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Deep PurpleAls Rockmusikprojekt geplant, gehört Deep Purple zu den wenigen ganz großen Hardrockgruppen der ersten Zeit, die noch heute durch die Gegend touren. Es sind in erster Linie zwei Lieder, die Deep Purple in den Topf sicher noch eine Weile gültiger Klassiker wirft: „Child In Time“ und „Smoke On The Water“. Als ambitioniertes Projekt geplant, in dem die wilde Rockmusik von klassisch ausgebildeten Musikern gebändigt wird, ist Deep Purple für lange Lieder, für sehr lange Lieder, ausreichend Raum für ausgiebige Soli, gerne auch Orgelsoli und für ein-zwei der berühmtesten Gitarreneinsätze berühmt.
Und für Besetzungswechsel. Dafür, dass es sich eigentlich um ein Musikprojekt handelt, ist die Anzahl der entscheidenden Musiker jedoch nicht einmal besonders hoch. Der Keyboarder Jon Lord ist Ende der 60er Jahre für die Zusammensetzung der Urformation verantwortlich. Der 1941 geborene Brite schart 1968 den Gitarristen Ritchie Blackmore, den Sänger Rod Evans, den Schlagzeuger Ian Paice und den Bassisten Nick Simper um sich.
Paice, aus Nottingham, ist der einzige, der durchgehend Deep Purple angehört – sieht man einmal von der Bandpause zwischen 1976 und 1984 ab. Simper ist der erste, der ausgetauscht wird. Ihn ersetzt 1979 der Waliser Roger Glover, der 1973 wieder aussteigt, um seit 1984 wieder dabei zu sein. Die Legende Blackmore ist seit 1994 nicht mehr dabei, für ihn spielt heute Steve Morse aus Ohio. Der Sänger Evans fliegt mit Simper aus der Formation, ihm folgt Ian Gillan, zwischen 1973 und 1976 David Coverdale, heute ist es wieder Gillan. So liest sich – grob – die Besetzungsgeschichte der Band, Fachleute präferieren es, die Wechsel als Marks zu bezeichnen und diese durchzunumerieren, da ihnen jeder Wechsel eine musikalische Richtungsentscheidung ist.
Jon Lord probiert es vor Deep Floyd bereits einige Monate mit einer Formation namens Roundabout, die Band erhält ihren Namen, nachdem Evans und Paice, zuvor mit The Maze auf der Bühne, dazustoßen. Im Juli 1968 erscheint das Debütalbum „Shades Of Deep Purple“, es enthält neben einer Reihe Eigenkompositionen Covers von Skip James („I´m So Glad“), den Beatles („Help“) und eine eigene Version von „Hey Joe“ (im Original von Billy Roberts).
Mit dem Joe South-Cover „Hush“ hat Deep Purple direkt den ersten kleinen Hit in den USA. Noch im Oktober 1968 erscheint in den USA das zweite Album „The Book Of Taliesyn“. Wie auch der Vorgänger ist es eine Fundgrube durchaus spannender Coverversionen, „We Can Work It Out“ von den Beatles wird damals in den Diskos ordentlich abgegangen sein, außerdem ist auf dem Album „Kentucky Woman“ von Neil Diamond und „River Deep – Mountain High“, ein Lied, das in der Version von Ike & Tina Turner wesentlich bekannter ist. Deep Purple begleitet mit dem Material die Band Cream auf ihrer Abschiedstournee durch die USA. In der zweiten Hälfte 1969 gibt es mit „Deep Purple“ die Album-Fortsetzung, gleichzeitig die letzte Veröffentlichung in der Urbesetzung. Bis auf „Lalena“, ein Donovan-Cover, ist nun alles eigenes Material, berühmt ist „April“ von Blackmore und Lord, am Anfang an Mittelaltergeplänkel erinnernd, weitet es sich aus zu einer zwölfminütigen Rocksuite, an der sich ein halbes Orchester und ein Chor beteiligt und in der sich sowohl Blackmore als auch Lord ausgiebig Raum gelassen haben (nach etwa neun Minuten setzt der Gesang ein).
Deep Purple In Rock
Noch 1969 steigen die ehemaligen Episode Six-Mitglieder Ian Gillan und Roger Clover ein, mit denen Deep Purple in die entscheidende Schaffens-, die Hardrockphase gelangt – und zum Urkonflikt der Band: während Blackmore für den harten Weg plädiert, ist Lord an der Kombination von Klassik und Rock interessiert, mit der Royal Philharmonic Orchestra wird sein „Concerto For Group And Orchestra“ uraufgeführt, das nächste Album „Deep Purple In Rock“ geht indes mehr in die Rockrichtung als die Produktionen zuvor, wird zum Klassiker des Hardrocks.
