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Manchmal kann man den Eindruck bekommen, dass Pop, und zwar unabhängig davon, ob Pop eher Indie, eher Rock oder eher was anderes ist, nur noch in Berlin stattfindet, vielleicht auch noch ein bisschen in Hamburg. Dieser Eindruck täuscht. Im toten Winkel des großen Rummels tummeln sich zahllose vorzügliche Musiker, die machen, was sie gut können, manch einer wohnt auf dem Land, ein anderer vielleicht in Bielefeld und Enik kommt aus München, einer verschlafenen Provinzmetropole im tiefen Südosten der Republik.
Enik heißt eigentlich Dominik Schäfer, ist ein umtriebiges Kerlchen mit äußerst kräftigen Stimmchen, ein Familienmensch mit Punkattitüde, eine Rockerbraut mit Alleinunterhalterqualitäten, ein Multiinstrumentalist, ausgewiesener Songschreiber, ein weltenbewandernder Musikprediger, der im ersten Jahrzehnt des aktuellen Jahrtausends immer wieder satte Spuren in der Musiklandschaft zu hinterlassen vermochte, ohne dabei selbst zum Topstar zu werden.
Mit Funkstörung war er beispielsweise eine Weile verbandelt, Enik war die Stimme, die die Rosenheimer brauchten, später griff Thomas D zu, ließ sich von Enik Lieder schreiben, die Konzerte eröffnen und stellte die Verbindung zu den Fantas her, die dem Münchner als Songautor immerhin ein Platinscheibchen einbrachte.
Wo Enik ist, funkt es, der Typ hat keine Scheu, auch mal ausgetretene Fährten nachzuzeichnen, ein paar herumlungernde Rentner vor seinem Studio zu bitten, sich nackig zu machen und Lollies zu schlabbern, wenn er sich an einem Projekt beteiligt, dann wird oft was Besonderes draus, gleichzeitig ist ihm sein Solodasein als Enik oft auch ganz lieb.
2003 gibt es mit „Without A Bark“ eine erste EP, ein wichtiger Mitarbeiter an seinen Ideen wird Hans Tauscheck, der auch am Debütalbum „The Seasons In Between“ beteiligt ist, das 2006 folgt. „antenna“, „Chainsaw Buddha“, „Climbing Up“ heißen die folgenden Veröffentlichungen, bevor er 2011 sein Meisterwerk nachlegt, gründet er erstmal ein eigenes Label.
„I Sold My Moon Boots To A Girl From Greece” hat Enik als Solokünstler eingespielt, sich dabei bei den wenigen Instrumenten, die er selbst nicht beherrscht, von Freunden helfen lassen, danach ist Enik, die Band, dran, das Moped zum Schnurren zu bringen. Die gibt es nämlich auch, diese Band – und die solltet ihr gesehen haben.
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