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Depeche Mode
Depeche Mode Foto © by EMI - Anton Corbijn

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Die 80er Jahre müssen eine harte Zeit gewesen sein. Das Fernsehen gibt ab und zu den Blick frei auf einige Jahre wüster Mode, kitschiger Musik, auf Quietschbuntes neben düsterer Ernsthaftigkeit und auf Jammerlappen in langen Mänteln. Drohend kehrt die Ankündigung in regelmäßigen Intervallen wieder: die 80er kommen zurück.

 

Zwischen etlichen Musikgruppen, die möglichst konservativ neue technische Errungenschaften bearbeiten, setzt sich (in den Charts) diese eine wohltuend ab: Depeche Mode. Zunächst geben sich die Engländer jugendlich-optimistisch, verfallen – zumindest in ihren stärksten Momenten – dann jedoch rasch in tieftrauriges, wahnsinnig schönes Songwriting, das von der herausragenden Stimme des Sängers Dave Gahan getragen wird.

 

Es ist „elektronische“ Musik oder Synthpop oder – egal. Depeche Mode gehört zu den wenigen Musikgruppen, deren Mitglieder allesamt – zumindest die wichtigen drei – Berühmtheit erlangen, und zwar nicht nur bei eingefleischten Fans. Die sind im Falle Depeche Modes noch ein bisschen eingefleischter, als das normal ist. Dass Fans ihren Idolen nacheifern, kennt man von den Wunderkerzen, die alljährlich in den Charts herunterbrennen. Ein Stil kommt und geht mit denen, die es vormachen.

 

Dave Gahan ist Ikone einer riesigen, weltumspannenden Gemeinschaft. Vielen ihrer Mitgliedern kann man die Liebe zur Band an ihrer gepflegten, stilistisch präzise dem Auftreten Gahans entlehnten Art ansehen. Wer das sieht, dem muss noch etwas auffallen: Depeche Mode einfach als Synthpop-Band der 80er abzutun, ist zu kurz gesprungen. Das geschieht allerdings sehr oft, was daran liegt, dass die Deutungshoheit jener, die mit der Musik am wenigsten verdienen, auf dem Recht des Ersten beruht.

 

Um die Band Depeche Mode, im Universum ihrer Fans befindet sich ein gewaltiger Ballast an Geheiminformationen; Wissen, das man haben muss, will man dazu gehören – und dieses Wissen beruht auf den Erfahrungen derjenigen, die direkt am Anfang bereits alles mitbekommen haben. Ganz unlogisch ist das nicht, auch einige der ganz wichtigen Alben – etwa „Black Celebration“ – entstehen in den 80ern. Ebenfalls in dieser Zeit füllt die Gruppe Stadien, wird erwachsen, lernt sämtliche Formen des Startums und so weiter.

 

Die 80er sind jedoch zu wenig, weil Depeche Mode ihre Bedeutung nicht nur in die Folgejahrzehnte überträgt, sondern noch ausbaut. Das schafft in dieser Form keine Band. Auch die Fans, die aussehen möchten wie Dave Gahan, eifern nicht dem Gahan der 80er Jahre nach. Sie wahren sich die schönsten Erinnerungen und Jahre durch den Stil, den er sich bis in das neue Jahrtausend hinein erarbeitet. Und während er beinahe an seinem Lebensstil, der einen exzessiven Drogenkonsum einschließt, zugrunde geht, richten sie sich an ihm auf.

 

Die Liebe, die Dave Gahan bei öffentlichen Auftritten entgegenschlägt, mag auch Ausdruck der Dankbarkeit dafür sein, es scheinbar gemeinsam gepackt zu haben. Daher ist Depeche Mode nicht einfach eine dieser Bands aus den 80ern, die den Absprung nicht geschafft haben; die entscheidenden Erfolge – im Übrigen auch die entscheidenden Charterfolge – werden später errungen. Vielleicht sichert auch das permanent drohende und thematisierte Ende der Gruppe einfach ihren Fortbestand.

 

Depeche Mode - Anfänge

 

Depeche Mode wird 1980 in der Nähe von London gegründet. Die gerade einmal volljährigen Andrew Fletcher, Martin Gore und Vince Clarke gründen in den Monaten zuvor bereits eine Reihe anderer Bands, die sie aus unterschiedlichen Gründen wieder aufgeben. Der letzte Versuch, auf den Depeche Mode folgt, endet mit dem Hinzustoßen des Dave Gahan, den Clarke einsammelt, der nach kurzer Zeit den Gesang an Gahan abgibt. Der Wechsel von Composition of Sound zu Depeche Mode geht einher mit einer enorm wichtigen Änderung. Fehlte der Gruppe bis zu diesem Zeitpunkt nur ein Schlagzeuger zu einer Rockgruppe, fliegen nach der Neuformierung sämtliche klassischen Instrumente aus der Startformation. Es bleiben Synthesizer.

