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Deichkind
Deichkind Foto © by Universal Music Group

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Deichkind macht macht machtmachtmacht Hip-Hop, so lustig und überdreht und albern, dass es kaum auszuhalten ist. Wenn Deichkind Bühnen entert, dann entert das Publikum mit und außerdem, das ist noch wichtig, haben die Mitglieder von Deichkind allesamt guten Geschmack. Als Deichkind mit „Bon Voyage“ im Jahr 2000 erstmals in der Öffentlichkeit in Erscheinung tritt, wissen ganz viele Leute nicht, was das ist, was sie damit machen sollen und wo sie das überhaupt einsortieren können. Hip-Hop-Deutschland hat zu dieser Zeit noch recht scharfe Grenzen und Deichkind hockt irgendwie auf einem ganz eigenen Platz. Es gibt diesen diesendiesendiesen Abiturienten-Hip-Hop mit feinem, wenn auch gelegentlich derbem Humor und es gibt deutschen Hip-Hop, für den man etwas genauer im Mutterland des Genres nachgeguckt hat, mit Ghettos und Schwanzlängenvergleichen und Gewalt und mit Sexismus und so, für den allerdings komplett eigene Qualitätskriterien zu gelten scheinen. „Bon Voyage“ lässt Anleihen beider Seiten erkennen, allerdings, das ist ganz besonders wichtig für viele Leute, die darüber schreiben, ist das Lied überhaupt nicht repräsentativ für das restliche Album.

 

Das schlimmste an dem nicht repräsentativen Lied ist die Fährte, auf die es den geplagten Popmusikhörer der 90er Jahre lockt. „Bon Voyage“ ist die Kooperation von Deichkind und Nina Tenge, und mit doofen Frau-Mann-Hip-Hop-Kollaborationen ist nicht nur zweimal (von Xavier Naidoo und Sabrina Setlur, Young Deenay und Sasha) der Markt gefüttert worden, die späten 90er Jahre sind ein Experimentierfeld für Hip-Hop-Produzenten, die weniger ihren Leidenschaften nacheilen als nach zu bestellenden Äckern fahnden, unangenehm Überraschendes gibt es regelmäßig. Es wird nicht wenige geben, die Deichkind zunächst für eine absolute Luftnummer halten, das heute allerdings nicht zugeben würden. Und die Hip-Hop-Szene, die Szene, die findet das auch nicht so toll zunächst. Also die echten Rapper aus Deutschland sind mit ihren Dingern beschäftigt und das Publikum muss sich hart, sehr hart sogar, erarbeitet werden. Den eigentlichen Durchbruch feiert Deichkind bei jungen Studentinnen.

 

Deichkind – Bitte ziehen sie durch

 

Deichkind wird 1997 gegründet und zwar von Philipp Grütering und Malte Pittner, zwei Jahre später stößt Buddy Inflagranti dazu, später DJ Phono und Sebi Hackert. Expertenkreise werden schon auf „Kabeljau Inferno“ aufmerksam, eine Single, die kurz vor „Bon Voyage“ veröffentlicht wird. Deichkind verändert sich im Laufe der Jahre mutig, tüftelt zum einen, das wird vorwiegend Sebi Hackert zugeschrieben, an einem eigenen kleinen elektronischen Universum, zum anderen verlassen mit Pittner (2002) und Inflagranti (2008) mehrfach Stützpfeiler der Mannschaft dieselbe. Ein dramatischer Verlust ist der plötzliche Tod von Sebi Hackert Anfang 2009.

 

„Bitte ziehen sie durch“ heißt das nette Debüt von Deichkind, „T2wei“ mit Dendemann und Nico Suave ist fein, Bintia, die Sängerin, macht auch noch mit (und zwar beim zu sehr an den doofen Freundeskreis erinnernden „Weit weg“), insgesamt wird dieses als nicht so wichtiges Frühwerk in die Bandhistorie eingehen, wenn man es aus formal-ästhetischer Perspektive betrachtet. Aus kommerzieller Sicht verschafft „Bitte ziehen sie durch“ natürlich eine glänzende Ausgangslage. Das zweite Album ist die erste Kaufverpflichtung, bei „Noch 5 Minuten Mutti“ tänzeln die Musiker auf allen Geschmacksgrenzen, machen aber immer noch nicht das, wofür sie heute bejubelt werden. Einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt es beim Bundesvision Song Contest 2005, wo Deichkind beeindruckt, in Erinnerung bleibt, aber kaum Punkte bekommt (genau zwölf).

 

Deichkind – Aufstand im Schlaraffenland

 

Mit „Aufstand im Schlaraffenland“ (2006) gehört Deichkind zur Avantgarde, Partyplattenavantgarde. Die letzten ernsthaften Hip-Hop-Evangelisten springen von Bord, die Disco lebt, Experten schreiben von komplexen musikalischen Ansätzen, während ein Titel zum Beispiel „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ heißt und viel besser umschreibt, womit das komplette Album über zu rechnen ist. Müllsackkostüme, eine konzentriert ins Chaos geführte Bühnenperformance, ekstatische Massen, die Live-Auftritte von Deichkind zu vorchristliche Messen werden lassen – und das wundervollste an Deichkind-Konzerten sind die beseelten Gesichter der Menschen, die sie völlig erschöpft verlassen.

 

Es kommt zu einigen der erwähnten Umbesetzungen. Bassist Porky Codex, ein alter Freund der Gruppe aus Schülertagen aus dem Hamburger Südosten wird festes Mitglied, der wunderbare Ferris MC, von dem es hieß, er habe die Musik an den Nagel gehängt, ebenfalls, dafür geht Buddy Inflagranti. „Arbeit nervt“, das Album von 2008, ist ein Fest. Und die Feuilletons übernehmen. Wie das geht? Keine Ahnung, aber es geht.


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