wirkt wie ein Mensch, der in sich ruht, der viel über das reflektiert, was ihm passiert, der eine tiefe Verbindung zu den Liedern braucht, die er singt und dessen Konkurrenz, und wirklich jeder einzelne Konkurrent und jede einzelne Konkurrentin bei X Factor 2011 überwältigt vor Glück schien, dass er gewann. Weil er einfach der Richtige ist.

 

David Pfeffer hat in der Höhe eine ganz markante Stimme. Mit der kann er viele, von berühmten Sängerinnen etablierte Popsongs neu gestalten, ohne dass das irgendwie unangenehm, fehl am Platz oder einfach falsch wirkte, ihm kommt aber auch zugute, dass es im letzten Jahrzehnt viele große Bands gab, deren Sänger in ähnliche Höhen gehen. OneRepublic zählt dazu und diente David Pfeffer als Einstieg in die Liveshows.

 

In der Folge sang er Kings of Leon (der Followill ist ein wirklicher König), The Police (kaum eine Herausforderung ist größer als Sting), Haddaway (David Pfeffer wertete „What Is Love“ auf), er sang „Nothing Compares 2 U“, das muss man sich mal vorstellen, coverte Adele und die von Amy Winehouse gekaperten Zutons, Sarah McLachlan und Coldplay, Hoobastank (die Welt braucht nur die Version von David Pfeffer), er sang mit Melanie C „First Day Of My Life“ und seinen Gewinnertitel „I´m Here“.

 

Da ist er nun. Schön, dass er da ist, der David Pfeffer, wir hätten wirklich nichts dagegen, wenn er eine Weile bliebe.


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