 

Daniel Miller aus London, Gründer des noch jungen Labels Mute Records, entdeckt die Formation noch 1980 bei einem ihrer Auftritte. Es entsteht eine Verbindung, die bis in die heutige Zeit bestand hat. Miller gründet das Label 1978, weil ihm die Möglichkeit fehlt, seine musikalischen Vorlieben ausleben zu können. Die drei Typen hinter den Synthesizern müssen ihm wie eine Offenbarung vorgekommen sein, arbeitet er doch bis zu diesem Zeitpunkt vornehmlich mit Elektropionieren aus Kontinentaleuropa zusammen. So haben die Musiker einen Produzenten im Rücken, der die musikalische Selbstentfaltung hoch hält – und der Produzent eine Band unter Vertrag, die nach wenigen Jahren selbst in den USA Stadien füllt.

 

Adieu, Vince Clarke!

 

Depeche Mode wird rasch populär. Mit „Just Can´t Get Enough“ hat die Gruppe in England ihren ersten Top-10-Hit. Kurz darauf folgt die Veröffentlichung des Debütalbums „Speak & Spell“. Vince Clarke entscheidet sich noch 1981, die Band zu verlassen – ausgerechnet derjenige, der bis zu diesem Zeitpunkt fast ausschließlich für das Songwriting verantwortlich ist, streicht die Segel. Und macht den Weg frei für Martin Gore, der zum ersten Album lediglich zwei Instrumentalstücke beisteuert und sich in der Folge den Ruf eines genialen Komponisten erarbeitet. Er ist in seiner Rolle derart dominant, dass es – wesentlich später – beinahe zum Bruch kommt, da auch Dave Gahan zunehmend sein Recht einfordert.

 

Clarke wird ab Mitte der 80er Jahre in dem Duo Erasure sehr berühmt. So ist es letztendlich ein Segen, dass er seinen Hut nimmt. Gore ist besser. Als Ersatz für Clarke wird Alan Wilder in die Gruppe geholt, nun Alterspräsident der Gruppe, mit dem die Ära des Samplens in der Gruppe beginnt, die Depeche Mode in der Folge stark prägt.

 

Erstes Produkt dieser Zeit ist das dritte Album „Construction Time Again“. Eingespielt wird in London und abgemischt in den Hansa Studios zu Berlin. Das erste Nummer-1-Album (in der Schweiz) ist das bereits erwähnte „Black Celebration“ 1984, in Deutschland landet im selben Jahr die Single „People Are People“ auf Platz eins. Trotz der rund 56 Millionen verkauften Alben der Band bleiben Nummer-1-Produkte lange Zeit Raritäten. Zwischen 1985 und 1990 entsteht ein knappes Dutzend Singles, die nahezu jeder kennt, die zwei zweiten Plätze in Deutschland 1987 sind jedoch das Höchste der Gefühle.

 

Depeche Mode - Nach den elenden 80ern

 

1990 erscheint das siebte Album „Violator“, mit Klassikern wie „Enjoy The Silence“ und „Personal Jesus“. Ein Wahnsinnsalbum, das am Anfang des neuen Jahrzehnts der Band endgültig zu weltweitem Durchbruch verhilft. Nach dem wundervollen „Songs Of Faith And Devotion“ 1993 verlässt Alan Wilder 1995 im Disput die Gruppe.

 

Es folgt die härteste Phase Depeche Modes. Gahan hat mehrfach – neudeutsch – Nahtoderfahrungen, trotzdem erscheint 1997 „Ultra“ mit dem unglaublichen „Barrel Of A Gun“. Gahan muss, um die Arbeit überhaupt bewältigen zu können, erstmals Gesangsunterricht nehmen, Martin Gore übernimmt den Gesangspart bei zwei Titeln. Auf eine Tournee muss zunächst verzichtet werden.

 

Die Alben der 90er Jahre beherrschen die Charts mit ihrem Erscheinen zumeist. Es gehört zu den großen Stärken Depeche Modes, dass die Arbeiten der 80er Jahre in den 90ern ihre logische Fortsetzung finden. Das muss man erstmal hinkriegen, ohne stehenzubleiben. Fletcher, Gore und Gahan schaffen es. Die Anzahl der Alben lässt etwas nach, dafür steigt die Bedeutung. Auch „Exciter“ setzt 2001 den Trend fort. Nach zunächst einmal überstandener Lebensgefährdung Gahans sehen viele Beobachter die Zukunft der Gruppe einen Tick zu rosig.

 

2003 veröffentlichen sowohl Gore als auch Gahan Soloalben, die klares Signal dafür sind, dass sich da zwei Musiker die Zukunft recht unterschiedlich erträumen. Und auch Fletcher, sowohl in diesem Artikel als auch in der Berichterstattung allgemein eher ein Medium, das zwischen den zwei herrschenden Gewalten vermittelt, als ein gleichwertiges Mitglied, äußert sich zaghaft bis zweifelnd über die Zukunft von Depeche Mode.

 

 „Playing An Angel“, das elfte Album von 2005, wird Hobbydeutern wenig weiterhelfen. Der faktischen Eintracht im Studio steht ein Produkt gegenüber, das nicht mehr ist als ein besseres Best-Of-Album. Während bei ordinären Varianten solcher Zusammenstellungen Lieder gewählt werden, sind es in diesem Fall gemeinsame Zeiten. Die Zukunft? Man wird sehen. Ein Album mehr muss keine Bedeutung haben, kann jedoch die Welt retten.


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