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Elvis Costello ist ein Held der 80er Jahre und ein Held der Popmusikexperten – das mag daran liegen, dass das oft Kinder der 80er sind, vielleicht auch daran, dass Elvis Costello wie ein Musikexperte aussieht (wobei er schon so lange im Geschäft ist, dass nicht unwahrscheinlich erscheint, dass sich die Musikexperten seit jeher nach Elvis Costello richten, was dann im Umkehrschluss bedeutet, dass die Musik letztendlich doch Ursprung der Begeisterung für Elvis Costello sein muss). Eigentlich heißt er Declan Patrick MacManus, kommt 1954 zur Welt und gibt sich seinen Künstlernamen in den 70ern.

 

Sein Vater Ross MacManus ist ein in England recht bekannter Trompeter und Sänger (der 1964 mit einem Skastück einen kleinen Charterfolg in Deutschland feiert), Costello ist der Mädchenname einer Großmutter, nach der Trennung der Eltern zieht seine Mutter Lillian mit Elvis Costello nach Liverpool, wo er seine Schulzeit … bereits in der Kindheit ist er als Musiker tätig, indem er zum Beispiel die Popmusik der 60er Jahre einatmet, er tritt ab 1970 mit eigenen Arbeiten auf und spielt – wie sein Vater – ein Lied für eine Limonadenwerbung ein.

 

Elvis Costello gründet Bands, Flip City zum Beispiel, die Gruppe besteht von 1974 bis Ende 1975, er nennt sich in jener Zeit DP Costello. Anschließend ist er als Solokünstler aktiv und verdingt sich als Computertechniker. 1976 nimmt Stiff Records, heute noch aktiv, Musiker unter Vertrag, im Juni 1977 wird „My Aim Is True“ veröffentlicht, das Solodebüt. Er heißt nun Elvis Costello und stellt seine Band The Attractions zusammen. Kurz nach der Veröffentlichung des Albums treten Elvis Costello and The Attractions erstmals gemeinsam auf und veröffentlicht unter diesem hervorragenden Namen auch die nächsten Alben. Costello gründet Radar Records, veröffentlicht in der Folge daheim bei kleinen Labels, international überwiegend bei Majors – Columbia ist der erste namhafte Vertriebspartner.

 

Die Band veröffentlicht jährlich ein neues Album, in Großbritannien ist sie auf einen Platz in den britischen Top 10 gebucht. Vielleicht wäre die Bedeutung von Elvis Costello, der ja irgendwie jedem ein Begriff, vergleichsweise wenigen jedoch wirklich musikalisch präsent ist, eine andere, hätte er nicht Ende der 70er Jahre in Florida öffentlich pauschalisierend auf afroamerikanische Musikerkollegen geschimpft, und zwar so, dass er seinen Ruf schlagartig ruiniert und er seine Tour abbrechen muss. Die Geschichte liest sich immer ein wenig befremdlich, weil sie in einem spürbar Überwindung kostenden Pflichtbewusstsein durch die Costello-Fans weitergetragen wird, die immer damit enden muss, dass Elvis bei einem Auftritt bei Rock Against Racism – wie nennt man das? Diese Scharte auswetzt? Egal. Diese Veranstaltung, also Rock Against Racism, wird 1978 von der Anti Nazi League in England ins Leben gerufen, weil einige britische Musiker sich ungeheuerliche Entgleisungen geleistet haben, von denen offiziell nur Eric Clapton die Sache ernst gemeint hat, dessen Fans wiederum weniger Probleme damit haben als jene von Elvis Costello.

 

Zwei seiner größten Hits in England sind „Oliver´s Army“ und „I Can´t Stand Up For Falling Down” Ende der 70er Jahre, zwei zeitlose Nummern, wenn die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die Zeit ist. Das Video zum zweiten Lied wartet mit einer der raffiniertesten Tanzperformances jener Jahre auf. Elvis Costello macht sich als Produzent einen Namen, arbeitet für The Specials und später mit The Pogues, er selbst spielt mit etlichen Musikgenres, eignet sich New Wave-, Motown- und Country-Nummern an bzw. macht sie zu seinen eigenen. Ferner schreibt er Lieder für Musikerkollegen, singt beim Live Aid 1985 – und das ist eine Veranstaltung, die wirklich die Spreu vom Weizen trennt.

 

Er singt mit Paul McCartney, arbeitet mit Klassikmusikern, etwa dem Brodsky-Streicherquartett, in den 90ern, wir machen schnell, ist er bereits eine Legende. Elvis Costello erhält die großen Preise, zumindest ein Paar davon, das Aussehen wird zur Marke, und die kommt bei „Spice World“ zum Einsatz. Er kooperiert mit Burt Bacharach, Richard Harvey, Bill Frisell, Steve Nieve, John Harle, Anne Sofie von Otter, mehrfach mit The Imposters, Marian McPartland, Elvis Costello nimmt sich bei so einer Zusammenarbeit in der Regel ein Album Zeit und eine besonders hervorzuhebende Kollaboration ist jene mit Allen Toussaint („The River In Reverse“, 2006).


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