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Erykah Badu


Repräsentantin der guten Seite unserer Popmusik, visionäre Künstlerin und prima Beispiel dafür, dass Jubelarien der Experten, selbst denen der Massenmedien – zumindest in Deutschland – nicht zwangsläufig zu kommerziellen Riesenerfolgen führen: Erykah Badu. Und das ist nicht alles: kaum eines Künstlers Ecken und Kanten, hier die gerechte Wut, das merkwürdig Esoterische, das politische Vermächtnis, werden derart in epischen Abhandlungen über die atemberaubende Schönheit der behandelten Person ignoriert. So wollen wir es auch halten.

 

Erster Schritt: die historische Einordnung. Erykah Badu, irgendwo in einer selbstverständlich neu definierten Melange aus Jazz, Hip-Hop, R&B und Soul wirkend (Neo Soul nennt man das für sie), kommt aus Memphis in Tennessee, wächst im texanischen Dallas auf und steht auf der Bühne, sobald sie laufen kann, schreibt Lieder, bevor sie schreiben kann und kreiert ihren Künstlernamen, sobald sie politisch denkt und ihren Gebutsnamen Erica als Brandmal weißer Sklavenhalterschaft begreift. Da sind wir doch schneller im … Ablenkung: Erykah Badu ist berühmt dafür, dass die Kollaborationspartner, die sie sich sucht, glänzende, hoch gelobte Karrieren vor sich haben und der Boulevard kennt sie dafür, dass ihre Männer ihre Liebe, manchmal auch den Verlust ihrer Liebe in phänomenalen musikalischen Arbeiten unterbringen. Andre 3000 beispielsweise gehört dazu, „Ms. Jackson“, der erste Welthit von OutKast, ist an Erykah Badus Mutter gerichtet, Common, zwischenzeitlich mal als Retter des Hip-Hops gefeiert, wird ebenfalls von ihr angetrieben – The D.O.C. hatte seine ganz große Zeit indes vor der Beziehung zu Erykah Badu und auf Jay Electronica wartet die Welt noch.

 

Kommen wir zum unvermeidlichen Absatz über die atemberaubende Schönheit und die merkwürdigen Kopfbedeckungen der Künstlerin. Zweitens: sie trägt merkwürdige (oft) getürmte Kopfbedeckungen, erstens: ist es bei „Blues Brothers“ ein großartiges Drehbuch und die phänomenale Musik, die schrottige schauspielerische Leistungen charmant erscheinen lassen, wird „Blues Brothers 2000“ (miese Darsteller, uninspiriertes Drehbuch, mittelmäßige Musik) allein durch Erykah Badu gerettet. Erledigt.

 

Zur Musik: Erykah Free ist eine Hip-Hop-Formation, die sie mit ihrem Cousin Robert „Free“ Bradford gründet, Kedar Massenburg, ab Mitte der 90er Jahre Chef bei Motown Records, Teil der Universal Music Group, nimmt die Künstlerin unter Vertrag – und sie wird berühmt. Sie kollaboriert 1996 mit D´Angelo, im Jahr darauf mit Busta Rhymes, The Roots, Common, veröffentlicht ihr Solodebüt „Baduizm“; und das schlägt in den USA beachtlich ein. Im November des Jahres folgt gleich noch ein Live-Album, das das unglaubliche „Tyrone“ enthält (ausdrückliche Kaufempfehlung), Erykah Badu schlägt einen Ton (gerade auch gegenüber den Kerlen) an, den es so in den US-Charts vielleicht noch nicht gegeben hat.

 

Erykah Badu – Mama´s Gun

 

Zwischendurch zieht sie sich immer wieder aus der Öffentlichkeit zurück, um sich um ihre Kinder zu kümmern, im Jahr 2000 tritt sie dann mit „Mama´s Gun“ auf den Plan, verschmelzt Funk-, Jazz-, Soul-, sogar Rockelemente, die Musikerin setzt ihre Arbeit einfach fort, bis 2003 hat sie vier Grammys in der Tasche, ist auch jenseits des Atlantiks berühmt, so richtig erfolgreich allerdings lediglich in so komischen Ländern wie Holland. 2003 folgt „Worldwide Underground“, offiziell eine EP, jedoch reichhaltiger als manch ein Album, Erykah Badu arbeitet an ihren Hip-Hop-Wurzeln.

 

Anschließend zieht sie sich ein wenig zurück, arbeitet mal für Sergio Mendes, mal für das Strange Fruit Project, eine Hip-Hop-Formation aus Waco in Texas und sie bastelt an einem gewaltigen Werk, dessen erster Teil im Februar 2008 (in den USA) mit „New Amerykah Part One (4th World War)“ veröffentlicht wird.





CD Reviews von Erykah Badu findet Ihr auf CDSTARTS.de
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