Es ist nun auch der unglaublich sichere Ian Gillan, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückt. Mit „Speed King“ und „Child In Time“ sind zwei der berühmtesten Beispiele dafür, dass diese Besetzung mit den in musikalischer Konkurrenz wirkenden Blackmore und Lord die einzig wahre Deep Purple-Besetzung ist. War die Band zuvor besonders in den USA erfolgreich, verkehrt sich das Bild nun – in den USA in die hinteren Regionen der Charts durchgereicht, besetzt Deep Purple in England und Deutschland nun die vorderen Plätze. Mit den nächsten beiden Alben kehrt der Erfolg in den USA zurück.
1971 erscheint „Fireball“ mit dem wundervoll schleppenden „Demon´s Eye“, später landet bei der Neuauflage des Album „Strange Kind Of Woman“ auf demselben, ebenfalls sehr lohnenswert. Im Mai 2002 erscheint endlich „Machine Head“, das Album mit „Smoke On The Water“. Das Lied ist überschätzt, „Highway Star“ ebenso, das Album nicht. „Pictures Of Home“ beispielsweise ist klasse. Trotz des ganzen Erfolges geht die erfolgreiche Besetzung bereits stramm auf ihr Ende zu. Heute heißt es, dass es vor allen Dingen Blackmore sei, dem der Erfolg ein wenig zu Kopf gestiegen ist und der die Mitmusiker zu der Entscheidung veranlasst, getrennt ins Studio zu gehen. Auf diese Weise entsteht „Who Do We Think We Are“, das Anfang 1973 erscheint.
Deep Purple – Burn
Deep Purple übersteht irgendwie das eigene Ende. David Coverdale ist der neue Sänger, ein ordentlicher Ersatz, Glenn Hughes der neue Bassist. Anfang 1974 erscheint „Burn“ mit dem gleichnamigen Hit, Ende des Jahres „Stormbringer“, langsam hat es sich ausgepurplet. Nun steigt auch Blackmore aus, Tommy Bolin nutzt die wenigen Monate, die ihm noch bleiben, an der Gitarre von Deep Purple. Mit ihm erscheint im Oktober 1975 das Album „Come And Taste The Band“ – ein hübscher Name für das vorläufig wirkliche Ende, es scheint Jon Lord zu sein, der den Laden unbedingt zusammenhalten möchte.
Deep Purple – Perfect Stranger
Dass das selbst für eine legendäre Rockband kein Ende ist, kann jeder einsehen – ob das bedeutet, dass Deep Purple einige Dekaden weiterspielen muss, ist natürlich eine andere Frage. Die zweite, also die beste Besetzung (Mark II) findet sich im Sommer 1984 zusammen, um das Album „Perfect Strangers“ einzuspielen. Ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren (ein gutes Angebot, Unzufriedenheit, Verklärung der Vergangenheit) soll die Musiker dazu veranlasst haben, dieses wunderbar uncoole Album einzuspielen.
Stadionrock („Hungry Daze“) ist ja gerade angesagt, da passt Deep Purple ganz hervorragend. Im Januar 1987 folgt „The House Of Blue Light“. Was soll man sagen? Ian Gillan steigt aus, ihm geht der Blackmore zu sehr auf den Keks. Blackmore holt seinen alten Kollegen Joy Lynn Turner an Bord. Im Oktober 1990 erscheint „Slaves & Masters“, ein Album, das lediglich in der Schweiz zu einem ansprechenden Erfolg wird. Turner muss wieder gehen, Gillan wird gedrängt, zurückzukehren, „The Battle Rages On“ erscheint im Juli 1993 noch einmal in Bestbesetzung, bevor nun Blackmore aussteigt. Nach einem kleinen Zwischenspiel steigt Steve Morse ein. Anfang 1996 erscheint „Purpendicular“, im Sommer 1998 „Abandom“. 2002 steigt Jon Lord aus, Don Airy, zuvor im Gefolge von Ozzy Osbourne unterwegs und kurz zuvor einmal als Vertreter Lords eingesprungen, ersetzt diesen.
Mit „Bananas“ erscheint im September 2003 noch einmal ein in Deutschland ungemein erfolgreiches Album, auch „Rapture Of The Deep“ verkauft sich ordentlich. Da kommt sicherlich noch etwas. ![]() CD Reviews von Deep Purple findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Deep Purple bietet lyrix.at |
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