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Duran DuranBock auf Legenden? Duran Duran ist eine Heldin der 80er Jahre, eine dieser Bands, die es geschafft haben, mit einem Lied („Wild Boys“) für alle Zeit und überall bekannt zu sein. Und gehasst zu werden … Duran Duran ist, so lautet zumindest die Fernsehweisheit, Teil einer Bewegung von Popmusik-Dandys, bemüht darum, gepflegt und unpolitisch zu wirken, außerdem sagenhaft erfolgreich. Dauerhaft sa-gen-haft erfolgreich, was auch daran liegen mag, dass in den deutschen Radiostationen z.B. Anfang der 90er Jahre ein Generationswechsel stattfindet, neue Chefs spielen die Lieder ihrer guten Jahre und prügeln New Romantic, darunter wird Duran Duran geführt, ins nächste Jahrtausend. Kurz: Duran Duran hat eine große Zeit, dann aber keinen guten Grund, aufzuhören. Das Bedürfnis, einmal noch musikgeschichtlich so relevant zu sein wie in dem einen Moment, sorgt dafür, dass Duran Duran heute ein durchaus heterogenes Werk vorzuweisen hat – und sich die Musiker, durchforstet man deren Promointerviews, zum Teil herrlich widersprechen.
Duran Duran kommt aus Birmingham und ist damit eine der vielen, vielen Bands, die von England aus die Popmusikwelt erobern. Da das aus amerikanischer Sicht schubweise passiert, spricht man von Invasionen und Duran Duran gehört zu der Invasion, die unmittelbar mit der Entstehung von MTV einsetzt. 1978, ein paar Jahre zuvor, wird Duran Duran von Nick Rhodes und John Taylor gegründet. Nigel John Taylor ist kurzsichtig und großer Roxy-Music-Fan (irgendwie auch Fan der Sex Pistols, denen will er aber auf gar keinen Fall nacheifern), Nick Rhodes heißt eigentlich Nicholas James Bates und hat gerade die Schule verlassen, zur ersten Besetzung von Duran Duran stoßen der Sänger Stephen Duffy und der Bassist Simon Colley.
Diese früheste Bandbesetzung hält nicht lang und eine wirklich entscheidende Wendung erfährt die Duran-Duran-Geschichte, nachdem die Taylors Andy und Roger zur Formation stoßen und der Sänger Simon Le Bon von seiner Freundin den Tipp bekommt, einmal im Rum Runner, einem Club, vorbeizuschauen, wo eine Band einen vernünftigen Sänger sucht, die zwar bereits erste Studioaufnahmen gemacht hat, allerdings ohne ihn hoffnungslos in der Luft hängt. Die Besitzer des Clubs, die Brüder Paul und Michael Berrow, werden zu Managern der Formation, die weitere Demos einspielt, für die Berrow-Brüder das Rum Runner schmeißt und sich als Live-Band einen derart guten Ruf arbeitet, dass EMI richtig darum kämpfen muss, sie im Dezember 1980 unter Vertrag nehmen zu dürfen.
Duran Duran wird schnell berühmt, auch weil die Jungs rattenscharf aussehen und von berühmten Designern eingekleidet werden. Die erste Single, „Planet Earth“, vom Februar 1981, kündigt das selbstbetitelte Debüt im Juni an, da fahren die Bravos der Insel schon auf die Musiker ab, und nachdem sich auf dem Album mit der dritten Single „Girls On Film“ ein einigermaßen akzeptabler Hit findet (wir stecken so tief in den 80ern wie man nur irgendwie stecken kann), läuft die Medienmaschine auf Hochtouren. MTV geht gerade in den USA auf Sendung, als das Video zur Single gedreht wird, eine Tour durch die USA ist die logische Reaktion – aber nicht der wesentliche Schritt. In Europa hat Duran Duran den wichtigsten Absatzmarkt.
Duran Duran – Rio
Bereits im Frühling 1982 wird mit dem Album „Rio“ nachgelegt – und die nächsten fünf Jahre über landet so ziemlich alles in der UK-Charts-Spitze, was Duran Duran veröffentlicht. Die junge Prinzessin Diana ist Fan der Gruppe, die britische Presse vergleicht Duran Duran mit den Beatles. „Hungry Like The Wolf“, „Save A Prayer“ und der Titelsong des Albums sind die Hits desselben, im Herbst wird „Carnival“ nachgelegt, eine für die Tanzfläche erarbeitete Remix-EP – heute etwas völlig Normales, damals nicht. David Kershenbaum ist an der EP beteiligt.
Mit „Is There Something I Should Know?”, einer Single, mit der eine internationale Veröffentlichung des ersten Albums ergänzt wird, steigt Duran Duran auch in die deutschen Charts ein. Das nächste Album entsteht in Frankreich und Australien, „Seven And The Ragged Tiger“ wird im November 1983 veröffentlicht. Im Grunde ist dies der Gipfel des Duran-Duran-Erfolges, „The Reflex“, „New Moon On Monday“ und „Union Of The Snake“ sind die Hits, die Band ist in jener Zeit ungemein bedeutend, unternimmt eine Welttournee, ein Film wird dazu gedreht, das Live-Album dazu wiederum, „Arena“ inklusive „The Wild Boys“, verkauft sich ebenfalls vortrefflich, bei der Aufnahme zur Band-Aid-Single „Do They Know It´s Christmas?“ gehört Duran Duran zu den ab-so-lu-ten Top-Acts.
