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Die Toten Hosen
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Kaum eine andere Band (Die Ärzte) begleitet die Schulkinder seit Mitte der 80er so beharrlich mit schlecht gereimten deutschsprachigen Saufliedern und dann wieder pädagogisch wertvoll aufgeladenem Liedgut. Kaum eine andere Band (Die Ärzte) zehrt so sehr von einem Ruf, so alt, dass er eigentlich bereits verblasst sein müsste. Wer die Toten Hosen früher schon nicht mochte, wird sie nie mögen – der Name ist einfach nur blöde. Mit einem Kopf, der als flippiger Vorschullehrer in einem ZDF-Dreiteiler durchgehen würde und einer blassen Restbesetzung sind die Toten Hosen ein Stück Deutschland; und es bleibt verblüffend, wie viele immer neue junge Menschen mit neuwertigen Toten-Hosen-Devotionalien durch die Gegend eiern.

 

Ist das Punk? – Düsseldorf in den 70er und 80er Jahren

 

Die Hauptstadt der Toten Hosen ist Düsseldorf. Doro Pesch kommt hierher, Marius-Müller Westernhagen auch, und die Parteien NRWs haben hier eine große WG. Als dort, wo heute eine stolze Promenade am Rhein entlangführt, noch eine vierspurige Autobahn für effiziente Durchfahrt sorgte, hat man es in Düsseldorf geschafft, das Ohr am Puls… oder das Ohr, nein, der Puls zu sein. Egal ob visionäre elektronische Musik (Kraftwerk) oder deutscher Punkrock (z.B. Fehlfarben) oder Neuere deutsche Welle – in Düsseldorf gibt es immer wieder junge Leute, die sehr früh dabei sind. Das liegt sicherlich auch an der hervorragenden Infrastruktur: eine Menge ortsansässiger Flachpfeifen (Kö) lädt zum Aufbegehren ein, der Ratinger Hof bietet in den 70er und 80er Jahre eine Bühne dafür. Hier tummeln sich anerkannte Aussteiger und berufstätige Rebellen zwischen wirklichen Aussteigern und großen Verlierern, hier erlebt der Punk dieselbe Hochzeit wie in einigen handverlesenen weiteren Metropolen dieser Erde, denselben Einbruch und hier werden ähnliche Fragen nach dem Fortbestand gestellt, weil es einen ja nicht plötzlich nicht mehr geben kann, wenn man nicht tot ist.

 

Die Toten Hosen - Biographisches

 

In diesem Umfeld entstehen die Toten Hosen. Damit haben sie in ihrer Vergangenheit mehr Punk als viele der Rockprofessoren, die heute über Wahrheiten richten. Im Übrigen fällt auf, dass unter Freunden der Musik inzwischen häufiger unpräzise von Rockmusik die Rede ist – egal. Andreas Frege, Jahrgang 1962 und besser bekannt als Campino (Abi 83), bleibt ein paar Mal sitzen und landet so in der Klasse von Michael Breitkopf (1964 geboren), einer der Gitarristen und Gründungsmitglieder der Toten Hosen. Campino ist bereits Musiker, ZK heißt seine Band, Punk ist sein Metier, und Andreas Meurer (ebenfalls Jahrgang 1962 – aus Essen) ist der Roadie. Ihm wird zur Gründung der Toten Hosen 1982 ein einsaitiger Bass in die Hand gedrückt. In der letzten Phase von ZK (Die Band existiert von 1978-1981) spielt Andreas von Holst, der Kuddel (64er Münsteraner), an der Gitarre. Frege, Breitkopf, Meurer und von Holst stehen seit der Gründung der Toten Hosen 1982 gemeinsam auf der Bühne. Lediglich Walter „November“ Hartung, der zuvor mit Breitkopf bei „Aram und die Schaffner“ Gitarre spielt, steigt kurz nach der Gründung der Toten Hosen aus dem Projekt aus – und die Schlagzeuger wechseln mehrfach: zunächst ist es Klaus-Peter Trimpop, genannt Trini, ein Sozialpädagoge aus Kierspe, der die Band mitgründet und 1985 für einige Jahre zum Manager der Gruppe wird. Ihn ersetzt Jakob Keusen, ein Tausendsassa, guter Mann, doch nur für den Übergang – die musikalischen Vorstellungen sind recht unterschiedlich. Keusen stirbt 1989 grausam: er wird von einem genervten Rentner erstochen. 1986 rückt für viele Jahre der richtige Mann hinter die Trommeln: der Kieler Wolfgang (1950) Rohde, genannt Wölli, bleibt bis 1999 fester Bestandteil der Band, geht in den wohl verdienten Ruhestand (Teilzeit, da er bisweilen noch mitmischt) und macht Platz für Stephen George Ritchie, Jahrgang 1964, aus einem unaussprechlichen Ort in England, der sich diese Chance viele Jahre mühsam und redlich als Roadie verdient hat.

