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In der Düsternis und Albernheit der 90er Jahre gefangen, war Damon Albarn eine Weile der Typ, der die Welt des Britpops entzweite, den Jungs von Oasis eine Menge Fans abspenstig machte und ein paar gute Songs für die Soundtracks für Computerspiele einspielte. Andere ruhen sich auf so etwas aus, dieser Typ nicht. Er operiert auf verschiedenen Gebieten elektronischer Musik, inszeniert ausladende chinesische Opern in Europa, stellt unglaubliche Bands zusammen, an denen ausschließlich Legenden teilhaben und sein vermutlich erfolgreichster Wurf ist Gorillaz, ein kleines Projekt, das er in seiner WG Ende der 90er Jahre mit Mitbewohner Jamie Hewlett gründet. Ein wenig albern, ist Gorillaz zunächst eine Art Geheimprojekt, für einige Zeit ist das allgemeine Rätselraten, wer hinter Gorillaz steckt, der Aufmerksamkeit förderlich, irgendwann sollte man die Information einfach unterschlagen.

 

Jamie Hewlett ist ein relativ bekannter Comiczeichner (sagt man das nicht mehr so? Ist das so wie Friseuse sagen?), der durch Gorillaz zum superberühmten Comiczeichner wird. Die Band setzt sich aus den fiktiven Charakteren 2D, Murdoc Niccals, Noodle und Russel Hobbs zusammen. Gewaltige Altersunterschiede, unglaubliche Biografien – kann man sich alles woanders zusammenlesen. Wichtig ist im Hintergrund, und da reicht sich ein ziemlich heterogener Haufen von Musikern die Hände, einer, der es schafft, aus Rock- und Hip-Hop-Elementen, elektronischen Spielereien und dem, was vom Trip-Hop geblieben ist, etwas irgendwie entspannt rockendes zu schmieden.

 

Gorillaz – Gorillaz

 

Damon Albarn gibt 2D, Jamie Hewlett Murdoc Niccals, für Russel Hobbs holen die beiden Del Tha Funky Homosapien dazu, für Noodle Miho Hatori von Cibo Matto aus New York. Ende 1998 beginnen die Arbeiten an den Liedern des ersten Albums, erst im Jahr 2000 sind sie abgeschlossen. Dan the Automator ist Produzent, Ibrahim Ferrer kommt vorbei und macht mit, außerdem Kid Koala und Tina Weymouth und Chris Frantz (die letzten beiden von den Talking Heads). Die erste Single „Clint Eastwood“ wird im März 2001 zunächst in England veröffentlicht und schießt in den folgenden Monaten in die Spitze etlicher Charts auf etwa fünf Kontinenten. Für den allerersten Platz reicht es mit dem merkwürdig schleppenden Ding nur in Norwegen: es ist eine bornierte Pfeife, wer in diesem Fall nicht von einem weltweiten Superhit spricht.

 

Das selbstbetitelte Album steht ab April 2001 in den Charts der deutschsprachigen Länder. In Deutschland selbst stimmt die Chartordnung schnell wieder, ein Hit wird gewährt vom komischen, schwer definierbaren Zeug, die förmlich explodierte internationale Fanschar wird 2002 noch mit einer B-Seiten-Kollektion (natürlich kein Scherz) und dem „Laika Come Home“-Dub-Remix des Debüts erquickt, anschließend gibt es eine ganze Weile keine Gorillaz mehr.

 

Gorillaz – Demon Days

 

Anfang 2005 wird nachgelegt, Gorillaz haben Neneh Cherry, Simon Tong, Martina Topley-Bird, Ike Turner, Dennis Hopper, Roots Manuva, De La Soul, einen Londoner Gospelchor, Danger Mouse und etliche andere ins Studio gebeten – und sind daraus mit einem unglaublichen Werk hervorgekommen. „Demon Days“ heißt das Schmuckstück, „Feel Good Inc.“, „DARE“ und „Dirty Harry“ sind die Hits – 2007 gibt es „D-Sides“, ein Remix- und B-Seiten-Album, zuvor, 2006, werden zwei DVDs veröffentlicht – danach verschwindet Gorillaz. Vorerst …





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