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Freundeskreis
Freundeskreis Foto © by Nesola GmbH

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Freundeskreis entstammt einer Welt, die es so nicht mehr gibt, die besser ist und in der Eltern ihre Kinder noch sorglos zu Hip-Hop-Konzerten schicken können, weil sie wissen, dass die Kleinen im schlimmsten Fall bekifft, auf keinen Fall jedoch erstochen zurückkommen. Der alte Freundeskreis prägt ein Leben voll politischer Bewusstseinserweiterungen in den WGs und auch im Radio, überträgt den Hip-Hop auf „unsere“ Verhältnisse und sendet Signale einer sich anbahnenden, Glückseligkeit versprechenden Revolution voller Bierernst, Kitsch und Wärme …

 

Das ist natürlich vollkommener Käse. Heute, im Rückblick, wird die Geschichte um den Freundeskreis und viele weiterer guter Ansätze aus der Stuttgarter Ecke mit den bösen Jungs des Rap verglichen und bedauernd zurückgeschaut, dabei haben diese verschiedenen Hip-Hop-Bewegungen kaum etwas miteinander zu tun. Während die einen wie Lehrer auftreten, wollen die anderen mit Schule nichts am Hut haben, die Milieus, die angesprochen werden, sind vollkommen unterschiedlich, der Erfolg, den die Wut der jungen Männer heute einbringt, wäre mit noch mehr Esperanto nicht drin gewesen.

 

Obwohl – weiß man es? Die Geschichte vom Freundeskreis ist eigentlich eine Traurige. Gerade Max Herre, der markante Kopf des Freundeskreises wirkt am Ende des letzten Jahrtausends, kaum drei Hits in der Tasche, satt. Spätestens mit „Esperanto“ 1999 erweckt er den Anschein, als glaube er, die Welt bereits bekehrt zu haben, dabei hat sich die Gruppe gerade einmal die Herzen erspielt. Auf der anderen Seite ist es natürlich nur das Bild, das übermittelt wird von ihm deutlich unangenehmen Medien und es ist natürlich ein mutiger Schritt der Künstler, mit neuen Projekten neue Akzente zu setzen – und die daraus resultierenden Soloprojekte lassen sich durchaus sehen. Dadurch hat Herre, für die Öffentlichkeit das Gesicht des Kreises, ein wenig Ruhe, der Hype ist lästig.

 

Die Kolchose

 

Am Anfang steht die Gründung der Kolchose. Eine Frechheit, in Anbetracht der frisch „besiegten“ DDR ein musikalisches, aber auch politisches Bündnis mit diesem Namen einzugehen. Und das auch noch in Stuttgart, wo selbst nicht gerade für ihre Aufsässigkeit gerühmte Künstler lange mit Argwohn betrachtet werden. Mutig gehen Freundeskreis und die Hip-Hop-Formation Massive Töne ihren Weg, aus dem „Schoß der Kolchose“ wird eine neue Gemeinschaftlichkeit gepredigt, mit der Zeit schließen sich viele Künstler an.

 

Der Freundeskreis, das sind Philippe Kayser, der Don Philippe, der inzwischen mit Laura López Castro wunderbare Musik auf dem Label Nesola veröffentlicht, Martin Welzer, der DJ Friction, ein inzwischen sehr gefragter Mann hinter den Plattenspielern, der mehrere Soloalben auf den Markt gebracht hat und mit Motor Mouth an einem weiteren Projekt bastelt, sowie der erwähnte Max Herre, ein Sänger, auch Rapper und Poet, der das Label Nesola betreibt.

