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Emiliana Torrini
Emiliana Torrini Foto © by Beggars Group

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Das wurde auch Zeit: im Sommer 2009 ist Emilíana Torrini Davíðsdóttir dort angekommen, wo sie gefühlt schon einige Jahre hingehört, nämlich an die Spitze der deutschen Charts. Emilíana Torrini ist nicht wenigen der einzig wahre isländische Popstar, keines dieser Kunstexperimente, kein schwer verständliches Gurren, Seufzen und Märchenerzählen, gleichwohl versteht sie es, zu gurren, seufzen und Märchen zu erzählen. Emilíana Torrini ist der geborene internationale Star, wird lange schon überall dort besprochen, wo sich wortmächtige Popmusikexperten wohlfühlen und schafft es, kommen wir noch einmal auf den Sommer 2009 zurück, mit „Jungle Drum“ (mehrere gute Ideen) und einer kleinen gutturalen Kür, vielen ihrer neuen Fans nicht nur mit jedem Hören mehr Freude zu machen, sie animiert auch noch, sich unter Duschen neu zu entdecken.

 

Emilíana Torrini, das muss einfach gesagt werden, gilt vielen und langen als die tantige Version von Björk, eine vielsprachige Projektkünstlerin, unglaublich fotogen und eine begnadete Filmmusikerin, der schlicht das eigene Gesicht fehlt. Lustig ist, dass das Video zu „Jungle Drum“ sicher nicht geeignet ist, Vorurteile zu entkräften, auch das Lied ist in Teilen björkschem Wirken nicht unähnlich, dann ist es allerdings einfach zu deutlich Emilíana Torrini. Als sie beispielsweise 2005 mit „Fisherman´s Woman“ ein wunderschönes Album vorlegt, kommt sie schlicht zu spät. Emilíana Torrini kommt zu spät als junge, rätselhafte Musikerin, die ihre Lieder vorsichtig instrumentiert und einfach nur zu verzaubern vermag – zu der Zeit hört man überall französische Songschreiberinnen oder Engländerinnen oder Italienerinnen, die klingen wie französische Songschreiberinnen mit Akustikgitarren … In jedem der letzten 30 Jahre hätte „Fisherman´s Woman“ ein Welterfolg werden können, nur nicht in jenem, das man zur Veröffentlichung wählte.

 

Und es ist nicht das erste Jahr, in dem Emilíana Torrini zu spät ist. Viele Jahre zuvor, 1999, veröffentlicht sie „Love In The Time Of Science“, ein Popalbum von geradezu anbiedernder Schönheit, ganz offensichtlich zu sehr in den 90ern verhaftet – vielleicht auch einfach von den falschen Leuten vermarktet, denn unverständlich bleibt der ausbleibende Welterfolg selbst dann, wenn man in der emotionalen Tiefe, den schleppenden Momenten und den Streichern Reminiszenzen an die Trip-Hop-Tage zu erkennen vermag. Wir haben es bei Emilíana Torrini mit einer Musikerin zu tun, die ein Schatz ist für alle, die sie erst jetzt gerade entdecken. Eine Musikerin mit einem Werk, das ungemein facettenreich ist und bis hinter die Mitte der 90er Jahre zurückzuverfolgen ist. Man muss allerdings ein wenig stöbern …

 

Emilíana Torrini – Spoon

 

Emilíana Torrini kommt 1977 oder 1978 auf Island zur Welt und wächst südlich von Reykjavík auf. Der Beruf des italienischen Vaters ist Grund dafür, dass die Familie recht viel umherzieht und die Tochter gleich mehrere Sprachen fließend zu sprechen lernt. Als Kind singt Emilíana Torrini im Chor, später wird sie auf spezielle Musikschulen geschickt, 1994 gewinnt sie einen – auf Island – recht bekannten Musikerwettstreit. Ihre erste große Veröffentlichung hat Emilíana Torrini mit einer Band namens Spoon im selben Jahr, diese Produktion – wie auch die nächsten zwei Produktionen – wird nahezu ausschließlich auf der Insel gehört und verkauft (und der Musikerin soll das sehr recht sein).

 

1995 folgt mit „Crouçie D\'où Là“ das erste Soloalbum, Emilíana Torrini covert unter anderem Aretha Franklin und Van Morrison, 1996 wird „Merman“ veröffentlicht, es sind Songs von Lou Reed, Tom Waits, Stevie Wonder und Joni Mitchell darunter. Emilíana Torrini arbeitet mit GusGus und beschließt, nach England zu ziehen und trifft dort auf Roland Orzabal von Tears For Fears. „To Be Free“, ein Lied des Albums, landet auf dem Soundtrack zu „Verrückt/Schön“, einem US-Drama mit Kirsten Dunst 2001, „Summerbreeze“ wird in der Serie „Buffy“ gespielt, Emilíana Torrini betätigt sich als Songschreiberin (etwa für Kylie Minogue) und singt „Gollum´s Song“ für „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“ ein.

 

Emilíana Torrini – Fisherman´s Woman

 

Erst 2005 kehrt Emilíana Torrini zurück, und zwar mit dem erwähnten „Fisherman´s Woman“. Irgendwas fehlt. Die Lieder sind gut, die Stimmung passt, nur das, was die Musikerin da macht, das machen andere wesentlich spannender …

 

Emilíana Torrini – Me And Armini

 

… vielleicht ist das der Grund dafür, dass Emilíana Torrini wieder zu umfangreicheren Instrumentierungen zurückgreift, rhythmisch flexibel ist, sich frei inspirieren lässt und es gibt nicht wenige, die „Me And Armini“ für den großen Abschluss eines Jahres halten, ein Jahr der Duffys und Adeles, das allerdings längst in eine Zeit der Katy Perrys und Lady Gagas umgeschlagen ist. Wie auch in den Jahren zuvor hat Emilíana Torrini mit Dan Carey gearbeitet (der wiederum war schon für Hot Chip, Franz Ferdinand, Kylie Minogue zum Beispiel tätig), ihre Lieder werden bei „Grey´s Anatomy“ gespielt – beispielsweise – sie erarbeitet eine begeisterte Fangemeinschaft, der durchschlagende, der endgültige, der richtige Durchbruch gelingt ihr dann aber mit ihrer Single „Jungle Drum“.

 

Die landet an der Spitze der umkämpften deutschen Charts, nachdem sie im Finale einer Modelcastingshow gespielt wird, in Belgien und Island steigt sie auch ohne Modelunterstützung nach ganz oben. Es ist das Alberne, Kindliche, Verspielte, das Emilíana Torrini die ganz große Begeisterung bringt, und damit eben nicht die Nähe zu einer der Szenen und Künstlergruppierungen, mit denen sie bislang verglichen wird. Weder sind es die Trip-Hopper, noch die französischen Klimpertanten oder die jungen englischen Superstars, zwar lässt sich Emilíana Torrini mit Björk vergleichen (und der Unterschied besteht nicht darin, dass Björk bekloppter ist), die Ähnlichkeiten sind überschaubar. Wir haben es hier mit einer Künstlerin zu tun, die unglaublich lange schon im Geschäft ist, dabei ein absolut spannendes, heterogenes Werk vorgelegt hat, allesamt liebevoll arrangierte, in vielen Jahren gereifte Arbeiten, und bei der man nur mit Aufregung darauf warten kann, was als nächstes kommt.


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