Die Musiker wollen alle mehr, nicht unbedingt dasselbe. Die Taylors Andy und John sind an dem Rockprojekt Power Station beteiligt, Rhodes, Taylors Roger und Le Bon gründen Arcadia – wir befinden uns noch immer tief in den 80ern, den Abschied aus der ganz großen Zeit beginnt mit dem Titellied zu „Im Angesicht des Todes“ (James Bond, der letzte Auftritt von Roger Moore).
Duran Duran – Notorious
Roger Taylor ist 1985 der erste, der aussteigt – offiziell will er eine Pause einlegen, und tatsächlich kehrt er 16 Jahre später zurück. Der zweite ist Andy Taylor einige Monate später, die anderen drei beginnen mit der Arbeit an dem nächsten Album, bevor sie Ersatz gefunden haben. Warren Cuccurullo, ein alter Kollege Frank Zappas, nimmt an den Aufnahmen zu „Notorious“ teil und gehört später für einige Jahre zur Band, die Zeit, die Aufnahmen, die Vorbereitung der großen Tour, werden mit dem Film „Three To Get Ready“ dokumentiert. Die Band befindet sich an einem entscheidenden Punkt, muss sich nach den Jahren ungeheuerlicher Popularität, in denen sie die weltweite Teeniepresse umfangreich beschäftigt, neu entwerfen.
Und daran arbeiten die Musiker. 1988 wird „Big Thing“ veröffentlicht – Duran Duran verweigert sich dem üblichen Promo-Quatsch (so was bringt Kritiker nicht zurück), dafür kristalliert sich die italienische Fangemeinde als die beständigste Anhängerschaft heraus. Nirgendwo sonst spielt Duran Duran noch bis in die 90er Jahre hinein derart gute Chartpositionen zusammen. 1989 werden Cuccurullo und der Schlagzeuger Sterling Campbell zu vollwertigen Mitgliedern erklärt, die Veröffentlichung eines ersten Best-of-Albums belegt, dass es um einen Neuanfang geht.
Duran Duran – Liberty
„Liberty“ heißt das Album von 1990, ausgerechnet, eigentlich schön, dass ein sich derart dem Zeitgeist anbiedernder Titel kommerziell grandios scheitert. Auf eine Tour wird verzichtet, 1991 verlässt Campbell Duran Duran. 1993 veröffentlicht das verbliebene Quartett „Duran Duran (The Wedding Album)“ mit „Ordinary World“ – und damit erspielt sich die Gruppe etwas, was ihr bis hierhin vielleicht noch gefehlt hat: Epochen übergreifende Relevanz. Das beweist Duran Duran nicht zum letzten Mal und es gibt natürlich viele Fans, die es schon immer gewusst haben, „Ordinary World“ ist allerdings nicht einfach ein Hit, sondern ein Hit, der ganz typisch für die 90er ist.
1995 gibt es dann „Thank You“, die Musiker haben zu keiner Zeit ein Händchen für Albumtitel. Duran Duran covert, und zwar Grandmaster Flash, Lou Reed, Elvis Costello, David Bowie, sich selbst, Sly & The Family Stone, Led Zeppelin, Bob Dylan und und und. 1997 verlässt John Taylor die Band, er setzt alte Nebenprojekte fort, wird Labelgründer und Solokünstler – hat also besseres zu tun. Das verbliebene Trio veröffentlicht im Herbst 1997 „Medazzaland“ – außerhalb Europas. Und gibt ein Konzert für die verstorbene Prinzessin D. Und wechselt von EMI zu Hollywood Records. Und spielt mit „Pop Trash“ ein weiteres Album ein (im Jahr 2000 weitgehend von der Öffentlichkeit ignoriert).
Duran Duran – Astronaut
Und 2001 geschieht das, was vermutlich nur die allerhärtesten Fans sich zu wünschen noch erlauben: die große Besetzung von Duran Duran plant das große Comeback. Die drei Taylors, Le Bon und Rhodes nehmen sich Zeit (das ist gerade in Zeiten vieler Reunions ungewöhnlich), mieten sich in St. Tropez ein, buchen verschiedene Produzenten, geben dann zum 25. Bandgeburtstag im Sommer 2003 ein großes Konzert und tingeln anschließend über die großen Awardverleihungen – das wird bis 2004 fortgesetzt. Duran Duran wird während einer groß angelegten Tour gefeiert, im Oktober wird „Astronaut“ veröffentlicht. Ein toller Erfolg, Duran Duran spielt in wenigen Jahren vor etwa vier Millionen Menschen, bei Sport- und Benefiz-Großveranstaltungen. Dann geht Andy Taylor einmal mehr im Streit.
Im November 2007 gibt es dann „Red Carpet Massacre“, ein neues Album – Timbaland und Justin Timberlake sind an dem Flop beteiligt, aber das ist sicher nicht das Ende. ![]() CD Reviews von Duran Duran findet Ihr auf CDSTARTS.de Kostenlose Songtexte von Duran Duran bietet lyrix.at |
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