 

Im frisch angebrochenen Jahr 1997 machen die drei das erste Mal bundesweit auf sich aufmerksam, „A-N-N-A“, ein hübsches Liebeslied, gespickt mit etwas merkwürdigen Komplimenten, landet auf Platz sechs der Media Control Single Charts. Das Debütalbum „Quadratur des Kreises“ erscheint ebenfalls 1997. Wenn Hip-Hop so etwas wie die Basis ist, dann muss man das so stehen lassen, Freundeskreis arbeitet viel mit Reggae- und Jazz-Elementen, die Jungens spielen bereits eine ganze Weile miteinander – und mit der Zeit erweitert sich vor allem der Kreis der sie verehrenden Musiker.

 

Afrob, Wasi, Die Stieber Twins und Samy Deluxe arbeiten mit Freundeskreis zusammen. Die FK-Allstars entstehen, Joy Denalane, Gentleman und Sékou gehören dazu. In Stuttgart scheint man zusammenzuhalten, Michi Beck verschafft dem Freundeskreis einen Vertrag bei „Four Music“. Von Anbeginn sind Herre und Co. darum bemüht, sich nicht von „den Medien“ vereinnahmen zu lassen, was in Anbetracht des ersten Hits, dem Liebeslied, nicht gerade leicht ist.

 

Die Bravo wird verklagt, weil sie Herre als „Jesus von Benztown“ bezeichnet, Fernsehauftritte werden nicht im üblichen Halbplayback absolviert, die Samplerreihe „The Dome“ angelt sich einen Track der Gruppe – eine bittere Niederlage.

 

Freundeskreis - Esperanto

 

Der ganze Erfolg hat natürlich auch sein Gutes: das erfolgreichste Album von Freundeskreis ist „Esperanto“. Die Sprache „Esperanto“, eine Kunst- bzw. Welthilfssprache, ist vielen Leuten in Deutschland plötzlich ein Begriff, ein Album, das teilweise in Esperanto, aber auch in Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch besungen ist, landet auf Platz drei der deutschen Charts.

 

Joy Denalane und Gentleman, unvergleichlich gute Musiker, haben plötzlich Namen und sind gefragt. DJ Thomilla leistet seinen Beitrag, Udo Lindenberg ist dabei, Sékou und Afrob. Udo erträumt sich eine Utopie, wie sie kaum schöner sein kann, „Tabula Rasa“ mit Mellowbag und Gentleman ist bereits 1998 ein Sommerhit, und zwar der beste, den wir in den vergangenen 20 Jahren auferlegt bekommen haben. Der Freundeskreis kann abgehen, hält es allerdings in den meisten Momenten getragen – dafür sorgt auch die Beziehung zwischen Denalane und Herre, die natürlich große Neugierde der Medienseite erzeugt.

 

Eigentlich ist das, was Max Herre beschließt, während er mit der jetzt FK Allstars genannten Formation 2000 eine begeisternde Live-Saison spielt, traurig wie plausibel. Er entzieht sich ein wenig der Öffentlichkeit und verlässt die Allstars, was einem (vorläufigen) Ende gleichkommt. „En Directo“ ist als Live-Album ein schmerzhaftes Andenken für all jene, die sich die Gruppe in dem Sommer nicht ansehen, Freundeskreis brennen Live ordentliche Feuerwerke ab.

 

Neben DJ Friction und Don Philippe starten viele der Musiker vielversprechende Solokarrieren. Gentleman ist ein Rettungsanker in der deutschen Popkultur und das, was Joy Denalane macht, ist unglaublich. Sie singt mit Youssou N´Dour, Common, Raekwon und Lupe Fiasco, bringt regelmäßig Soloalben heraus und konzertiert mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Sékou ist inzwischen vornehmlich als Songwriter aktiv, Max Herre bringt selten – eigentlich ist er ein vielbeschäftigter Produzent – Soloproduktionen an Land.

 

Freundeskreis - FK 10

 

Zum Zehnjährigen kommt im Sommer 2007 das Best-of-Album + DVD „FK 10“ heraus, zur Feier gibt es einige Konzerte, im September wird Freundeskreis in Stuttgart nach einem letzten Konzert aufgelöst.


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