 

Die Toten Hosen - Frühe Erfolge

 

Die ersten Singles der Toten Hosen, „Wir sind bereit“ und „Reisefieber“ aus dem Warm-Up 1982 kann man nicht gerade als Erfolge bezeichnen – sie sind erwähnenswert, weil sie zur Geschichte der Band gehören. Allerdings haben sie bereits viel von dem, was folgt: die Jungs sind nicht besonders fingerfertig, der Sänger kann nicht singen, der Texter kann nicht reimen, die Texte sind allerdings nie peinlich, oft albern und die Gruppe zeigt, worauf es ihr ankommt: es wird schnell und auf die Zwölf gespielt.

 

Ein Klassiker deutscher Popkultur entsteht im Folgejahr: die Annemarie-Polka „Eisgekühlter Bommerlunder“ ist ein großer Wurf. Zwar scheint seinerzeit die Sache noch nicht Reif für die Leute oder die nicht reif für dieses Stück, mit den Jahren allerdings gewinnt das Lied deutlich an Bedeutung. Vor allem das Video (Die Toten Hosen steigen doch recht früh auf den großen Zug – bereits 1982 entsteht das Video zu „Reisefieber“) ist ein echter Schatz: eine kleine Kapelle, eine Hochzeit, Marianne Sägebrecht ist die Braut, der Pfarrer ist besoffen, der Sakralbau muss im Anschluss neu geweiht werden, Die Toten Hosen sind bekannt. Mit „Opel-Gang“ erscheint im gleichen Jahr das Debüt-Album bei EMI. Auch wenn das Ding recht billig produziert ist, zeigt es bereits eine der großen Stärken der Band: den Blick für die kleinen Figuren mit den großen Geschichten, die Bereitschaft, den Zeigefinger auch mal zu benutzen und sehr, sehr albern zu sein. Und noch etwas zeichnet Die Toten Hosen bereits zu Beginn ihrer großen Zeit aus: die Bereitschaft, über den Tellerrand des großen Teiches auf der anderen Seite zu schauen. Der Graffiti-Pionier aus dem Umfeld des HipHop-Gottes Afrika Bambaata: Fred Braithwaite (Fab Five Freddy) nimmt gemeinsam mit den Düsseldorfern eine HipHop-Version des Bommerlunder-Hits auf – „Hip Hop Bommi Bop“.

 

Die Toten Hosen - Verantwortung und Engagements

 

Man glaubt ja kaum, welch wichtige Stationen eines Musikerdaseins Die Toten Hosen bereits früh in ihrer Karriere abklappern: eine Peel-Session bei der BBC 1984, eine Konzertreise für das Goethe-Institut nach Frankreich 1985, ein riesiges Protestkonzert in Wackersdorf 1986 gegen die Atomschrottaufbereitungsanlage… das Engagement für die gute Sache setzt sich bis heute fort. 2007 spielen sie nach einer eineinhalbjährigen Pause bei „Deine Stimme gegen die Armut“ in Rostock. Mut zeichnet sie aus, Mut zur eigenen Meinung. Eine Weile schleppen sie in ihrem Vorprogramm Norbert Hähnel als Heino mit, der zum Publikumsliebling avanciert, auch weil die Nutzung des Titels, der Brille und der blonden Perücke die Richter auf den Plan ruft. Hähnel nutzt 2005 seine andauernde Bekanntschaft, um für Die Partei in Berlin-Kreuzberg bei der Bundestagswahl anzutreten. Als Die Roten Rosen rocken die Hosen 1987 alte Gassenhauer, 2005 reichen sie die obligatorische MTV-Unplugged-Platte „Nur zu Besuch: Unplugged im Wiener Burgtheater“ nach, zwischendurch werden sie zum Trikotsponsor der am Boden liegenden Düsseldorfer Fortuna.

