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Gipsy Kings
Gipsy Kings Foto © by Chris Lopez

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Die Gipsy Kings stammen aus Südfrankreich, sind eine der Formationen, die wirklich weltbekannt sind, also nicht allein in den Ländern, die hier für die Welt gehalten werden, sondern noch in einigen mehr: in China zum Beispiel, im Iran oder Brasilien. Dabei sind die Gipsy Kings keine von den typischen Superstarformationen, die alle paar Jahre ein von den Standard-Printmedien bejubeltes Musikalbum auf den Markt werfen und deren Videos dann zwischen den Klingelton-Werbeblöcken und in den Klingelton-Werbeblöcken – alberne Medienkritik.

 

Die Gruppe geht José Reyes et Los Reyes zurück, Reyes ist eine Flamenco-Legende, die 1979 stirbt und bis dahin mit ihren Söhnen Nicolas, Pablo, André, Canut, Patchaï und dem Schwiegersohn Chico Bouchikhi zusammenarbeitet. Später treten der Formation Tonino, Paco und Diego Baliardo bei, die Gipsy Kings werden gegründet. Warum Flamenco aus Frankreich? Die Reyes und Baliardos stammen von spanischen Roma ab, die in Folge des Spanischen Bürgerkrieges, den die Faschisten gewannen, nach Frankreich ziehen mussten. Die Musik der Gipsy Kings ist eine Mischung aus Flamenco, Salsa, Rumba und diversen anderen Stilen, mit einem hohen Anteil karibischer Elemente, legendär ist ihre Version von „Hotel California“, ursprünglich von den Eagles.

 

Berühmt werden sie mit ihrem selbstbetitelten Album von 1987, sie haben Superhits wie „Djoba Djoba“, „Bamboleo“, „Un Amor“, später „Volare“, sind zunächst in Frankreich, anschließend im restlichen Europa und im mittleren Osten sehr populär, erobern Ende der 80er Jahre die USA, wo sie die spanischsprachige Popmusik in den Mainstream tragen – und sich 40 Wochen in den Charts halten.

 

Für „Love & Liberte“ erhalten die Gipsy Kings 1993 einen Latin Grammy (bestes Pop-Album), 1994 wird „Compas“ auf den Markt gebracht, gefolgt von einem ersten Greatest-Hits-Album im selben Jahr, 1995 erscheint „Estrellas“ und wieder eine Hit-Compilation – die ganz große Zeit scheint um das Jahr 1990 zu verorten zu sein. Allerdings bleiben die Gipsy Kings bedeutend, irgendwie zeitlos, 1998 landet „Hotel California“ auf dem Soundtrack von „The Big Lebowski“, einem großartigen Film der Gebrüder Coen.

 

Unvergleichlich ist der Gesang von Nicolas Reyes, der Chefgitarrist Tonino Baliardo bringt Anfang des neuen Jahrtausend einige Soloproduktionen auf den Markt – wenn man die verkauften Alben zusammenrechnet, sind die Gipsy Kings eine der erfolgreichsten französischen Musikgruppen aller Zeiten. Nach „Somos Gitanos“ (2001) und „Roots“ (2004) gibt es 2006 „Pasajero“. Die Fans bekommen genau das, was sie seit inzwischen mehr als 20 Jahren bekommen: nichts passt so gut in eine Strandbar am Mittelmeer, eigentlich passt nichts besser in irgendeine Strandbar, manchmal passt auch nichts besser zum Autofahren, zum Cruisen, gelegentlich gibt es auch nichts Besseres für den Soundtrack eines Filmes.


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