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Get Well Soon
Get Well Soon Foto © by Aoife O` Sullivan

 Get Well Soon 

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Get Well Soon ist Konstantin Gropper und mit dem Projekt Get Well Soon von Konstantin Gropper läuft etwas verkehrt. Im Februar 2008 veröffentlich er mit „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ ein perfektes Album; für die meisten ziemlich unvermittelt. Verdächtig ist – neben der Qualität des Produktes – von welcher Power die Veröffentlichung des Get Well Soon-Albums begleitet wird.

 

„Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ ist Futter für fleißige Kritiker, die sich mit Freude auf die Suche nach Referenzen machen, gleichzeitig natürlich auch für uns, die wir nichts denken, während wir hören. Konstantin Gropper taucht zum Release in Kulturmagazinen auf, wo Get Well Soon sanft, beschwörend, fast schon auf hypnotisierende Weise besprochen wird, Gropper wird gebeten, sich zu keinem Geringeren als Karlheinz Stockhausen zu äußern, dem Komponisten aus Kerpen, Inbegriff visionärer Musik irgendwann einmal (das ist eine offizielle Lesart).

 

Selten ist ein Projekt – für die Mehrheit – aus dem Nichts aufgetaucht und sofort in Zusammenhang mit gehaltvoller, anspruchsvoller Popmusik gestellt worden, das dann daraufhin auch noch ein Charterfolg wird. Dem einen oder anderen wird Get Well Soon  wie die Versöhnung von ernster Musik und Unterhaltungsmusik erscheinen und selbstverständlich hat Konstantin Gropper auch dazu eine reife, wohl überlegte Meinung.

 

Nicht die Kulturvögel erfinden Get Well Soon. Die Band gibt es bereits eine Weile, man kann sie zuvor entdecken. Seit Mitte 2006 etwa tourt Get Well Soon, im Mai 2007 gibt es ein Konzert mit Cat Power in Heidelberg, Get Well Soon konzertiert im Juni auf dem berühmten Glastonbury Festival, im August ist die Band auf dem Haldern Pop zu sehen. Wichtig ist die Ausbildung Groppers zum Popmusiker in Mannheim, die er nach seiner Schullaufbahn beginnt – an dieser Stelle müsste Elixic jetzt eigentlich die Frage verhandeln, ob ihm das heute noch in den Kram passt oder uns nicht, lässt es jedoch, weil es furchtbar egal ist –spannend ist es lediglich, weil es diesen Artikel in der Zeit Anfang 2005 gibt, in dem es um einen internationalen Workshop namens „Mu:Zone“ geht. Der Artikel heißt „Europa rockt zusammen“, ist von Gunther Reinhardt und beginnt mit den Worten: „Konstantin Gropper ist im Popgeschäft eigentlich eine ganz große Nummer.“

 

Unter den vielen jungen Musikern, die gemeinsam in einem Rollenspiel der Realität des Musikgeschäfts nachstellen, sucht sich der Autor zielsicher Gropper heraus, der ihm als Leitfaden durch seinen Text würdig erscheint, während die Workshopleitung zielsicher Gropper einen der begrenzten Bandleader-Posten (in einer Band von Iren) zuteilt. Da ist nämlich was, etwas, was den Chef von Get Well Soon irgendwie unfertig aussehen und perfekt wirken lässt, was sicher – natürlich neben der CD – dafür sorgt, dass Get Well Soon Anfang 2008 in nahezu jedem Musikmagazin, das etwas auf sich hält und nur entfernt seine Vielfalt und Traurigkeit berührt, „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ zur Platte des Monats kürt.

 

Konstantin Dingenskirchen kommt – haken wir es ab – Anfang der 80er Jahre im Hause eines Musiklehrers zur Welt, der immer klassische Musik hört, Stockhausen, um die Kinder zu ärgern, der Weihnachten vor der Oma vierstimmig singen möchte usw. Konstantin Gropper spielt Cello in der Kirche und die Vielfalt, die das perfekte Album „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ ausmacht, ist nicht zuletzt Ergebnis einer sauberen musischen vorschulischen Schulung.

 

Konstantin Gropper wächst im Spannungsfeld von anspruchsvoller klassischer Musik und anspruchsvoller moderner Musik auf, ein besessener Perfektionist, Multiinstrumentalist und was es da sonst noch für Auszeichnungen gibt. Auf Mannheim folgt Berlin zwangsläufig – Get Well Soon ist immer dabei. Das Liedermaterial, ein melancholisch-düsterer, manchmal kurz erheiternder Flickenteppich, der keine Grenzen außer der des eigenen Geschmacks zu kennen scheint, entsteht über viele Monate.

 

Gropper glaubt man die Penibilität anzusehen, erstaunlich ist, wie sehr die nicht einmal zögerlich vorgetragenen, mutigen Referenzen zu treffen scheinen. Mal redet wer von Bright Eyes bzw. Conor Oberst, meist fällt dann auch Radiohead bzw. Thom Yorke, es könnte auch das Zerknirschte des Kurt Wagner bzw. Lambchop oder das ausdrücklich total Normale von Joey Burns und Calexico sein, wobei dann wieder dieser Beginn, der „Prelude“ heißt und noch mehr „Coda“, der Schlussteil des Albums, wieder auf etwas Elitäres verweist. Nur das Feinste ist gut. Get Well Soon steckt voller Filmzitate und Folklore-Elemente, mit „Born Slippy“, dem Underworld-Cover, wird nur ein weiteres Fass aufgemacht. Gropper bastelt zunächst allein, und zeigt es erst jemandem, wenn er es für perfekt hält.

 

Get Well Soon – Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“

 

Es ist schwer vorstellbar, dass die Freude, die „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ bereitet, weil jedes einzelne Lied eine abgeschlossene kleine Welt ist und das Album, sobald man dies kapiert, den Hörer durch ein aufwühlendes, persönliches Geburtstagsfest leitet, dass diese Freude irgendwie eingeplant ist.

 

Get Well Soon ist für die Bühne eine komplette Band, die aus Schwester Verona Gropper besteht, die Violine spielt und entscheidende Passagen des Albums singt, dem Trompeter und Cousin Sebastian Benkler und Maximilan Schenkel, dem Gitarristen und Freund. Den Bass spielt Timo Kumpf, Daniel Roos Akkordeon, Klavier und so. Am Schlagzeug sitzt Paul Kenny, lustigerweise ein Ire (aus der Grafschaft Meath). Wo überschwängliches Lob ist, finden sich schnell Miesepeter ein. Mal ist es die Aussprache der englischen Texte, die bemängelt wird, woanders, dass Get Well Soon sich nicht die Zeit nimmt, ein Thema ganz durchzuziehen. Einzig spannend für jene, die es genießen, ist die Frage, was nun folgen kann …

 

Gropper ist Pessimist und rechnet mit dem Untergang, eine Wiederholung des Konzeptes wird zu reflexartigen Schlägen der Kritik führen, einen Weg aus dem Dilemma gibt es eigentlich nicht. Ein Folkalbum würden viele der amerikanischen Kollegen vermutlich einschieben, und zur Sicherheit noch eines. Andere würden vielleicht die Instrumente durch Elektronik ersetzen. Ein weiteres Problem ist, dass wir nicht viele Jahre auf das nächste Album warten werden. Get Well Soon ist ein großes Versprechen und hat alles, nur keine Zeit.


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