 

Die Toten Hosen - Folgende Erfolge

 

Das zweite Album erscheint 1984 bei Virgin Records. An „Unter falscher Flagge“ ärgert die ehemaligen Vertragspartner vornehmlich das Cover – eine Verhohnepipelung des Logos muss nach erneutem Richtereingriff geändert werden. Ein Hundegerippe muss entfernt werden, nach einigem Hin und Her wird es schließlich durch ein Bundesadlergerippe ersetzt: voilá, das Logo der Band. 1986 folgt „Damenwahl“, und mit ihr die zweite (vielleicht beste) Version von „Bis zum bitteren Ende“ – und das „Wort zum Sonntag“ – und das „Altbierlied“ natürlich.

 

Mit „Ein kleines bißchen Horrorschau“ 1988 geht es dann richtig rund. Ausgerechnet für das Theater geschriebene Stücke sorgen für den endgültig kommerziellen Durchbruch. Bernd Schadewald inszeniert „A Clockwork Orange“ nach Stanley Kubrick in Bad Godesberg (das liegt bei Bonn – das ist damals die Bundesadlerhauptstadt). Die Toten Hosen spielen im Theater neben dem großen Ralf Richter. „Hier kommt Alex“ kann noch heute jeder 15jährige Trällern.

 

Die Toten Hosen sind die richtigen für die ganz großen Bands. Sowohl die Rolling Stones als auch U2, Green Day und AC/DC vertrauen in Deutschland auf Campino, wenn es darum geht, ihre fußlahme Klientel in Stimmung zu bringen. Auch der pädagogische Auftrag der Band kommt weiterhin nicht zu kurz: mit „Learning English – Lesson One“ werden 1990 den jungen Hörern alte Straßenfeger, Punk-Stücke, nähergebracht. „Sascha – ein aufrechter Deutscher“ ist 1992 wiederholt ein klares Statement gegen real existierenden Faschismus in Deutschland. 1993 wird „Kauf MICH!“ veröffentlicht, die Boxhamsters antworten mit „Klau MICH!“ So viel Spaß muss sein, denn nun sind die Herren Hosen richtig dick im Geschäft. Eine Best-of-Platte und deren englische Version 1994 sorgen dafür, dass die toten Hosen in den Charts ein Rennen mit drei Boliden fahren.

 

Es folgen die Gründung einer eigenen Firma (JKP), eine Sendung bei Radio Fritz 1995 und 1996 völlig berauscht vom eigenen Erfolg „Opium fürs Volk“. Platin, Platin, Platin für die Herren, Misstrauen bei jenen, die immer von Ausverkauf und Echtheit und früher reden.

 

Die Gruppe spielt sich müde. Was hier weniger bekannt ist: sie ist nicht nur im deutschsprachigen Raum unterwegs, mitunter geht sie sehr weite Wege – und nicht nur im englischsprachigen Raum, wo Punk und Campino ein Teil ihres Herzens haben, machen sie sich einen Namen. Der Schlagzeuger muss aufgrund von Rückenproblemen aufhören, 1999 kommt das Album „Unsterblich“ raus. Sie spielt und spielt und veröffentlicht 2004 „Zurück zum Glück“.

 

Die Toten Hosen - Schöpferische Pausen

 

Nach einer kleinen Tour mit der Biermösl Blosn und Gerhard Polt Ende 2005 ist erstmal Feierabend. Kann man irgendwie auch verstehen – trotzdem taucht Campino jetzt noch häufiger im Fernsehvorabendprogramm auf. Zumindest im Boulevard-Vorabendprogramm. Das interessiert sich nämlich plötzlich brennend dafür, dass Klaus Maria Brandauer in Berlin Brecht inszeniert. Mit Campino, dem schauspielenden Sänger.

 

Ist das Punk?

 

Ja, oder? Vielleicht. Keine Ahnung.


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